Mein Rezept für...

Schwäbische Maultaschen

Promi-Wirt Herbert Seckler lebt die längste Zeit seines Lebens auf Sylt. Trotzdem ist er zu 100 Prozent Schwabe – und liebt Maultaschen über alles.

Schwäbische Maultaschen Schwäbische Maultaschen © iStockphoto/Thinkstock

... schwäbische Momente im hohen Norden

Herbert Seckler (61) ist Inhaber der berühmtesten Strandhütte Deutschlands– der „Sansibar“ auf Sylt. Aufgewachsen im Schwabenländle, lebt der gelernte Koch und Weinexperte seit 1974 auf der Nordseeinsel. Seine beiden Kochbücher (Südwest Verlag) bringen die „Sansibar“-Küche zu uns nach Hause.
Sylt ist das Pradies für mich! Schließlich lebe ich schon fast 40 Jahre hier. Und die "Sansibar" ist mein Wohnzimmer. Aber als Zugezogener überfallen einen dann manchmal doch die Erinnerungen an die alte Heimat. Etwa an einem besonders stürmischen Nordseetag oder wenn ich mit Gästen aus dem Süden ein bisschen „geschwäbelt“ habe. Dann träume ich von der grünen und hügeligen Alblandschaft, denke an würzige Maultaschen und ein schönes Viertele Trollinger. In solchen Momenten rufe ich meinen Küchenchef, den Dietmar, und er bekommt den schwäbischen Spezialauftrag: Maultaschen nach Mutters Originalrezept. Beim ersten Mal habe ich ihm noch die Tipps meiner Mutter mitgegeben. "Eigentlich muss man nur zweimal aufpassen", sagte sie mal zu mir. "Die Ränder beim Füllen gut zudrücken - guck mal, so mit der Gabel. Und: Das Wasser darf, sobald die Maultäschle drin sind, nur noch sieden.“ Inzwischen bekommt auch der Dietmar das hin wie eine schwäbische Hausfrau. Und wenn die gesamte „Sansibar“-Familie gemütlich vor dampfenden Tellern mit Maultaschen sitzt, ist für mich Feiertag. Dann genieße ich mit Blick auf die Dünen, die Wellen und die herab- stürzenden Möwen ein Stück schwäbische Gemütlichkeit. Und auch wenn Nicht-Schwaben immer wieder staunen: Ein Kartoffelsalat schmeckt dazu am besten!

 

Schwäbische Maultaschen

Zuataten

  • 500 g Mehl
  • Salz
  • 4 Eier
  • 2 EL Öl

Für die Füllung:

  • 75 g magerer Speck
  • 2 Zwiebeln
  • 2 EL Butter
  • 2 alte Wecken (Brötchen)
  • 200 g gekochter Spinat
  • 50 g Petersilie
  • 3 Eier
  • 250 g gemischtes Hack
  • Pfeffer, Muskatnuss

Außerdem:

  • 1–2 Eiweiß
  • 1 1/2 l Fleischbrühe

Zubereitung 

1. Alle Teigzutaten glatt verkneten. In Frischhaltefolie gewickelt ca. 1 Stunde ruhen lassen.
2. Speck und Zwiebeln würfeln, in heißer Butter anbraten. Die vorher in Wasser eingeweichten, jetzt gut ausgedrückten Wecken, Spinat und Petersilie durch den Fleischwolf drehen. Mit den Speckzwiebeln mischen. Diese Masse mit Eiern und Hack verkneten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
3. Teig portionsweise dünn ausrollen und in ca. 5 x 10 cm große Rechtecke schneiden. Füllung auf das obere Drittel der Rechtecke verteilen. Die Ränder mit Eiweißen bepinseln, Teig umklappen und zu Quadraten formen. Maultaschen portionsweise in der heißen Brühe 10–15 Minuten ziehen lassen.

Mein Tipp: Die Maultaschen kurz anbraten, mit gerösteten Zwiebeln oder Semmelbröseln bestreuen.

 

 
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