Crouffins

Dienstag, 2. Februar 2016 - 10:12

Kleine Warenkunde: Litschis

Traut euch! Probiert Litschis! Kerstin sagt, warum.

Litschis Kleine Warenkunde: Litschis © intophoto

Vielleicht geht ihr in der Gemüseabteilung auch eher an den kleinen eiförmigen, rötlich-altrosa genoppten Früchten vorbei, denkt noch, was ist das denn oder was mache ich denn damit? Und schon ist man vorbei... Aber halt, zurück mit euch! Das sind frische Litschis, die man jetzt überall erblickt. Und die haben rein nichts mit den süßen Dosen-Litschis zu tun. 

Kerstin Görn

Kerstin ist stellvertretende Foodchefin der Zeitschrift FÜR SIE und bringt immer viele Ideen von ihren Reisen mit. Ihr Motto: Fertig gekochte Gerichte mit frischen Zutaten toppen!

Wenn man die Frischen einmal probiert habt, weiß man erst, wie sie richtig schmecken. Sie sind von „Haus“ aus schon super süß-saftig, dass sie gar keinen Zucker brauchen.

Die „Dose“ kommt aber nicht ohne aus. Und das ist schade. Also, greift zu und ab in den Wagen.

Am besten, ihr nehmt nicht zu wenig, denn Schale und Kern wiegen. Vom Fruchtfleisch bleibt nur gut die Hälfte übrig.

Ran an den süßen „Speck“!

Und wie kommt man nun an das Fruchtfleisch?

Salat aus Litschis

Exotisch und frisch: Mein Rezept für Litschi-Salat

Tja, die Schale ist ja recht fest, leicht ledrig und stabil. Hat man den Trick aber erst mal raus, geht alles ganz einfach: Zuerst mit einem spitzen, scharfen Küchenmesser unten am kleinen Stielansatz einen kleinen „Teller“ abschneiden. Dann mit Hilfe der Spitze des Messers, Daumen und Fingern wie ein Ei pellen – Trara, hervor kommt das perlmuttschimmernde, weiße Fruchtfleisch. Jetzt nur noch den Kern entfernen. Dafür die Frucht einmal längs einschneiden, mit den Daumen entlang des Kerns „fühlen“, dabei rundherum lösen und „aufklappen“. Kern herauslösen, indem man ihn nach unten hin wegzieht.

Am besten, ihr macht es über einer Schüssel, damit der Fruchtsaft aufgefangen wird. Bloß nicht das Fruchtfleisch am Kern entlang abschneiden. Das ist viel zu mühselig und die Enttäuschung groß. Denn es bleibt viel zu viel Fruchtfleisch dran. Und man hat nur kleine Schnipsel!

Nur mit rötlichem „Kleidchen“

Wichtig: Litschis sind nur reif, wenn sie die typische altrosa-rötliche Farbe haben. Sollten auch gelblich-grünliche Modelle mit in der Minikiste, in der sie angeboten werden, sein, liegenlassen. Denn Litschis reifen nicht nach....

Sind durabel 

Litschis können im Kühlschrank ca. 1 Woche aufbewahrt werden, in der Küche 1-2 Tage bei Zimmertemperatur. Ich finde aber, man sollte sie möglichst schnell nach dem Einkauf „knacken“. Sonst schlummern sie so dahin, verlieren Aroma und Vitamine, am Ende werden sie noch vergessen!

Praktisch: Durch ihre feste Schale behalten sie gut die Form, sind nicht so druckempfindlich. Das innere „Weißgold“ bleibt so gut geschützt.

Der Aha-Effekt

Das Schöne daran, frische Litschis lieben Obstsalat, sind aber auch super zu pikanten, z. B. asiatischen Gerichten, wie Bratreis oder –nudeln, mit Gemüse und Garnelen oder Hähnchenfleisch. Das kühle Etwas mit würzigen Hotpots genießen – genial! Ich liebe auch Mango-Chilisalat zu gebackenem Hähnchen. Man kann das Litschifleisch, z. B. im Curry, auch kurz mitkochen, ich finde es aber zu schade. Lieber leicht scharf, mit Kräutern verfeinert, abschmecken und dazu essen. Denn wenn das Fruchtfleisch zu lange mitkocht, wird es leicht fest und zäh. Dann war alles verlorene Liebesmüh. Also, probiert sie schnell, jetzt lachen sie euch überall an, zum guten Preis. Und ich verrate euch morgen meinen Lieblings-Litschi-Salat, den ich das erste Mal in Brighton im vegetarischen Restaurant „Terre à Terre“ gegessen habe und zuhause sofort nachmachen musste. Jetzt ist er zu unserem ständigen Begleiter geworden, gerade an Weihnachten habe ich ihn zum Fondue serviert. Meine familiy war begeistert.