Silvester

Traditionelle Silvesterbräuche

Die Silvester-Nacht: Der Jahreswechsel bringt weltweit viele Traditionen mit sich. Wir verraten Ihnen, welche das sind und wie sie entstanden sind.

Silvesterbräuche - Traditionelle Silvesterbräuche Traditionelle Silvesterbräuche © iStock/Li Ding

Raketen steigen, das Feuerwerk erhellt die Nacht. Menschen prosten sich zu und wünschen sich ein frohes neues Jahr. Sieht der Jahreswechsel überall auf der Welt so aus? Wir gehen den Bräuchen verschiedener Länder auf die Spur. In Sachen Tradition gibt es fast keine Grenzen, lassen Sie sich überraschen.

Silvesterbräuche aus Deutschland

Speis und Trank - Raclette, Fondue und ein Berliner

Eine durchaus gesellige Form des Silvester-Dinner ist ein Fondue. Stundenlang kann man sich die Bäuche vollschlagen und das Jahr ausklingen lassen. Genauso lecker, wie auch gemütlich, ist ein Raclette-Essen. Je nach Lust und Laune landen die Lieblings-Zutaten in der kleinen Pfanne und werden mit Käse überbacken. Dann ist es auch schon soweit und die Uhr schlägt 12! Nachdem mit Sekt angestoßen wurde, werden die sogenannten Neujahrs-Berliner gereicht. Gefüllt sind diese zumeist mit einer Konfitüre, Fruchtmus, Schokolade, Likör oder schlimmstenfalls mit Senf. Falls es sich bei dem Gastgeber um einen Scherzkeks handelt, hat dieser nämlich schon präventiv die gemeine Marmeladen-Alternative beim Bäcker seines Vertrauens geordert und sie unbemerkt unter die harmlosen Klassiker gemischt. Wer den mit Senf gefüllten Berliner erwischt, dem steht ein glückliches, neues Jahr bevor.

Zeitvertreib - Bleigießen, Knallbonbons & Co.

Um sich die Zeit bis zum Jahreswechsel zu vertreiben, können Gesellschaftsspiele und Zukunftsdeutungen betrieben werden. Mittlerweile traditionell ist das sogenannte Bleigießen, bei dem zunächst Bleistücke in einem Löffel über einer Flamme erhitzt werden bis sie flüssig sind. Anschließend kippt man in einer schnellen Bewegung die Füllung in kaltes Wasser, wo sich das Bleistück neu formt. Danach wird es herausgenommen, begutachtet und die Form analysiert. Nun lassen sich darin Figuren sehen, die gedeutet und interpretiert werden. So steht ein wie ein Dolch geformtes Bleistück beispielsweise für drohende Gefahr.

Beliebt sind auch Knallerbsen, Tischfeuerwerke und Knallbonbons. Zieht man diese an den Enden auseinander, fallen kleine Überraschungen und Konfetti heraus. Oftmals enthalten sind Glücksbringer-Figuren in Form von Schweinchen, vierblättrigem Kleeblatt, Babyflaschen oder Hufeisen. Sie alle symbolisieren etwas Positives im neuen Jahr. Der dabei entstehende Knall ist genau wie die Feuerwerke und Böllern ein beliebter Zeitvertreib in Form von Licht- und vor allem Lärmerzeugung, der früher vorrangig der Vertreibung böser Geister (auch Eigenschaften aus dem alten Jahr) diente. Besonders Jugendliche ziehen, sobald es dunkel wird, um die Häuser, um Chinaböller anzuzünden. Wer es etwas ruhiger mag, kann sich den Schwarz-Weiß-Filmklassiker “Dinner for One“ anschauen. Vor oder nach der Mahlzeit finden auch Gottesdienste statt, um für das Vergangene zu danken und für die Zukunft zu bitten. Sitte ist es auch, anderen einen “Guten Rutsch“ (ins neue Jahr) zu wünschen. Im Jiddischen bedeutet “Rosch“ Anfang. Das beim Trinken oft ausgesprochene “Prosit Neujahr“ bedeutet Ähnliches und kommt aus dem Lateinischen. Nach dem Essen und kurz vor Mitternacht werden die letzten zehn Sekunden heruntergezählt und danach mit Sekt, Champagner oder ähnlichem angestoßen. Beliebt ist auch, die aus dem gleichnamigen Film bekannt gewordene, heiße “Feuerzangenbowle“. Sie gilt als Verbrüderungsgetränk, das sich hervorragend den Nachbarn anbieten lässt und für eine gefestigte Gemeinschaft im neuen Jahr sorgen soll. Dabei handelt es sich um mit Rum, Gewürznelken, Zimt und Orangenschalen gewürzten, erhitzten Rotwein. Anschließend lassen sich beim Trinken Feuerwerke beobachten oder selbst Raketen abschießen und alle in der Nähe befindlichen Personen mit frohen Neujahrswünschen bedenken.

Neujahr - Der Tag nach der Party

Am nächsten Tag lässt es sich wunderbar im Bett oder beim Resteessen entspannen. Falls Ihnen nach Bewegung ist, eignet sich der traditionelle Neujahrsspaziergang. Was kaum zu vermeiden ist und auch für etwas Bewegung sorgt, ist das Reinigen der Umgebung von Feuerwerksüberbleibseln. Für sehr Aktive gibt es den Neujahrslauf in Form vom gemeinsamen Joggen am 1. Januar und das Neujahrsbaden, bei dem (trotz der Kälte) oftmals nackt kollektiv ins Wasser gegangen wird (in angrenzenden Seen, Teichen oder Meer).

