Gesellschaft

Japans Frauen nach Fukushima

Ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima. Unsere Autorin reiste durchs Land. Zu vier Frauen, deren Alltag sich dramatisch gewandelt hat.

Japanerin Japans Frauen nach Fukushima © istockphoto

Die Kirschblüte ist in diesem März schön wie jedes Jahr, die Straßen von Tokio sind voll wie immer, die jungen Städterinnen gestylt bis in die Haarspitzen. Ein Jahr ist vergangen seit der Katastrophe, bei der 20000 Menschen starben, 300000 ihr Heim verloren. Und man kann es spüren: Japan lebt nach vorn, macht einfach weiter wie bisher. Nicht alle finden das gut: Die 30-jährige Makiko Segawa ist empört darüber, wie ignorant sich Regierung und der AKW-Betreiber Tepco verhalten seit „3/11“.

So nennen die Japaner den Tag, der das Grundvertrauen ähnlich erschütterte wie die 9/11-Terroranschläge in New York. Die Journalistin kann nicht fassen, wie wenig Aufklärung es über die Folgen der Kernschmelze gibt, wie wenig für Betroffene getan wird. Dagegen schreibt sie nach Kräften an, in der Online-Zeitschrift „Shingetsu News“, deren kritische Berichte sich wohltuend von anderen Medien unterscheiden. Die Tokioterin ist viel unterwegs, um die Lage vor Ort zu beschreiben, aber auch, um zu helfen.

In Iwaki besucht sie eine Siedlung, in der 18000 Evakuierte aus der Sperrzone rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima leben. Graue Container stehen eng beieinander, Schicksal an Schicksal gereiht. Auch Mayumi Kitamura hat ihr altes Leben in den zugeteilten Raum gequetscht. Die 28-Jährige war hochschwanger, als in der Nähe ihres Hauses der größte atomare Unfall passierte. Während die ganze Welt in Schockstarre vorm Fernseher saß, musste Mayumi handeln.

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