Crouffins

Freitag, 27. November 2015 - 10:08

Gewürze gegen Weihnachts-Stress

Ohne Gewürze wäre Weihnachten nur halb so schön - und Weihnachtsgebäck nur halb so lecker! Aber wusstet ihr schon von der entspannenden und aufheiternden Wirkung mancher Gewürze?

Anis, Zimt, Kardamom Gewürze gegen Weihnachts-Stress © seasons.agency / Gräfe & Unzer Verlag / Einwanger, Klaus-Maria

Ich liebe die Weihnachtszeit. Überall duftet es nach Lebkuchen, Tannennadeln, die Lichter leuchten geheimnisvoll und die weihnachtlichen Köstlichkeiten schmecken in der kalten Jahreszeit herrlich.

Iris Lange-Fricke

Iris Lange-Fricke ist Ernährungsberaterin, Foodstylistin und kreiert leckere Rezepte, die der Seele schmeicheln und rundum guttun.

Weihnachtszeit bedeutet für mich wie für viele andere Menschen leider auch Einkaufsstress, viel Arbeit kurz vor der besinnlichen Zeit, wenig Licht und graue Tage. Das kann schnell zu Verspannungen und zu schlechter Laune sowie negativer Stimmung führen. In dieser Zeit gönne ich mir regelmäßig Auszeiten mit Yoga, Entspannungs- und Atemübungen. Das beruhigt mich, entspannt meine angestrengten Nerven und baut meinen Stress ab. Die Entspannung unterstütze ich außerdem mit der passenden Ernährung. Ich koche Gerichte die mich erden. Da gehören Wurzelgemüse, Kartoffeln und Kürbis dazu. Die Speisen würzen ich mit Gewürzen und Kräutern die eine beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung haben. Auch Heißgetränke mit Gewürzen kommen auf meinen Tisch und sorgen so für Wärme und gute Laune.

Gewürze gehören bei mir immer beim Kochen dazu. Sie geben den Speisen eine besondere Note und haben schon beim Riechen eine entspannende oder aktivierende Wirkung.

Werden sie in den Gerichten gegessen, können sie ein wohliges, warmes und entspanntes Gefühl auslösen. Das liegt an den ätherischen Ölen, die auch im Essen diese Wirkung abgeben können. So kann das süßlich sinnliche Aroma der Vanille beruhigend auf unsere Nerven wirken. Der leichte Duft von Lavendel wirkt nachweislich stimmungsaufhellend und Zimt wurde bereits im Altertum wegen seiner heilenden Wirkung eingesetzt. Auch gegen Stress, der durch mentale Überlastung entstehen kann, können Gewürze helfen. Die belebende Frische der Pfefferminze sorgt für einen klareren Geist und neue Energie. Das im Sternanis enthaltene ätherische Öl wirkt Übelkeit und Magenbeschwerden, den typischen Begleiterscheinungen von Stress entgegen und macht zudem fette, gehaltvolle oder scharfe Speisen bekömmlicher. Die antibakteriellen, antibiotischen Eigenschaften des Thymians unterstützen die Abwehr ihres Körpers, Kurkuma wirkt zellschützend und Koriander unterstützend beim Ausschleusen von Giftstoffen. Und ein leichter Hauch von süßer Vanille macht wieder gute Laune.

Hier etwas mehr zu meinen Lieblingsgewürzen, die entspannend, gegen Stress und stimmungsaufhellend wirken können:

Vanille

Der schwarze Inhalt der Vanilleschote hat ein süßliches, sinnliches Aroma. Vanille wirkt auf Nerven beruhigend und appetithemmend. Zudem soll es erfrischend und leistungsfördernd sein. Vanille, am besten frisch aus der Schote, schmeckt nicht nur in Joghurt oder Pudding. Ein Hauch Vanille passt auch zu Ofengemüse, in milden Currys, in samtige Gemüsesuppen mit Linsen und Kichererbsen.

