Finanzen

Ohne Risiko Geld anlegen

Lebensversicherung? Ein eigenes Haus? Fonds oder Zertifikate? Wir fragten Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg, wo unser Geld wirklich noch sicher ist.

Sparschwein Ohne Risiko Geld anlegen © istockphoto

Fast jeden Tag lesen wir Nachrichten aus dem Finanzsektor – selten sind es gute. Die Verbraucherschutz-Expertin sagt, wie man sich vor bösen Überraschungen schützen kann.

FÜR SIE: Muss ich mir Sorgen um mein Konto und mein Sparbuch machen?

Edda Castelló: Nein. Beide sind durch Einlagesicherungsgarantien und die „Merkel-Garantie“ abgesichert: Die Bundeskanzlerin hat 2008 quasi eine Staatsgarantie für private Spareinlagen abgegeben.

Sind Immobilien eine sichere Geldanlage?

Ein selbst genutztes Eigenheim ist eine solide Sache. Bei Rendite-Objekten sollte man sich gut beraten lassen und unbedingt die Finger von Häusern lassen, die sich angeblich durch Mieten und Steuerersparnisse „von allein“ finanzieren.

Wenn ich 20 000 Euro zur Verfügung hätte: Was sollte ich tun?

Ganz klar: zuerst Schulden tilgen und den Dispo-Kredit abzahlen. Wenn etwas übrig bleibt, würde ich es als Festgeld anlegen, aber nicht länger als ein, zwei Jahre – man weiß nie, was kommt. Gut verzinste Festgeldkonten findet man zum Beispiel auf www.biallo.de.

Gibt es überhaupt noch sichere Geldanlagen?

Aber natürlich. Sparbücher, Girokonten, Fest- und Tagesgeld bis 100000 Euro sowie Bundesschatz- und Sparbriefe sind sehr sicher.

Aber da sind die Zinsen nicht sehr hoch.

Man muss sich entscheiden: entweder Sicherheit oder hohe Zinsen. Beides zusammen geht nicht.

Von welchen Anlagen raten Sie ab?

Von geschlossenen Fonds und Beteiligungen, Zertifikaten und einigen Anleihen. Da blickt man als Laie kaum durch. Und wir Verbraucherzentralen raten auch dringend von Lebens- und Rentenversicherungen ab. Laut einer Studie der Uni Bamberg machen die Leute damit 16 Milliarden Euro Verlust im Jahr. Denn die Kosten sind sehr hoch und überdies versteckt. Das wird be sonders bei einem vorzeitigen Ausstieg deutlich.

Und was ist, wenn meine Bank für mich gerade „ein ganz tolles Angebot“ bereithält?

Fragen Sie zur Sicherheit immer einen unabhängigen Berater beziehungsweise die Verbraucherzentralen. Das kostet zwar etwas (Berater ca. 300 Euro, Verbraucherzentralen 150 Euro), aber allein die versteckten Provisionen bei manchen Angeboten sind gut und gern zehnmal so hoch.

 
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