Tipps und Tricks

Pannenhilfe für Ihren Kuchen

Ein Besuch der Schwiegereltern steht an, aber der Kuchen will einfach nicht gelingen. Wir haben uns die gängigen Pannen angeschaut und tolle Erste-Hilfe-Tricks für Sie zusammengestellt, damit der Kuchen doch noch rechtzeitig zum Sonntagskaffee fertig wird.

Pannenhilfe - Wenn der Kuchen mal wieder einfach nicht funktionieren will Pannenhilfe für Ihren Kuchen © Hero Images/Corbis

Kuchen auftauen

Sie bekommen Besuch, aber finden keine Zeit, den Kuchen selbst zu backen? Dann backen Sie doch einfach im Voraus. Denn genau wie Brot lassen sich auch Kuchen und einige Torten gut einfrieren und wieder auftauen - wenn es mal schnell gehen muss. Besonders Hefe- und Rührkuchen sind ideal und schmecken aufgetaut mindestens genauso lecker und saftig wie frisch gebacken. Wichtig beim Kuchen haltbar machen ist die Verpackung. Um Gefrierbrand und Austrocknen zu vermeiden, eignen sich je nach Gefriergut Alufolie oder Gefrierbeutel.

Stückweise einfrieren

Apple Pie mit Almond-Oats-Crumble
Kleiner runder Kuchen mit Streuseln

Entdecken Sie das Rezept für saftigen Apfelkuchen mit einer Mandel-Haferflocken-Kruste.

Der Vorteil, wenn Sie einzelne Stücke einfrieren: Sie können die Stücke portionsweise verspeisen, ohne den ganzen Kuchen auftauen zu müssen. Einige Kuchen und Torten sind allerdings schlichtweg nicht
zum Einfrieren geeignet. So werden Puddingfüllungen oder Buttercreme-Torten wässrig, Kuchen mit Tortenguss oder Baiser absolut ungenießbar. Ebenso ungeeignet sind Kuchen und Torten mit Joghurt, Quark oder viel Sahne - die Kuchen flocken aus und sind unbrauchbar und leider absolut kein Genuss für Ihre Gäste.

Kuchen haltbar machen

Die eingefrorenen Kuchen und Torten sollten Sie in der Regel innerhalb von 2-3 Monaten verspeisen. Auftauen lassen sich die süßen Köstlichkeiten meist einfach über Nacht oder circa drei Stunden bei Zimmertemperatur ohne Verpackung, so entsteht kein Kondenswasser. Hefe- und Mürbeteiggebäck lassen sich auch im Backofen oder der Mikrowelle aufbacken. Aber Achtung: Austrocknungsgefahr!
 

Kuchen aus der Form lösen

Kuchenbacken ist immer eine Herzensangelegenheit und passiert mit viel Liebe. Umso ärgerlicher ist es, wenn der Kuchen nicht aus der Form kommen will. Oftmals löst sich nur die eine Hälfte und der Kuchen erinnert mehr an ein Krümel-Gulasch als an eine imposante und leckere Back-Kreation.

Gut einfetten

Mit unseren Tipps löst sich der Kuchen allerdings perfekt und rückstandslos aus der Form. Zuerst sollte die Back-Form ordentlich eingefettet werden. Tipp: Zusätzlich Paniermehl, geriebene Mandeln oder Semmelbrösel in die eingefettete Form geben. Man schmeckt es kaum und der Kuchen löst sich wie von selbst aus seinem Korsett.

Kuchen warm oder kalt herauslösen?

Ob man den Kuchen besser im warmen oder abgekühlten Zustand aus der Form lösen sollte, hängt von der verwendeten Kuchenform ab. Haben Sie den Kuchen in einer Springform gebacken und er klebt am Rand fest, so ist die Lösung ganz einfach: Fahren Sie mit einem spitzen Messer am Rand des noch warmen Kuchens entlang und lösen Sie ihn so von der Form. Bei Gugelhupf- oder Kastenformen hilft folgender Trick: Lassen Sie den Kuchen noch 15 Minuten im ausgeschalteten Ofen stehen. Danach weitere 15 Minuten bei Zimmertemperatur. Der Kuchen setzt sich so in die Form und lässt sich gut heraus stürzen. Damit alles zu perfekt funktioniert, noch ein kleiner Tipp: Ein nasses, kaltes Tuch auf den Formrücken legen und anschließend stürzen. 
 

