Kolumne Amelie Fried Liebe Männer, bitte betrügt uns!

Klartext von Amelie Fried: Wenn es in der Ehe nicht mehr prickelt, gibt es verschiedene Optionen.

Amelie Fried: Liebe Männer, bitte betrügt uns! Liebe Männer, bitte betrügt uns! © detailblick-Fotolia

Drei meiner Freundinnen haben im letzten Jahr ihren Mann verloren. Nicht aufgrund von Unfällen oder Krankheit, sondern weil es Frauen gibt, die einen Mann haben müssen, der eigentlich nicht zu haben ist. Eine drückte es so aus: „Ich suche in München einen Mann mit Haus und Hündchen.“ Sie hat ihn gefunden, leider hat er Frau und Kindchen.

Meine Freundinnen haben erlebt, wie ihr Leben von jetzt auf gleich zerbröselte; wie fünfzehn oder zwanzig gemeinsame Jahre hinweggefegt wurden, als seien sie Müll. Ihre Kinder haben erlebt, dass der Vater sie mit einer Leichtigkeit verließ, als ginge er ins Büro, und sich nun einredet, sie hätten die Trennung super weggesteckt. Wie mit der Abrissbirne haben diese Männer ihre Familien niedergewalzt, auf den Trümmern bauen sie nun ihr neues Glück auf.

Liebe Männer, lasst uns mal Klartext reden: Dass eine Ehe nach zehn, fünfzehn Jahren nicht mehr so prickelt – geschenkt. Dass es jüngere, straffere Frauen gibt als die eigene – wissen wir. Wenn ihr es schon nicht lassen könnt: Könntet ihr nicht eine diskrete Affäre pflegen, ohne gleich eure Familien aus- „Wie mit der Abrissbirne walzen Männer ihre Familien nieder und bauen auf den Trümmern neues Glück auf.“ einanderzusprengen? Zugegeben, ihr seid auch Opfer. Opfer der romantischen Vorstellung, Sex und Liebe gehörten immer zusammen. Und da ihr im Grunde gute Kerle seid, redet ihr euch ein, es sei die große Liebe, weil ihr mit einer Frau ein paar Mal gepoppt habt. Sex und Liebe können zusammen auftreten, müssen aber nicht! Ihr kommt nicht in die Hölle, wenn ihr mal fremdgeht. Aber eure Kinder durchleben die Hölle, wenn alles zerbricht, was ihnen Halt und Sicherheit gegeben hat.

Für uns Ehefrauen ist es zwar wie die Wahl zwischen Pest und Cholera, aber wenn wir wählen müssten, würden viele von uns es vorziehen, diskret betrogen statt brutal verlassen zu werden. Vorausgesetzt, sonst stimmt es noch in der Beziehung. Eine Ehe kann gut, sogar sehr gut sein, selbst wenn die Partner nicht mehr jeden Tag übereinander herfallen. Am Ende habt ihr ja doch schlechte Karten! Erst ködert euch die Geliebte mit dem Versprechen immerwährender Seligkeit im Sex-Himmel – nach zwei Jahren ist sie schwanger, obwohl sie angeblich die Pille nimmt! Dann geht alles von vorn los: schlaflose Nächte, vollgekackte Babys, eine Frau, die auf alles Lust hat, nur nicht auf Sex.

Inzwischen haben sich eure verlassenen Ehefrauen erholt und beginnen, das Leben wieder zu genießen. Möglicherweise sogar mit eurem Geld. Ist es wirklich das, was ihr gewollt habt?

 
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Amelie Fried