Crouffins

Donnerstag, 9. April 2015 - 9:04

Frischer Spargel - direkt vom Feld

Spargelstechen im Selbstversuch - und warum wir am Abend noch dringend was Süßes brauchten... 

Spargelstechen Frischer Spargel - direkt vom Feld © jalag-syndication.de

Schon mal selbst Spargel geerntet?, fragt unsere Chefredakteurin bei der Konfi für die Frühjahrs-Themen. Kerstin und ich tauschen einen Seiten-Blick: „neiiin“. Aber unter uns: spannende Idee! Zurück am Schreibtisch machen wir kurzerhand ein Date bei einem der größten Anbauer im Alten Land: dem Spargelhof Werner.

Brigitte Kesenheimer

Brigitte ist Food-Chefin der Zeitschrift FÜR SIE und probiert total gerne Neuheiten (egal ob Produkte oder Restaurants). Ihre Kollegen freuen sich immer über ihre schnellen, unkomplizierten Rezepte für den Feierabend

„Da müssen Sie aber schon früh kommen. Den weißen Spargel stechen wir nur morgens, damit sich die Spitzen nicht verfärben“, gibt uns der Chef, Christoph Werner, vor. Also packen wir unsere Gartenhandschuhe und Gummistiefel ein und machen uns auf den Weg in Richtung Stade.

Eins kann ich euch vorab schon verraten: das ist nichts für Leute mit Rücken! Vor uns riesige Felder mit lauter kleinen Wällen, die von einer dicken Folie bedeckt sind. Und darunter ruhen sie: die weißen Stangen, die Kerstin und ich endlich mal selbst ernten (sorry, „stechen“ sagen ja die Profis) dürfen.

Ernte

Ganz schön anstrengend: Brigitte beim Spargelstechen.

Erst wuchten wir die dicke schwarze Plastikfolie hoch. Da, wo kleine weiße Spitzen aus dem Wall gucken, buddeln wir mit Zeige- und Mittelfinger so lange an der Spargelstange entlang, bis wir bis zum Ellenbogen drinhängen. Dann vorsichtig das Stechmesser mit der kleinen runden Einbuchtung um die Stange legen und – fest zustechen. Upps, beim ersten Mal bricht leider der Spargel ab. Beim zweiten Mal grabe ich eine Mini-Stange mit aus (die ist hin). Erst beim dritten Versuch halte ich eine, wie ich finde, 1a-Spargelstange in der Hand. Yippii! Jetzt noch das Loch wieder schließen und Folie runter.

Schon nach einer halben Stunde ruft der Rücken – hallo mach mal langsam. Aber trotzdem: läuft... Allerdings nicht so gut wie beim Ernte-Trupp hinter uns. Die Männer sind inzwischen schon zweimal den Acker rauf und runter. Laden kistenweise den weißen Schatz ab. Und kichern jedesmal, wenn sie die verkrüppelten Exemplare sehen, die wir stolz hochhalten. Aber wir haben Werk-Stolz. Auch wenn unsere Schätze im Verkauf leider nur als „Bruch“ durchgehen.

Da es keine „Selbststech-Felder“ für Spargel gibt, verrät uns Christoph Werner noch den ultimativen Frische-Check für den Spargel-Kauf:

1. Wenn sich die Stangen leicht verbiegen lassen – liegen lassen!

2. Die Schnittfläche unten sollten noch schön saftig sein.

3. Die Schale darf noch keine bräunlichen „Altersflecken“ haben.

 

Zur Belohnung wollen wir uns dann was ganz Besonderes kochen – aber so, dass man nicht nicht sieht, dass die Stangen teilweise abgebrochen sind. Für uns ein toller Abschluss eines spannenden Ausflugs.

Hier findet ihr das Rezept für karamellisierten Vanille-Spargel mit marinierten Erdbeeren.

Wichtige Tipps zum Kauf: wie erkenne ich frischen Spargel