Mein Rezept für...

Gebratene Nudeln

Vijay Sapre gründete das Internetportal mobile.de, dessen Verkauf ihn zum Millionär ohne Ziele machte. Ein Restaurant-Praktikum weckte seine neue Leidenschaft fürs Kochen. Heute ist er Herausgeber des Esskultur-Magazins „Effilee“. Aus ein paar Resten im Kühlschrank kochte er schon als 17-Jähriger dieses Gericht – und liebt es bis heute.

Gebratene Nudeln ©

...Männer unter Kochzwang

Meine erste eigene Wohnung hatte ich mit 17 in Erlangen. Meine Mutter war in eine andere Stadt gezogen, ich wollte nicht zu meinem Vater zurück. Also mieteten mir meine Eltern ein winziges Apartment am Bahnhof. Darin war ein Bett, eine Dusche mit WC und – zu meinem Glück – auch eine Kochstelle mit zwei Platten. Ich fand das großartig! Schließlich war ich der Erste in meiner Klasse, der nicht mehr bei den Eltern wohnte. Die Ernüchterung kam, als ich das erste Mal von meinem Taschengeld Putzmittel und Klopapier kaufen musste. Und natürlich stand auch kein Essen auf dem Tisch, wenn man nach Hause kam. Meine Eltern hatten aber immer schon selbst gekocht und auch uns Kinder dabei mithelfen lassen. So lernte ich neben dem, was ich fürs Abitur so brauchte, auch, für mich selbst zu sorgen. Im Wesentlichen gab es zwei Gerichte: gebratenen Reis mit „dem, was noch so da ist“, und gebratene Nudeln mit „dem, was noch so da ist“. Vor allem Letztere haben mich noch über viele Jahre begleitet und wurden im Laufe der Zeit immer raffinierter. Die kulinarisch wichtigste Verfeinerung sind übrigens die Semmelbrösel. Wenn ich mich richtig erinnere, war das eine Idee des Gitarristen Martin Fekl während unserer gemeinsamen WG-Zeit – Ehre, wem Ehre gebührt!

 

Gebratene Nudeln

Zutaten für 4 Portionen:

  • 400 g Nudeln (z. B. Fusilli)
  • Salz
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 1/2 Hähnchen (gebraten, vom Vortag)
  • Gemüse – was so da ist (z. B. Paprikaschoten, Champignons, Tomaten, Zucchini, Kürbisfleisch, Erbsen, Bohnen)
  • ca. 2 EL Butter oder Öl
  • ca. 1 EL Semmelbrösel
  • 2 TL gekörnte Gemüsebrühe
  • 1 EL Sojasoße
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 Bund Petersilie

Zubereitung

1. Nudeln in kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung bissfest garen. 
2. Zwiebel abziehen und in Würfel schneiden. Vom Hähnchen zuerst die Haut entfernen. Dann das Fleisch von den Knochen ablösen und klein schneiden oder würfeln. Das Gemüse je nach Sorte waschen, putzen und klein schneiden.
3. Butter oder Öl in einer großen beschichteten Pfanne bei geringer Temperatur erhitzen. Zuerst die Zwiebelwürfel und Semmelbrösel zugeben und unter Rühren braten, bis die Zwiebeln glasig sind.
4. Nudeln abgießen, abtropfen lassen und in die Pfanne geben. Kurz mitbraten, dann das Gemüse zugeben und unter Rühren 8–10 Minuten braten, bis das Gemüse gar, aber noch bissfest ist.
5. Das Hähnchenfleisch zugeben und unter Rühren 3–4 Minuten mitbraten. Die gekörnte Brühe darüberstreuen, alles mit Sojasoße, Salz und Pfeffer kräftig abschmecken. 6. Petersilie waschen, trocken tupfen. Blättchen von den Stängeln zupfen, fein schneiden. Nudelpfanne damit bestreuen.

Tipp: „Meine Lieblingspasta für dieses Gericht sind Fusilli, diese kurzen Spiralnudeln. Die kann man super mit dem Gemüse auf die Gabel spießen. Klar gehen auch andere kurze Sorten wie Eliche oder Penne.“