Wir setzen auf Grün Arbeitsplätze im Bereich Umwelt

Nachhaltigkeit boomt, und damit die Chance auf neue Jobs, die Sinn geben und sicher sind: denn die Natur ist ein wachsendes Arbeitsfeld.

Arbeitsplätze im Bereich Umwelt © iStockphoto

Natalie Kirchbaumer (29) und Wanda Ganders (30)
GRÜNDERINNEN VON „MEINE ERNTE“

Rundum zufrieden sehen sie aus, wie sie da stehen, auf Schaufel und Harke gestützt, an ihrem Arbeitsplatz. Die Postangestellte Natalie Kirchbaumer und ihre Freundin Wanda Ganders, bei einer Telekommunikationsfirma angestellt, führten vor gar nicht so langer Zeit eines dieser zufälligen Gespräche, die das Leben total verändern: „Wir wollten das Gemüse, das wir essen, selbst anbauen“, sagt Wanda Ganders. Aber der Balkon ihrer Bonner WG war zu klein, und an einem Schrebergarten störte sie die Vereinsmeierei. Lieber irgendwo ein Mini-Grundstück zum Selbstbeackern suchen: „Wir waren sicher, dass sich andere Städter auch so etwas wünschen.“ Die Geschäftsidee war geboren: Gemüsebeete verpachten – inklusive Beratung, Geräten, Saatgut.

Aber wie wird aus einem Gedankenspiel eine Firma? So: Landwirte für das Projekt begeistern, Businessplan schreiben, mit dem Arbeitsamt über den Gründungszuschuss reden. Im Dezember 2009 kündigten beide ihre Jobs und gründeten „Meine Ernte“. Sie lagen richtig: Innerhalb eines Jahres haben sie mit ihren Miet-Gärten mehr als 200 Menschen zu Freizeit- Bauern gemacht. Heute gibt es ihren Service an 15 Orten. Die Anbauflächen liegen am Stadtrand von Berlin, Frankfurt oder Düsseldorf und sind in Felder aufgeteilt, 45 Quadratmeter kosten 179 Euro Pacht pro Saison, 85 Quadratmeter 329 Euro. Die Landwirte, die ihre Äcker hergaben, pflanzen dort rund 20 Gemüsesorten, zum Beispiel Kartoffeln, Gurken, Rote Bete – und lassen Boden frei zur eigenen Gestaltung.

Ab Mai kommen die Hobby-Gärtner: Paare, Familien, Cliquen, Individualisten, die in Ruhe buddeln wollen, ein bis zwei Stunden pro Woche, mehr ist auch nicht nötig. Die Landwirte beraten in regelmäßigen Sprechstunden. Tipps tauscht man aus von Beet zu Beet. „Wir bekommen oft Rückmeldungen, wie knackig das Gemüse schmeckt, wie viel Spaß die Kinder haben“, sagt Wanda. „Der Quereinstieg hat sich gelohnt.“ Von ihrer Idee leben können die Freundinnen noch nicht, aber wenn die Nachfrage weiter so stetig wächst, wird das bald möglich sein.

Wie schafft man das? Businessplan schreiben, Gründungszuschuss beim Arbeitsamt beantragen.

Was kann man verdienen? Das Ziel der zwei: 1500 Euro für jede.

Mehr Info: meine-ernte.de

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Autor:
Christel Vollmer