 

Silvesterbräuche aus Spanien

Weintrauben bringen Glück

Es hat schon etwas mit Können zu tun, was die Spanier jedes Jahr um Mitternacht leisten. Und zwar ist es dort Tradition, 12 Trauben um punkt zwölf zu sich zu nehmen - Eine Traube pro Glockenschlag. Sehr sportliche Bedingungen, die sich hier bieten. Schafft man es nicht, diese zwölf Trauben um Mitternacht zu verdrücken, bedeuted dies Unglück für das neue Jahr. Schafft man es hingegen, so darf man sich etwas wünschen, in der Hoffnung, dieser Wunsch würde im neuen Jahr in Erfüllung gehen.

Sekt mit goldigem Inhalt

Wie auch in Deutschland stoßen die Spanien mit einem schönen Glas Sekt an. Der Clou - In dem Sekt befindet sich ein goldener Ring, der zusätzlich Glück bringen soll. In Spanien ist also Vorsicht geboten! Es gilt den Ring bloß nicht zu verschlucken.

 

Silvesterbräuche aus Griechenland

Brot bringt Glück

Alte Bräuche sind immer noch angesagt. Die Griechen mögen es traditionell und hausgemacht. An Silvester wird im Land der mediterrannen Küche ein Brot gereicht, das sogenannte Basiliusbrot. Doch, wer ein Stück des Brots abbekommen hat, sollte bessser nicht gierig hineinbeißen, denn in dem Brot hat sich eine Münze versteckt. Wer diese erwischt, dem steht ein glückliches Jahr bevor.

Glücksspiel hält bei Laune

Anstatt Feuerwerkskörper anzuzünden sitzen die Griechen lieber bei einer guten Runde Poker zusammen. Das Glücksspiel, ob mit Würfel oder Karten, bestimmt generell den Verlauf des Silvesterabends. Die Menschen sitzen bis spät in die Nacht zusammen und spielen um ihr Hab und Gut, ihr Bestes - Ihr Geld. Der Gewinner darf nicht nur das Geld behalten, sonder gewinnt auch noch eine Extra-Portion Glück.

 

Silvesterbräuche aus Brasilien

Weiß als Farbe der Unschuld und des Friedens

Zum Jahreswechsel hin ist es in Brasilien Brauch, weiße Kleidung zu tragen. Diese symbolisiert Reinheit und Frieden. Außerdem werden am Strand Kerzen aufgestellt. Weiße Kerzen stehen, wie auch in der Kleidung für den Frieden, gelbe Kerzen sollen einen Geldsegen bewirken und rote Kerzen stehen für Glück in der Liebe. Ein weiterer Brauch treibt es unter die Gürtellinie - die Farbe der Unterwäsche spielt eine große Rolle. Wer weiße Unterwäsche trägt, der kann sich auf ein harmonisches, neues Jahr freuen. Wer sich für die rote Variante entscheidet, dem wird, der Tradition nach, die große Liebe begegnen.

Meeresgöttin und Bohneneintopf

Ein Ritual der Brasilianerinnen ist es, an Silvester der Meeresgöttin Yemanja zu gedenken. Zu diesem Zweck werfen sie Blumen in das Meer und lassen kleine Schiffchen, gefüllt mit Süßigkeiten zu Wasser. Dies soll die Fruchtbarkeit stärken und die Beziehung festigen. Zu Essen gibt es an Silvester einen klassischen Bohneneintopf, den Feijoada, welcher Wohlstand bringen soll.

 

Silvesterbräuche aus Italien

Feuerwerk und rote Unterwäsche

In Italien wird der Wechsel der Jahre ähnlich, wie in Deutschland gefeiert. Um Mitternacht gibt es ein großes Feuerwerk und geknallt wird im Land der Pasta und Pizza ebenso. Der einzige Unterschied zu den deutschen Bräuchen ist das Tragen eines roten Slips. Dieser bringt beiden Geschlechtern gleichermaßen Glück für das neue Jahr.

 

Silvesterbräuche aus China

Großputz und eine Extra-Portion Glück

Im Reich der Mitte wird Silvester erst am Tag des ersten Vollmonds nach dem 21.01. gefeiert. An diesem besonderen Tag wird das Haus ersteinmal auf Vordermann gebracht und gesäubert. Das Putzen ist, ähnlich wie ein Frühjahrsputz, und birgt den Anfang etwas Neuem. Außerdem werden eine Stunde vor Mitternacht alle Fenster im Haus geöffnet, um das Glück reinzulassen, welches das Haus erfüllen soll.

Mandarinen und ein Festessen

Auch in China gibt es für die Frauen eine besondere Tradition. Unverheirateten Frauen soll es Glück bringen, wenn sie Mandarinen in das offene Meer werfen. Durch diesen Akt sollen ihre zukünftigen Ehemänner angelockt werde. Außerdem wird an dem Tag des Jahreswechsels eine große, traditionelle Tafel gedeckt, auf der eine riesige Auswahl an chinesischen Speisen gereicht wird.

 
Schlagworte: