Crouffins

Freitag, 21. August 2015 - 9:06

Himmlische Pavlova mit Brombeeren

Eine wunderbare Vereinigung aus zuckersüßem Eiweiß und saftigen Beeren. Kerstin verrät euch, wie ihr kinderleicht eine leckere Pavlova zaubert.

Pavlova mit Sahne und Brombeeren Himmlische Pavlova mit Brombeeren © intophoto

Das erste Mal hörte ich 2000 von einer Pavlova in Australien im Ort Margaret River im Restaurant Vat 107. Dort gab es als Dessert „Berry-Pavlova“. Klang interessant, konnte mir aber nichts drunter vorstellen. Als ich fragte, fingen sie an, es mir zu beschreiben. „Like clouds in the sky, so sweet and delicious. Very famous, you must try“. „Ok“!? sagte ich, „I try“. „Aber warum Pavlova", fragte ich mich.

So zart wie eine Balletttänzerin

Des Rätsels Lösung nach einigem hin und her: Eine Erfindung zu Ehren der russischen Ballett-Diva Anna Pavlova, die um 1927 herum Gastauftritte, sowohl in Australien als auch in Neuseeland hatte. Und mit ihrem weißen Tütü angeblich so zart und grazil wie ein Wölckchen über die Bühne schwebte. Welches Land letztendlich die Pavlova kreiert hat, darüber scheiden sich die Geister. Egal, serviert wurde ein Kunstwerk aus Baiserboden mit weichem Kern, Sahnehaube und einem „Berg“ gemischten Beeren. Einfach himmlisch, nein göttlich! Seitdem gehört die Pavlova zu meinen Lieblingstorten. Und ich glaube, sie rutscht bei Eurer Tortenhitparade demnächst auch auf Platz 1.

Profi-Tipps

Kerstin Görn

Kerstin ist stellvertretende Foodchefin der Zeitschrift FÜR SIE und bringt immer viele Ideen von ihren Reisen mit. Ihr Motto: Fertig gekochte Gerichte mit frischen Zutaten toppen!

Am besten die Böden schon 1 Tag vorher backen. Denn sie brauchen etwas Zeit. Wichtig für gutes Gelingen ist das lange Schlagen der Eiweiße, erst allein, dann mit dem Zucker. Und das Backen, was eher ein Trocknen ist, dauert ebenfalls. Sie sind im Inneren noch etwas weich, müssen aber auch nicht so fest und trocken sein, wie beim normalen Baiser. Während der Backzeit reißen die Böden etwas auf, das ist ok, das zeichnet eine Pavlova aus. Dann mit einem Geschirrtuch abgedeckt bei Zimmertemperatur aufbewahren. Kurz bevor die Freunde kommen, muss man nur noch die Sahnefüllung zubereiten (nur wenig süßen) und mit den Beeren darauf geben. Fertig. Echt easy.

Ein weiteres Plus: Sie lässt sich super variieren! Unter die Sahne kann man, je nach Frucht-Topping, die passende Konfitüre locker mischen. Oder Lemoncurd nehmen. Auch noch Joghurt, Schmand oder Mascarpone, evtl. auch Kokoscreme, unterrühren. Dann vorher glatt rühren. Mit Fruchtpüree schmeckt´s auch lecker, z. B. aus Himbeeren. Das Fruchtfleisch von Granatäpfeln oder Passionsfrüchten als Topping verwenden. Ihr merkt, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe gleich mehrere Böden gebacken, mit Füllung und Beeren geschichtet (für eine Geburtstagsfeier gleich 3 auf einen Streich). Dieser „tanzende“ Turm lässt die Herzen der Gäste „gannnz hoch“ schlagen! Fast zu schade, sie anzuschneiden....

Das Rezept für die Pavlova mit Brombeeren

Für 6 Stücke

Für die Baisermasse:

  • 6 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 400 g feinster Zucker
  • ca. ½ TL gemahlener Kardamom
  • 1 TL Vanillepulver
  • 1 TL Weißwein-Essig
  • 1 TL Speisestärke

Für die Füllung

  • 500 g Sahne
  • 1 TL feinster Zucker
  • abgeriebene Schale von ½ Bio-Zitrone
  • 1 TL Vanillepulver
  • 2 TL Brombeer-Schwarze
  • Johannisbeerkonfitüre (d`arbo)

Für das Frucht-Topping

  • 400 g Brombeeren
  • 2-3 TL Brombeer-Schwarze Johannisbeerkonfitüre (d`arbo)

Zubereitung:

  1. Eiweiße mit Salz in der Küchenmaschine steif schlagen (mit den Rührbesen des Handrührgerätes wird es mühsam, man bekommt einen lahmen Arm). Unter Weiterschlagen den Zucker einrieseln lassen. Dann noch weitere 5-7 Minuten schlagen, bis der Zucker gelöst ist und sich eine glänzende Masse gebildet hat. Kardamom, Vanille, Essig und Speisestärke (evtl. darübersieben) zugeben und nur ganz kurz untermischen.
  2. Auf zwei Bögen Backpapier (in Blechgröße) mithilfe eines Bleistiftes und Mini-Springformbodens (18-20 cm ø) einmal 2 Kreise (mit etwas Abstand), einmal 1 Kreis aufmalen. Backpapiere wenden und auf Backbleche legen. Dann die Kreise wolkenartig mit Baisermasse „füllen“. In der Mitte jeweils eine kleine Mulde für den Belag formen.
  3. Bleche in den heißen Ofen (120 Grad Umluft, unterste Schiene und zweite Schiene von unten) schieben und ca. 1 1/2 Stunden backen. Bleche nach halber Backzeit tauschen.
  4. Aus dem Ofen nehmen, Böden mit dem Papier von den Blechen ziehen und darauf auskühlen lassen. Dann mit einer Palette vorsichtig vom Papier ablösen.
  5. Sahne steif schlagen, dabei Zucker, Zitronenschale und Vanille zugeben. Konfitüre für die Sahne und für die Beeren erwärmen (ich mache es immer in der Mikrowelle). Abkühlen lassen. 2 TL davon locker unter die Sahne, 2-3 TL Konfitüre unter die Früchte mischen (je nach Süße der Beeren).
  6. Einen Baiserboden auf eine Kuchenplatte geben. Ein Drittel der Sahne und Beeren daraufgeben. Dann den zweiten und dritten Boden mit Sahne und Beeren daraufschichten. Am besten sofort servieren. Nicht in den Kühlschrank stellen, die Böden weichen sonst zu doll durch und werden zäh.