Crouffins

Mittwoch, 3. Juni 2015 - 9:19

Die perfekte Zitronenrolle

Zitronenrolle, das ist für mich Kindheit pur. Noch heute liebe ich diese Kombi aus frischer Sahnecreme, eingebettet in luftig-lockerem Teig, je fluffiger, desto besser. Und ich finde, sie schmeckt sooo leicht!

Zitronenrolle in Scheiben geschnitten Die perfekte Zitronenrolle © seasons.agency

Sonntags gab´s bei uns meist selbstgebackenen Kuchen, mein Favorit: eine Scheibe Zitronenrolle. Sie sah nicht nur schön aus, sondern schmeckte einfach himmlisch. Augen zu, im Munde zergehen lassen. Hmm, so soft! Ich gerate gerade schon wieder ins Schwärmen! Wenn sie keine Zeit zum Backen hatte, gab´s auch schon mal ein Zitronenomelette vom Bäcker, aber das war nicht das Gleiche... Meine Mutter machte den Biskuit ganz klassisch mit getrennten Eiern, wo der Eischnee für die Luftigkeit sorgte. Wenn man ihn mit dem Handrührgerät macht, ist es wahrscheinlich auch sicherer, damit er schön locker wird.

Schlagen, schlagen und nochmal schlagen

Kerstin Görn

Kerstin ist stellvertretende Foodchefin der Zeitschrift FÜR SIE und bringt immer viele Ideen von ihren Reisen mit. Ihr Motto: Fertig gekochte Gerichte mit frischen Zutaten toppen!

Ich mache die Biskuitmasse immer in der Küchenmaschine. Einfach Eier rein, etwas heißes Wasser dazu und los geht’s. Jetzt schlägt sie alles super schaumig, das heiße Wasser verbindet die Eier optimal - ein bisschen wie im Wasserbad. So wird alles schön schaumig, hell-cremig. Das Gute: Man bekommt keinen lahmen Arm, denn einige Minuten sollte die Masse schon schlagen. Und das macht sie jetzt von ganz allein. In der Schlagzeit messe ich entspannt die restlichen Zutaten, wie Zucker und Mehl ab. Ich brauche bei dieser Methode kein Backpulver! ...Und immer schön weiterschlagen! Nun Zucker einrieseln lassen, ich nehme immer feinsten Zucker. Und ...immer noch schlagen, damit sich der Zucker auflöst. Jetzt kommt das Zweitwichtigste: Maschine ausschalten, Mehlmenge über die Masse sieben - leicht sinkt sie in die schaumige Masse... Nicht schlagen, nicht rühren, nur mit einem Schneebesen locker von oben nach unten durchfahren, damit die Masse nicht zusammenfällt. Manchmal denkt man, oh, sind da Klümpchen? Aber noch ein-, zweimal durch und es passt.

Biskuit braucht schnell Hitze

Biskuitmasse muss sofort verarbeitet werden, sonst fällt sie zusammen, und alles war für die Katz. Also immer Blech, Springform vorbereiten, Ofen vorheizen. Nie in den kalten Ofen schieben. Biskuit braucht schnell Hitze. Und wer jetzt mit mir im siebten Himmel schweben will, muss meine Rolle backen. Als kleinen Frischekick bestreiche ich die Biskuitplatte vor dem Füllen schon mal mit Marmelade oder Lemoncurd.

Das Rezept für die Zitronenrolle

Das braucht ihr:

Für den Biskuit:

  • 4 Eier (Größe M)
  • 2 EL heißes Wasser
  • 125 g feinster Zucker
  • 125 g Mehl

Für die Füllung:

  • 400 g Sahne
  • 2 Beutel Gelatine fix (à 15 g, Dr. Oetker)
  • 150 g Vollmilchjoghurt
  • abgeriebene Schale und Saft (4 EL) von 1 Bio-Zitrone
  • 50 g Puderzucker
  • 150 g Lemoncurd (englischer Zitronenaufstrich im Glas, Zimmertemperatur, zu finden bei den Konfitüren - oder einfach selber machen)

Außerdem:

  • Zucker für das Geschirrtuch
  • Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

  1. Zuerst den Ofen auf 180 Grad vorheizen, das Backblech mit Backpapier belegen. Eier und Wasser 2 Minuten schaumig schlagen. Dann unter Weiterschlagen Zucker einrieseln lassen. Und noch 2-3 Minuten weiterschlagen, damit alles schön luftig und hell-cremig wird. Mehl darübersieben, mit einem großen Schneebesen locker und sanft unterheben, nicht schlagen.
  2. Biskuitmasse sofort auf das vorbereitete Blech geben. Mit einem Teigschaber zu den Rändern hin verstreichen. Die Oberfläche muss nicht perfekt glatt sein. Also, nicht zu lange rumtüdeln, damit die Luftigkeit bleibt.
  3. Im heißen Ofen in der Mitte 15-17 Minuten backen. Inzwischen ein sauberes Geschirrtuch auf der Arbeitsfläche ausbreiten und mit Zucker bestreuen. Dann das Blech aus dem Ofen holen, gebackene Biskuitplatte auf das vorbereitete Tuch stürzen. Das Backpapier vorsichtig und nicht zu schnell von einer Ecke aus abziehen. Hmm wie das duftet, ich liebe diesen Geruch nach gebackenem Biskuit, einfach genial, nicht zu beschreiben, aber ich glaube, ihr wisst schon, was ich meine...
  4. Biskuitplatte mit einem weiteren feuchten Geschirrtuch abdecken, auskühlen lassen. So bleibt die Platte schön elastisch und geht prima zu formen. Meine Freundin Sabine rollt die Platte nach dem Entfernen des Papiers gleich auf, damit sie beim Abkühlen schon mal die Rollenform annimmt. Für mich ist sie so schlechter zu füllen. Ich finde die Idee mit dem feuchten Tuch viel praktischer.
  5. Lemoncurd glatt rühren. Das feuchte Tuch von der Biskuitplatte nehmen, Platte damit bestreichen. Das geht am besten mit einem Messer oder einer Kuchenpalette.
  6. Sahne steif schlagen, dabei 1 Beutel Gelatine fix einstreuen. Dann Joghurt, Zitronenschale und –saft glatt rühren und den zweiten Beutel Gelatine fix mit den Rührbesen des Handrührgerätes 1 Minute unterschlagen. Geschlagene Sahne mit dem Schneebesen unterheben, dann den Puderzucker darübersieben und kurz untermischen. Ich finde die „Blitz-Gelatine“ genial, geht super schnell, Einweichen und Auflösen entfällt. Wichtig ist nur, dass der Zucker immer erst zum Schluss zugegeben wird.
  7. Creme sofort auf der bestrichenen Platte verteilen, dabei ringsherum einen Rand frei lassen. Platte von der Längsseite aus mithilfe des gezuckerten Tuches langsam aufrollen. Mit der „Naht“ nach unten auf eine Kuchenplatte oder ein Tablett rollen, mindestens 4 Stunden kalt stellen. Zum Servieren mit Puderzucker bestäuben und in Stücke schneiden. Bon appétit! Vielleicht esse ich heute mal zwei....

Eine Biskuitrolle kann man übrigens auch prima mit Erdbeeren füllen. Das Rezept für die Erdbeer-Biskuitrolle findet ihr hier>>