Mein Rezept für...

Omas Dick Supp

„Nein, deine Suppe ess ich nicht!“, protestierte Winzerin Eva Vollmer damals. Erst als die Großmutter sie das Gemüse dafür ernten ließ, probierte sie und war begeistert.

Omas Dick Supp Omas Dick Supp © Ewgenija_s/Thinkstock

... eine Zeitreise in glückliche Kindertage

Eva Vollmer. Die Winzerin mit Doktortitel lernte ihren Beruf an der Hochschule in Geisenheim und im kalifornischen Weinanbaugebiet Napa Valley. 2007 gründete sie mit ihrem Mann Robert Wagner das Weingut Eva Vollmer. Bereits 2010 wurde sie vom „Gault Millau“ als Entdeckung des Jahres gefeiert. Vor Kurzem ist Eva Vollmer Mutter geworden.

Als Kind war ich verrückt nach lauter gesundern Dingen, die es in unserer Familie nie gab, wie Süßigkeiten, Pommes oder Hamburgern. So etwas kriegten wir nur auf Kindergeburtstagen. Im Alltag aßen wir brav Spinat, Kartoffeln und grüne Bohnen. Es gab aber ein Gericht, das ich partout nicht probieren wollte. Eine Suppe undefinierbaren Inhalts, „Dick Supp“ genannt. Meine Oma hatte schließlich die rettende Idee und lüftete für mich das Geheimnis der mysteriösen Suppe, die in unserem rheinhessischen Dialekt auch gern „Quer dorsch de Gaade“ (Quer durch den Garten) heißt. Sie steckte mich in kleine quietschgelbe Gummistiefelchen und schleifte mich bei Nieselregen in den Garten, um die Suppenzutaten zu ernten. Fast wären wir dabei im Matsch versunken, und ich hatte zugegebenermaßen mehr Interesse am Sammeln von Regenwürmern als am Ernten des Gemüses. Aber Omas Plan ging auf. Sie brachte mich endlich dazu, die verschmähte Suppe wenigstens zu probieren. Und was soll ich sagen? Seither bin ich ihr verfallen. Bis heute ist die „Dick Supp“ fest in unserem Speiseplan verankert. Wenn ich nach einem anstrengenden Morgen im Weinberg (inzwischen mit großen grünen Gummistiefeln) verfroren ins Haus komme, ist der Heißhunger auf Deftiges unbezwingbar und diese gehaltvolle Suppe genau das Richtige. Am besten schmeckt sie mir natürlich, wenn unsere Oma sie kocht. Früher tranken wir Kinder übrigens gern Traubensaftschorle dazu, heute ziehe ich ein schönes Glas Silvaner vor. Manche Dinge ändern sich eben, andere zum Glück nie! Danke, Oma, für deine Hartnäckigkeit – sonst hätte ich das Gericht meines Lebens verpasst!

 

Omas Dick Supp

Zutaten für vier Portionen

1 kg Kartoffeln
1 kg Möhren
1/2 Knolle Sellerie
2 Stangen Porree
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 kleines Bund Petersilie
Salz, Pfeffer

ca. 1 EL gekörnte Brühe

Zubereitung

Kartoffeln, Möhren und Sellerie schälen, würfeln. Porree putzen, waschen, in Ringe schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen, fein würfeln. Petersilie waschen, abzupfen. Vorbereitete Zutaten in einen Topf geben, 1 1/2 l Wasser angießen, langsam zum Kochen bringen. Suppe ca. 20 Minuten köcheln lassen. Suppe mit dem Stabmixer fein pürieren und dabei schaumig rühren. Nochmals aufkochen und mit Salz, Pfeffer und eventuell der gekörnten Brühe abschmecken.

Tipp: Zur Suppe essen wir am liebsten Kartoffel-Pfannkuchen. Dafür 1 kg Kartoffeln schälen und grob raspeln. 4 EL Mehl, 4 EL Paniermehl, 1 Msp. Backpulver, 3 Eier und 1 gehackte Knoblauchzehe unterrühren. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Muskatnuss und etwas Majoran würzen. Aus dem Teig in heißem Öl knusprige Pfannkuchen backen.

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