Mein Rezept für...

Frikadellen - immer wieder anders

Schlechte Laune gibt’s nicht mehr – und das verdankt unsere Kollegin Kerstin Görn den Frikadellen. Kerstin Görn arbeitet im Food-Ressort bei der FÜR SIE und ist eigentlich unsere Backexpertin. Hackfleisch kann sie aber auch.

Frikadellen Frikadellen - immer wieder anders © Jalag Syndication

...gestresste Männer

Mein Mann Sven ruft mich in der Redaktion an, und ich höre sofort an seiner Stimme, dass er kurz davor ist, an eine imaginäre Decke zu gehen, auf eine Palme odersonst wohin, wenn man auf hundertachtzig ist. An mir kann es nicht liegen, wir haben uns vor ein paar Stunden liebevoll verabschiedet. Also, vermute ich, ist mal wieder der Trainer vom HSV schuld oder der einer anderen Fußballmannschaft oder ein Spieler, der keine Lust auf ein Interview hat. Mein Mann ist Sportreporter und schon deshalb an den meisten Tagen im Stress. Raus zum Trainingsdreh, nur mit einem Coffee to go, und dann kommen die ganzen elf Freunde eine Stunde zu spät. Der Dreh verschiebt sich, der Beitrag muss bis zur Sendung noch geschnitten werden und so weiter. „Hast du heute Abend Lust auf Frikadellen?“, frage ich, und schon klingt Sven ein bisschen sanfter. Also besorge ich in der Mittagspause Rinderhack, den Rest habe ich sowieso im Haus. „Hoffentlich hast du noch nicht abgeschmeckt“, sagt Sven am Abend und krempelt die Ärmel hoch. Schon wesentlich entspannter schaut er in unseren Kühlschrank, schnappt sich die unterschiedlichen Senfsorten, Asia-Soßen, Currypasten und sogar Wasabi. Das Würzen ist für ihn wie Zen, eine Art Küchen-Meditation, die den Stress des Tages vergessen lässt. Und spätestens nach der dritten Frikadelle kann mein Mann schon wieder lachen – und tief durchatmen.

 

Frikadellen – immer wieder anders

Zutaten für 4 Portionen

Für den Kartoffelsalat:

  • 1 kg gekochte festkochende Kartoffeln (heiß gepellt)
  • 1 Zwiebel
  • ca. 250 ml kräftige Fleischbrühe
  • 2–3 EL Aceto Balsamico bianco
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer (Mühle)
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 TL Dijonsenf
  • Kräuter
  • Kürbiskernöl

Für die Frikadellen:

  • 1 Brötchen (vom Vortag)
  • 1 Zwiebel
  • ca. 6 EL Pflanzenöl
  • 500 g Rinderhack
  • 1 Ei

Nach Geschmack: rote Curry- oder Tandooripaste, Wasabi (Tube), Kräuter oder scharfer Senf (Maille), rosa Pfeffer, Chiliflocken, Salz, schwarzer Pfeffer (Mühle), Semmelbrösel.

Zubereitung

1. Kartoffeln in Scheiben schneiden, in eine Schüssel geben. Zwiebel schälen, sehr fein würfeln und in der Brühe erhitzen. Mit dem Essig über die Kartoffeln geben, salzen, pfeffern. 30 Minuten durchziehen lassen. Öl und Senf untermischen, Salat abschmecken.
2. Brötchen in warmem Wasser einweichen. Zwiebel schälen, fein würfeln. In 1 EL Öl glasig dünsten, abkühlen lassen.
3. Hack, ausgedrücktes Brötchen, Ei und Zwiebel mit den Knethaken des Handrührgeräts verkneten, nach Geschmack würzen. Frikadellen formen, in Semmelbröseln wälzen, im heißen Öl von jeder Seite ca. 5 Minuten braten. Mit Salat servieren, nach Geschmack etwas gehackte Kräuter und Kürbiskernöl dazugeben.

 
Schlagworte: