Gourmet-Tipps

Käse- und Weinempfehlungen

Was zählt, ist der eigene Geschmack! Das Journalisten-Ehepaar Ursula Heinzelmann und Stuart Pigott sind Gourmet-Experten – sie für deutschen Käse, er für Wein. Die sympathische Botschaft der beiden: Traut euch einfach, Feinschmecker zu sein! In unserer Galerie finden Sie Tipps zu leckeren Käsesorten aus Deutschland.

Frauen beim Picknick mit Käse und Wein Käse- und Weinempfehlungen © Jalag Syndication

 

INTERVIEW MIT KÄSE-EXPERTIN URSULA HEINZELMANN

Für Sie: Frau Heinzelmann, Sie schwärmen für handwerklich gemachten Käse. Was ist an dem denn so besonders?

Ursula Heinzelmann: Ein handwerklich gemachter Käse ist wie ein handgestrickter Pullover – immer anders, immer einzigartig. Da erzählt jeder Käselaib seine ganz eigene Geschichte, etwa von den Jahreszeiten und Landschaften, aus denen seine Milch kommt.

Früher hieß es: Guter Käse kommt grundsätzlich aus Frankreich.

Dabei gibt es heute auch Spitzenkäse aus Deutschland. Meist kommt er von kleinen Käsereien und Bauernhöfen irgendwo auf dem Land und wird mit unglaublich viel Liebe und Leidenschaft gemacht. Um diese neue deutsche „Käse-Seele“ zu entdecken, bin ich übrigens fast 13000 Kilometer weit gefahren.

Steckbrief

Ursula Heinzelmann (48)

  • Werdegang: Sie begann als Gastronomin, arbeitet heute als Journalistin und Buchautorin
  • Motto: „Alles, was zählt, ist der persönliche Geschmack“

Stuart Pigott (51)

  • Werdegang: Begann als Null-Wissen-Weinkellner in London. Ist heute einer der bekanntesten Weinjournalisten, Buch- und Fernsehautoren
  • Motto: „Probieren Sie mehr aus“

Stichwort Käse & Wein: Welcher Tropfen passt zu welchem Käse?

Glauben Sie mir: Ich habe Jahrzehnte meines Lebens nach der perfekten Kombination gesucht. Heute bin ich überzeugt: Alles, was zählt, ist der eigene Geschmack, der ja selbst wieder ganz stimmungsabhängig ist.

Gibt es wenigstens eine große Faustregel?

Höchstens diese: Wein und Käse harmonieren besser, wenn sie sich in der Reife etwa entsprechen. Aber glauben Sie mir: Selbst für diese Regel habe ich immer wieder Ausnahmen erlebt.

Wie gestaltet man eine gute Käseplatte?

Klassischerweise startet man mit etwas Mildem, etwa einem Ziegenfrischkäse. Am Ende gibt’s dann was Kräftiges wie einen Blauschimmelkäse. Aber auch hier gilt: Wer den Blauschimmel lieber vor dem Ziegenkäse essen möchte, soll das einfach machen. Alles, was zählt, ist der persönliche Geschmack.

Was passt als Begleitung zum Käse?

Ein wenig Brot, ein paar Cracker, vielleicht ein paar Nüsse, am liebsten Walnüsse.

Was ist mit Kompott, Chutney oder Senf?

Die verdecken für mich genau das, was ich am Käse spannend finde. Aber wer’s gern mag, soll das ruhig machen. Wie gesagt: Alles, was zählt, ist der eigene Geschmack.

"Erlebnis Käse und Wein" von Ursula Heinzelmann

Zum Weiterlesen

„Erlebnis Käse und Wein“ ist eine Genuss-Reise von Ursula Heinzelmann zu leidenschaftlichen deutschen Käsemachern. Scherz Verlag, 18,95 Euro

Wie bewahre ich Käse auf?

Plastikfolie und auch das beschichtete Spezialpapier ersticken ihn. Ich wickle jeden Käse in Wachspapier, gebe dann alle in eine Papiertüte – und ab in den Kühlschrank. Eine halbe Stunde vor dem Essen nehme ich ihn heraus, damit er sein Aroma entfalten kann.

Wie schneiden Sie Käse?

Mit einem ganz normalen Messer – und immer in Tortenform. Alles andere tut mir in der Seele weh. Außerdem serviere ich Käse immer auf einem Holzbrett. Holz und Käse gehören für mich einfach zusammen.

Letzte Frage: Haben Sie eigentlich einen Lieblingskäse?

Nein, aber einen Lieblingsmann.

 

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