Zimt

Die enthaltenen ätherischen Öle der Zimtrinde fördern die Speichel- und Magensaftproduktion und damit die Verdauung. Zimt wirkt außerdem beruhigend und wärmend. In Desserts, Frühstücksbreien und Getränken aber auch bei wärmenden Speisen mit einem indischen oder orientalischen Einschlag gibt Zimt ein besonderes Aroma. Ich gebe immer eine Prise Zimt in Gulasch oder in meinem morgendlichen Haferporridge für einen runden Geschmack.

Lavendel

Durch das süßlich blumige Aroma bekommen die Speisen einen ganz besonderen Geschmack. Neben dem Aroma hat Lavendel eine heilende Wirkung. Es wirkt beruhigend, entspannend, entzündungshemmend und krampflösend. Lavendel fördert den Schlaf und wirkt gegen Verspannungen. Das Kraut schmeckt in süßen Speisen und auch zu Tofu, mediterranen Gemüse und Linsengemüse mit etwas Zitrone und Spinat.

Piment

Aromen von Muskat, Nelke, Zimt und Pfeffer sind in den braunen Kügelchen vereint. So kommt auch der Name Allspice. Piment wirkt belebend, verdauungsfördernd und gegen Blähungen. Durch den vielseitigen Geschmack kann Piment entsprechend vielfältig verwendet werden. Er schmeckt natürlich im Punsch und Gepäck, aber auch richtig gut zu Süßkartoffeln, Rote Bete oder Kürbis.

Sternanis

Der intensiv warm-süßlich lakritzartige Duft, erinnert an Anis und Fenchel. Das Aroma von Sternanis ist feiner, süßlich und leicht herb. Sternanis wirkt durch die ätherischen Ölen bei Magen-Darm-Beschwerden und krampflösend. Durch die nette Optik sieht das Gewürz gut in Heißgetränken, Getreidegerichten und Gemüsepfannen aus und schmeckt schön aromatisch.

Tipp: Werden die Gewürze vor der Verarbeitung in einer Pfanne trocken angeröstet verströmen die Duftstoffe ein herrliches Aroma in der Küche. So kann man in dem Duft schon schwelgen und die Geschmackskraft der Würzmittel verstärkt sich. Beim Mörsern der ganzen Samen erwachen die ätherischen Öle die im Inneren der Samen schlummern und werden freigesetzt. So kommt noch mehr Geschmack und Power ins Essen. Und ganz nebenbei stimulieren wir unsere Sinne.

Für noch mehr Entspannung und Stressabbau gibt es zahlreiche Zutaten die in Kombination mit den Gewürzen Ihre Nerven beruhigen und die Stimmung aufhellen können. So sorgen die komplexen Kohlenhydraten der Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Gemüse und Haferflocken für eine ausbalancierten Blutzuckerspiegel, verhindern eine Unterzuckerung, schützen vor Heißhunger und entsprechend schlechter Laune. Darüber hinaus haben Kohlenhydrate eine entspannte und regenerierende Wirkung, da diese Kohlenhydrate die Gute-Laune-Aminosäure Tryptophan ins Gehirn transportiert. Es wird da zu Serotonin umgewandelt. Das „Glückshormon“ sorgt für gute Stimmung und Entspannung. Gute Tryptophanquellen sind auch Cashewkerne, Mohn, Sojabohnen und Bananen. Außerdem liefern Bananen und Trockenfrüchte viel Kalium. Das Mineral senkt den Blutdruck und wirkt ausgleichend. Auch Folsäure holt Sie aus dem Stimmungstief, denn es ist entscheidend an der Produktion von Neurotransmittern wie Dopamin und Serotonin beteiligt. Enthalten ist Folsäure in Kichererbsen, Tomaten und grünem Gemüse. Auch das Magnesium, das in Bananen, Kakao, Hülsenfrüchten, Ananas, Aprikosen und Vollkornprodukten steckt, dämpft die Folgen von Stresshormonen wie Kortisol und wirkt so gegen Anspannung und Nervosität. Bananen sind wegen dem enthaltenen Magnesium echte Stresskiller.

Mehr Rezepte und Tipps sind im Buch „Yoga Kitchen“ von Iris Lange-Fricke und Nicole Reese, Trias Verlag, zu finden.