Handwerksberuf Bouchon-Köchin

In unserer Serie stellen wir Ihnen einmal im Monat einen Handwerksberuf vor, der schon fast ausgestorben ist. Diesmal: die resolute Bouchon-Köchin Brigitte Josserand aus Frankreich

Hier bestimme ich - und nicht der Gast6 Bouchon-Köchin © jalag-syndication.de

Der Spitzenvorhang der Eingangstür wird zur Seite geschoben, eine Hand nimmt einen Zettel aus dem Fenster. Darauf der Hinweis: „Wir sind voll – mittags und abends.“ Es ist 15 Uhr, und Brigitte Josserand hat Pause. Zum ersten Mal an diesem Tag. Seit halb neun wirbelt die 53-jährige Chefin des Restaurants „Le Jura“ in der Lyoner Rue Tupin durch ihre Küche. So wie jeden Tag. So wie seit 34 Jahren. Brigitte ist Bouchon-Köchin, die letzte in der Stadt. Kollegin France Dechamps vom „Chez Georges“ hat vor zwei Jahren das Kochen aufgegeben, weil sie den Stress nicht mehr ertragen konnte, und die Vorletzte, Arlette Hugon vom „Chez Hugon“, ist vor wenigen Monaten in Rente gegangen. „Die stand aber auch nicht so lange wie ich am Herd“, sagt Madame Josserand stolz und auch ein bisschen trotzig. Die Jungen, die nachkommen, gäben meist schnell wieder auf. „Der Job ist zu hart.“

 

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