Kuchen fällt zusammen

Wenn der Kuchen letzten Endes doch nicht aufgeht, war die ganze Mühe des Backens umsonst. Auch wenn Sie genau auf Zubereitung und Rezept geachtet haben, kann es vorkommen, dass der Kuchen in sich zusammenfällt. Dies ist besonders ärgerlich, wenn Sie unter Zeitdruck backen.

Deshalb fällt der Kuchen zusammen:

  • Ein Grund, dass Ihr Kuchen wieder einmal an Volumen verliert, ist die Temperatur der Zutaten. Die ideale Vermisch-Temperatur der Kuchen-Komponenten ist keine geringere als die Zimmertemperatur. Nur wenn Butter, Margarine, Milch und Co. Raumtemperatur haben können die Zutaten ideal zu einer glatten Masse vermischt werden - was für das Gelingen des Kuchens unbedingt notwendig ist.
  • Wichtig ist auch das Unterheben der Zutaten. Ist das Eiweiß nicht optimal steif geschlagen und werden die Zutaten nicht korrekt und zügig unter den Teig gehoben (das Mehl beispielsweise einfach hinzugegeben anstatt eingesiebt), verliert der Teig sein Volumen - welches auch durch das Backen nicht zurückkommt. 
  • Luftiger Joghurtkuchen
    Kuchen mit Joghurt

    Joghurtkuchen eignen sich hervorragend für einen warmen Sommertag.

    Wurde der Teig zu lange gerührt, verliert er ebenso an Volumen und Luft. Der Kuchen wird dann nicht so fluffig, wie Sie es gerne hätten, sondern erinnert eher an einen robusten Stein.
  • Ein ebenso guter Grund könnte sein, dass Ihr Ofen ungleichmässig oder zu wenig heizt. Überprüfen Sie gerade bei älteren Backöfen die Temperatur bei Umluft und Ober-/Unterhitze mit einem Thermometer. Ein neuer Backofen, falls Ihrer ausgedient hat, erspart Ihnen Zeit - und vor allem Nerven.
  • Der größte Fehler allerdings ist das Öffnen des Ofens während der Backzeit. Eine Faustregel besagt, dass der Backofen in den ersten 20 Minuten unter keinen Umständen geöffnet werden sollte, wenn der Kuchen gelingen soll. Öffnen Sie den Backofen nur so selten wie möglich und verhindern Sie so einen "kalten Zug" auf den schönen Kuchen. Lassen Sie ihn nach Ablauf der Backzeit lieber noch bei angelehnter Ofentür etwas abkühlen und nachziehen.

Kuchen ist nicht ganz durch

Das ist jedem Bäcker mindestens einmal in seiner Back-Laufbahn passiert: Der Kuchen sieht von außen toll aus, riecht köstlich und hat die perfekte Farbe. Nach dem Abkühlen kommt das Anschneiden - und dann die traurige Erkenntnis: Der Kuchen ist im Inneren noch roh.
Eine gute Möglichkeit, die Konsistenz des Kuchens noch im Ofen zu testen, ist der "Zahnstochertrick". Hierzu einfach mit einem Zahnstocher in die höchste Stelle des Kuchens einstechen und den Holzspieß wieder herausziehen. Wenn kein Teig am Zahnstocher kleben bleibt, ist der Kuchen durch.

Nachbacken

Aber was tun, wenn Sie den Kuchen bereits aus dem Ofen genommen haben? Die einzige Möglichkeit, das Backwerk zu retten, ist das "Nachbacken". Einfach den Kuchen nochmals in den Ofen stellen. Damit er nicht verbrennt, sollten Sie ihn mit Alufolie abdecken und nach etwa zehn Minuten nochmals die Zahnstocherprobe durchführen.
Wichtig: Wenn der Kuchen bereits komplett abgekühlt ist und sich gesetzt hat, ist der im Kern noch rohe Kuchen leider nicht mehr zu retten. Da hilft nur noch ein neuer Versuch.
 
Damit Sie unsere Tricks direkt anwenden können und Ihre Liebsten mit tollen Kuchen und Torten verwöhnen können, haben wir in unserem Back-Special viele tolle Rezepte zum Nachbacken für Sie. Wir wünschen gutes Gelingen!
 
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Autor:
Leonie Panzer