Crouffins

Donnerstag, 28. Januar 2016 - 10:09

Schoko-Berliner selber machen

Egal ob Jeck oder nicht - Berliner schmecken einfach jedem! Kerstins Lieblingsrezept kommt noch mit einer extravaganten Füllung daher: Baileys-Nougat-Creme.

Berliner mit Schokoguss und bunten Streuseln Schoko-Berliner selber machen © intophoto

Helau, Alaaf - na ja, wir hier im Norden sind ja nicht so Karnelvals- oder Faschings-Jeck. Aber nachdem mein Vater 5 Jahre in Bonn gearbeitet hatte, dudelte der Fernseher zur Karnevalszeit plötzlich den ganzen Tag, mit Umzügen, Büttenreden etc. Meine Geschwister und ich konnten das nicht so ganz nachvollziehen, was plötzlich mit Papa passiert war. Fasching in der Schule, ok, mit Kostümen, Kuchen und Brause, aber dieser ganze Lärm, das war neu!

Kerstin Görn

Kerstin ist stellvertretende Foodchefin der Zeitschrift FÜR SIE und bringt immer viele Ideen von ihren Reisen mit. Ihr Motto: Fertig gekochte Gerichte mit frischen Zutaten toppen!

Von Jahr zu Jahr gewöhnten wir uns daran und als ich dann meine beste Freundin Bärbel in Bonn-Oberkassel zu dieser Jeckenzeit besuchte, war ich ja schon eingeweiht....

Mit ihr und ihren Bonner Freundinnen zogen wir dann auch durch die Kneipen, wo es ständig trällerte: „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei...“ - uff, das war eine Herausforderung, aber mit ein paar Gläschen sang ich brüllend mit! Lustig war´s schon, mittags waren wir als „Hexen“ losgezogen, mit Maske und langem Rock. Darunter natürlich Jeans und Pullover, ist ja mächtig kalt in dieser Zeit. Ab in die Menge zu den Wagen. Dazu immer Kamelle, Kamelle. Am besten war das „Männer-Erschrecken“, da sie nicht wussten, wer sich beim Heranpirschen hinter der Maske verbarg. Ein Mordsgaudi, ich habe hinter der Maske köstlich gelacht.

Nun aber Spaß beiseite, jetzt geht´s ans Berliner backen. Denn Fettgebackenes gehört an diesen „tollen“ Tagen einfach dazu. Angeblich, um vor der Fastenzeit noch einmal richtig zuzuschlagen. Denn Eier und Fett waren in der Fastenzeit tabu, konnten aber auch nicht 6 Wochen gelagert werden und so mussten sie vor Aschermittwoch verbraucht werden.

Rheinische Mutzen

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Berliner, Kreppel, Krapfen, Pfannkuchen, Fasnetküchle – egal, diese sind die Besten. Ich habe sie nämlich mit „angeschickertem“ Nougat gefüllt, natürlich könnt ihr einen auch mit Senf füllen. Warum diese Tradition? Weiß ich eigentlich auch nicht. Ich kenne es von Silvester, da essen wir hier im Norden ordentlich Berliner. Wenn ihr es macht, nichts verraten, sonst traut sich keiner, einen zu nehmen oder reinzubeißen... Und das wäre zu schade für diese köstlichen, superfrischen Teilchen.

Wichtig, bevor ihr anfangt: Die spezielle Spritztülle zum Füllen von Berlinern kaufen. Sonst klappt´s nicht mit dem Innenleben...

Das Rezept für meine Berliner

Für ca. 15 Stück

Für den Teig

  • 500 g Mehl
  • 1 Würfel Hefe
  • 50 g Zucker
  • 100 ml lauwarme Milch
  • 2 Eier
  • 3 Eigelb
  • ½ TL Vanillepulver (Gläschen)
  • 60 g weiche Butter
  • abgeriebene Schale von ½ Bio-Zitrone
  • 1 Prise Salz

Für die Füllung

  • 200 g Nussnougat
  • 180 ml Whiskey-Sahnelikör (Baileys)

Außerdem

  • ca. 1,5 l Pflanzenöl (z. B. Maizola)
  • ca. 2 Fläschchen Kuchenglasur (z. B. Lindt Choco, à 200 g)
  • Dekor-Konfetti (Dr. Oetker)
  • Schokoraspel

Zubereitung

  1. Zuerst für die Füllung Nougat in eine Metallschüssel oder in einen Schlagkessel geben und über heißem Wasserbad schmelzen. Likör zugießen, unterrühren. Schüssel vom Wasserbad nehmen, Masse abkühlen lassen. Zwischendurch umrühren. Nicht kalt stellen.
  2. Mehl in eine Rührschüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken. Hefe hineinbröseln, 1 TL Zucker daraufstreuen. Lauwarme Milch daraufgießen, mit einer Gabel verrühren. Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken. Diesen Vorteig 15 Minuten am warmen Ort gehen lassen.
  3. Eier, Eigelbe, Rest Zucker, Vanille, Butter in Flöckchen, Zitronenschale und Salz zugeben. Alles mit den Knethaken des Handrührgerätes zum glatten Teig verkneten. Auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und zur Kugel formen. Wieder in die Schüssel legen, oben kreuzweise mit der Küchenschere einschneiden. Schüssel wieder mit Folie abdecken und am warmen Ort weitere 15 Minuten gehen lassen.
  4. Teig herausnehmen, kurz mit den Händen durchkneten und in der Schüssel abgedeckt nochmals 15 Minuten gehen lassen.
  5. Teig auf bemehlter Fläche ca. 1,5 cm dick ausrollen. Mit einem Glas oder rundem Metallausstecher (5-6 cm ∅) Kreise ausstechen. Diese auf ein bemehltes Geschirrhandtuch legen. Teigreste verkneten, erneut ausstechen. Kreise mit einem Tuch abdecken und ca. 1 Stunde am warmen Ort gehen lassen.
  6. Öl im großen, breiten Topf erhitzen, nicht zu heiß werden lassen. Am besten testen: Wenn beim Eintauchen eines Holz-Kochlöffelstiels kleine Bläschen daran hochkrabbeln, ist es richtig. Dann portionsweise die Teigkreise einzeln vorsichtig hineingleiten lassen. Nicht zu viele auf einmal, sie gehen beim Ausbacken noch gut auf. Von jeder Seite 1-2 Minuten frittieren. Während des Backens die Teigkreise zweimal wenden. So entsteht der typische weiße Rand in der Mitte.
  7. Berliner mit einer Schaumkelle herausheben, abtropfen lassen und nebeneinander auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  8. Füllung in einen Spritzbeutel mit Spritztülle für Berliner geben. Die noch warmen Berliner damit seitlich einstechen und die Füllung langsam hineinspritzen. 8. Kuchenglasur nach Packungsanweisung im heißen Wasser schmelzen, In ein Schüsselchen geben. Berliner mit einer Seite hineintauchen, etwas abtropfen lassen. Auf ein Tablett geben, mit Konfetti und Schokoraspeln bestreuen. Guss fest werden lassen.