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Interview: Cecilia Ahern

Romantisch ist die irische Bestseller-Autorin aber auch. Das Schönste für Cecilia Ahern: wenn ihr Mann morgens den Kaffee ans Bett bringt.

Cecilia Ahern Interview: Cecilia Ahern © Gaby Gerster

Steckbrief

Cecilia Ahern: Die liebe deines Lebens

Ihr aktuelles Buch: Die Liebe deines Lebens 

Geboren: am 30. September 1981in Dublin.
Karriere: Cecelia Ahern schreibt seit ihrem achten Lebensjahr Tagebuch. 2004 erschien ihr erster Roman „P.S. Ich liebe Dich“ (2007 verfilmt) und machte die Tochter des irischen Ex-Ministerpräsidenten Bertie Ahern schlagartig berühmt.
Privates: Die Autorin ist seit 2010 mit Schauspieler und Filmemacher David Keoghan verheiratet. Das Paar lebt mit Tochter Robin (4) und Sohn Sonny (20 Monate) im kleinen Ort Malahide. Cecelias Schwester Georgina und ihre (seit Jahren getrennten) Eltern wohnen nur einen Spaziergang entfernt.
Lebensmotto: „Träume – und dann lass es wahr werden!“
Lieblingsbuch: „Die Frau des Zeitreisenden“ von Audrey Niffenegger – und alles von Karin Slaughter.

Die Haare sind ab: Zum Interview in Hamburg kommt Cecelia Ahern mit Pixie-Cut und in ihrer Lieblingsfarbe Pink. So fröhlich, wie sie aussieht, ist sie auch im Gespräch. Die 32-Jährige könnte nicht zufriedener sein: Seit zehn Jahren schreibt sie einen Bestseller nach dem anderen. Ihre deutschen Fans können sich jetzt außerdem auf romantische TV-Abende freuen: Das ZDF zeigt zwei Filme nach bislang unveröffentlichten Novellen, die Cecelia für den Sender geschrieben hat. Gedreht wurde selbstverständlich in ihrer Heimat Irland. Und außerdem kommt die Verfilmung ihres Romans „Für immer vielleicht“ am 13. Februar bei uns ins Kino.

Sie schreiben ein Buch pro Jahr, dazu noch diverse Kurzgeschichten. Wie schaffen Sie das alles?

Mit einem klassischen Nine-to-five-Job: Von 9 bis 17 Uhr gehe ich in mein Büro und schreibe, danach bin ich Mami.

Und das funktioniert?

Manchmal kann ich gar nicht mehr aufhören zu schreiben und würde am liebsten gar nicht nach Hause gehen - ich Rabenmutter (lacht). An anderen Tagen hocke ich uninspiriert da und surfe im Internet. Aber grundsätzlich arbeite ich sehr konzentriert. Ich bin nämlich gern mit mir und meinen Gedanken allein.

Wie reagieren Sie, wenn Sie als „Kitschprinzessin“ bezeichnet werden?

Für mich sind meine Bücher natürlich kein Kitsch. Frau trifft Mann, und sie entschwinden gemeinsam in den Sonnenuntergang – das ist nicht meins. Ich schreibe keine Märchen. Bei mir geht es immer um das wahre Leben, um Menschen, die mit Schicksalsschlägen konfrontiert werden. Aber gut, meine Bücher sprechen sicher das Herz an.

So wie Ihr aktueller Roman „Die Liebe deines Lebens“.

Stimmt. Aber wenn eine Frau ein Buch schreibt, das kein Krimi ist, heißt es immer: muss wohl Frauenliteratur sein. Männer sind schon durch die pastellfarbenen Einbände abgetörnt. Viele nehmen den Umschlag sogar ab, das ist mir bei meinen Lesungen aufgefallen. Wahrscheinlich ist es uncool, als Mann mit einem meiner Bücher gesehen zu werden (lacht). Meine Romane sollten künftig mit zwei verschiedenen Umschlag-Motiven erscheinen: eins für Mädchen und eins für Jungs.

Schreiben Sie doch mal einen Thriller.

Ich schreibe immer, was mir gerade in den Sinn kommt. Deshalb kann ich mich auch nicht vorher auf ein Genre festlegen. Aber ich würde gern mal einen klassischen Schauerroman schreiben, in meinem eigenen Stil natürlich.

Was finden Sie persönlich romantisch?

Jedenfalls keine Rosen. Romantisch ist, wenn jemand aufmerksam ist. Wenn mein Mann mir morgens einen Kaffee bringt oder sagt: „Leg dich doch eine Stunde hin, ich kümmere mich so lange um die Kinder“ – das ist für mich der Inbegriff von Romantik.

Klingt, als wären Sie sehr glücklich.

Ja, aber ich bin ein Kontrollfreak, und manchmal ist mein Mann etwas zu entspannt für meinen Geschmack. Neulich war ich vor einer Talkshow sehr aufgeregt. Sagt er: „Das guckt doch sowieso keiner, jetzt bleib mal locker.“ (Lacht.)

Sie leben immer noch in Malahide in der Nähe von Dublin, wo Sie Ihre Kindheit verbracht haben. Wollten Sie nie weg und die Welt sehen?

Als mein erster Roman „P.S. Ich liebe Dich“ veröffentlicht wurde, war ich gerade 22. Von da an war ich ständig unterwegs. Man weiß seine Heimat erst richtig zu schätzen, wenn man viel gereist ist. Und Malahide ist einfach zu schön, um wegzuziehen.

Sie wirken durch und durch positiv und optimistisch.

Das habe ich von meiner Mutter gelernt. Sie hat mich dazu angehalten, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Das erdet.

Lesen Sie Ihren Kindern vor, oder erzählen Sie Ihnen Geschichten?

Beides. Für meine Tochter habe ich mir einen Fortsetzungsroman ausgedacht: Jeden Morgen treffen sich zwei Mütter und erzählen, was ihre Kids angestellt haben. Wenn ich sage: „Schatz, mir fällt jetzt nichts mehr ein“, bekomme ich Vorgaben. Zum Beispiel: „Erzähl mir, wie sie im Garten den Dinosaurier finden.“ Und schon lege ich los.

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