Pro und Contra FKK Umstrittenes Thema: FKK

Nackt baden - für viele die pure Lebenslust. Dieses Thema war immer heiß umstritten

FKK baden Umstrittenes Thema: FKK © mabe123 - iStockphoto

Sind Sie je nackt im Meer geschwommen? Ist es nicht herrlich? Ein wunderbar freies, leichtes und sinnliches Gefühl ... Selbst wenn die Fluten kalt sind, lohnt sich der Sprung hinein – für diesen Champagner-in-den-Blutbahnen- Effekt hinterher. Geht auch mit Badeanzug? Nee: Meer, Sonne, Wind und Salz auf der Haut, überall, ohne nasskaltes Stretchmaterial – das isses!

Genau: Das isses. Wo der eine jubelt „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“, wird der andere rot oder moralisch. Oft zu hören ist auch: „Ohne mich, dafür bin ich nicht knackig genug“ oder „Igitt, geht mir bloß aus den Augen“. Die „gemeinschaftliche Nacktheit, meist in der Natur“, so eine Definition für Freikörperkultur (FKK), erhitzt seit Langem die Gemüter. Bis ins 18. Jahrhundert badeten die Menschen noch unbekleidet in Flüssen und Seen, meist nach Geschlechtern getrennt, und alles war gut. Dann aber geriet Nacktbaden allmählich in die Tabuzone. Keusch verhüllte man sich. Trug, selbst als Badekuren am Meer in Mode kamen, schwer an textilreichen Badeklamotten. Bis um 1900 die Reformbewegung einsetzte: „An die Sonne, ans Licht!“ forderten die Anhänger. Sie wollten raus aus verklemmten, muffigen Verhältnissen. Viele Strömungen trieben die FKK-Welle weiter: Den einen ging’s mehr um Gesundheit und Körperbewusstsein, den anderen um esoterische oder politische Ziele. Linksintellektuell waren in den 70ern die FKKler in der DDR, wo Nacktbaden Teil der Alltagskultur wurde. Zu viel für manchen Wessi. Und heute? Bei aller Toleranz: Etwas Diskretion wäre nett, für beide Seiten. Falls die fehlt – hilft immer noch eine dunkle Sonnenbrille.

 
Schlagworte: