Patienten, Patientenrechte, Ärzte Ihr Recht als Patient - endlich gut behandelt

Wer lässt sich beim Arzt schon gerne „abfertigen“? Lange Wartezeiten, schlechte Beratung und teure Extraleistungen gehören zum Praxis-Alltag – doch gegen vieles können Sie sich wehren

Ihr Recht als Patient - endlich gut behandelt Ihr Recht als Patient - endlich gut behandelt © Franz Pfluegl-Fotolia

Vier Monate auf den Arzttermin lauern. Dann ewig im Wartezimmer sitzen. Und wenn man endlich drankommt, ist die Behandlung nach drei Minuten schon wieder vorbei. Als Patient fühlt man sich heute häufig nur noch wie ein Kostenpunkt, der hin und her geschoben wird. Kein Wunder, dass bei einer aktuellen Umfrage des GfK-Marktforschungsinstituts zwei Drittel der Deutschen angeben, sich schon mindestens einmal über ihren Arzt geärgert zu haben. Die häufigsten Gründe: zu lange Wartezeiten, zu kurze Behandlungen, Unfreundlichkeit der Mediziner.

Kompliziertes Verhältnis

Die Beziehung von Arzt und Patient ist insgesamt problematischer geworden. Das liegt nicht am Willen der Ärzte, sie müssen schließlich die Gesundheitsreformen umsetzen. So erhalten sie weniger Geld für die individuelle Behandlung – speziell das Patientengespräch. Folgen: Sprechzeiten werden häufig reduziert, vor dem Ende eines Quartals schließen viele Praxen oder dringende Termine werden verschoben. Dass Privatpatienten bevorzugt behandelt werden, leugnen viele Mediziner heute nicht einmal mehr. Gleichzeitig sind die Patienten emanzipierter als früher. Einst galten die „Halbgötter in Weiß“ als Autoritäten – was sie sagten, wurde gemacht. „Heute informieren sich die Patienten vorher per Zeitschriften, Internet und Ratgeberliteratur. Sie wollen dem Arzt auf Augenhöhe begegnen“, erklärt Kai Kirchner von der Unabhängigen Patientenberatung in Erfurt.

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Autor:
Jan Bockholt