Crouffins

Dienstag, 26. Juli 2016 - 9:14

Low Fat-Cheesecake mit Heidelbeeren

Kuchen muss nicht immer eine Sünde sein. Wir haben diesen leckeren Heidelbeer-Cheesecake "abgespeckt" und euch ein kalorienarmes Rezept entwickelt.

Blaubeer Cheesecake Rezept mit Pantone Effekt Low Fat-Cheesecake mit Heidelbeeren © intophoto

Muss Käsekuchen immer mächtig sein? Eine Frage, die nicht nur wir uns schon einige Male gestellt haben, sondern vorallem unsere Leserinnen. Deshalb haben wir euch auch schon einen Artikel zu kalorienarmen Back-Alternativen geschreiben. Nachdem wir auch schon Anfragen zum einem „Low-Cheesecake-Rezept“ bekommen haben, dachten wir, warum nicht wirklich mal was in dieser Richtung ausprobieren?

Kerstin Görn

Kerstin ist stellvertretende Foodchefin der Zeitschrift FÜR SIE und bringt immer viele Ideen von ihren Reisen mit. Ihr Motto: Fertig gekochte Gerichte mit frischen Zutaten toppen!

Cheesecake – geht der auch „schlank“?

Hmm, was kann man wo einsparen, er soll ja genauso super schmecken? Also die einzelnen Schichten im Kopf aufgebröselt und überlegt. Was geht zu reduzieren? Fett und Zucker! Also beim Boden muss weniger geschmolzene Butter genommen werden oder vielleicht noch etwas anderes, fettärmeres? Und bloß keine US „Rich Cookies“  mit Monsternüssen, doppelt Schoki, viel Zucker und Fett.

Also auf den Weg gemacht und im Supermarkt zuerst Ausschau nach Keksen gehalten. Uff, das war gar nicht so einfach. Shortbread, Double choc oder chocolate macadamia cookies und, und, und - alles lachte uns an. Nur keine „Lowies“! Doch dann entdeckten wir bei den Leibniz-Butterkeksen eine Variante mit 30% weniger Zucker. Perfekt für unseren Bröselboden, ab in den Einkaufskorb.

So, nun an die nächste Schicht, die Creamcheese-Füllung. Der Doppelrahmfrischkäse muss „geschlankt“ werden. Also vielleicht etwa  2/3 der Frischkäsemenge durch Magerquark ersetzen, dachten wir und eingepackt. Und beim Frischkäse habe ich den mit Joghurt genommen - nochmal weniger Fett. Natürlich keine Sahne mehr für die Creme, die ist tabu!

Und womit toppen wir den Cake? Mit gaaanz viel Beeren, die geben Geschmack und Saftigkeit...

Weil jetzt gerade die Zeit für Heidelbeeren ist, haben wir uns für die entschieden und lieber frische genommen statt zu den tiefgefrorenen zu greifen. Nun noch die restlichen Zutaten eingepackt und los ging´s in unserer Versuchsküche. Pedro, unserer Fotograf, sollte den Cake ja auch noch fotografieren.

Beim Boden habe ich ein bisschen herumexperimentiert. Zum Schluss dachte ich, ich nehme gar keine Butter, dafür Sahne, die ist gleich flüssig, hat auch weniger Fett. Und ein wenig Kakao dazu, das muss für Schoki-komponente reichen. Teelöffelweise Sahne zu den Bröseln gegeben und geprüft, ob die Masse schon zusammenhält. Am Ende passte es, der Boden war schon mal fertig.

Für die Creme Frischkäse mit Quark glatt gerührt - gefällt, eine schöne cremig Konsistenz! Mit Gelatine Fix gebunden, die ist ja meine neue Bindewaffe bei Torten und Cremefüllungen, geht super easy und klappt immer. Mit Puderzucker abgeschmeckt, nicht „gesüßt“, also auch da esslöffelweise Zucker zugegeben und probiert, damit möglichst wenig Zucker drin ist. Damit alles Schicht für Schicht köstlich wird, dachte ich mir, sie unterschiedlich kräftig mit Heidelbeerpüree zu aromatisieren.

Heidelbeeren püriert und – oh, die Masse war eher bräunlich, als violettblau. Ach du Schreck, das geht ja gar nicht. Wenn die Tortenschichten leicht bräunlich aussehen, fragen mich ja gleich alle aus der Redaktion, was es mit dieser Torte auf sich hat. Und ich wollte ja ein faires Urteil, sie wussten ja nicht, das ich den Cake entschlankt hatte.

Tja, die dicken Heidelbeeren sind im Innern eben nicht so durchgefärbt wie die kleinen Modelle, besonders, wenn sie sehr kugelig sind. Also nochmal losgelaufen und TK geholt. Die etwas angetaut und püriert – perfekt! Also blieben die restlichen moppeligen Perlen für die Deko, denn schmecken tun sie ja.

Herausgekommen ist am Ende ein fruchtiger Low Cheesecake mit Heidelbeeren, der nicht nur optisch für Furore sorgte, sondern auch der gesamten Redaktions-Crew schmeckte. Einige haben es  aber ein Bisschen gemerkt und mich gefragt, was denn das Besondere an diesem Cake wäre. Und als ich es erklärte, meinte Heike aus der Beauty: „Ja, ich habe mir schon so etwas gedacht, für mich könnte er ein bisschen süßer...“. Also, wenn ihr es auch etwas süßer mögt, einfach 1-2 EL Puderzucker mehr nehmen. Das macht den „Kohl“ nicht fett. Apropos Fett, das hat keiner vermisst.

Probiert’s aus! Ich finde, es ist eine superleckere Alternative, vor allem im Sommer!

Rezept für Low Cheesecake mit Heidelbeeren

Für 8 Stücke

Für den Boden

  • 75 g Leibniz-Butterkekse (30% weniger Zucker)
  • 1TL Kakaopulver (keinen Instantkakao nehmen!)
  • 4-5 EL flüssige Schlagsahne

Für die Creme

  • 750 g Magerquark
  • 400 g Frischkäse mit Joghurt (14 % Fett)
  • Mark von 1 Vanilleschote
  • abgeriebene Schale und Saft von ½ Bio-Zitrone
  • 150 g Tiefkühl-Heidelbeeren (püriert)
  • 4 Beutelchen Gelatine Fix (à 15 g, keine gemahlene Gelatine nehmen)
  • 7 EL Puderzucker

Außerdem

  • 500 g Heidelbeeren (davon 250 g püriert)
  • 1 EL Puderzucker
  • nach Wunsch essbare Blüten (z. B. Lavendel)

Zubereitung

  1. Butterkekse in einen Gefrierbeutel geben, mit der Teigrolle alles zerbröseln, in eine Schüssel geben, mit Kakao mischen. Erst 4 EL Sahne zugeben und mit den Fingern prüfen, ob die Brösel zusammenkleben, sonst noch den 5. EL unterrühren. Brösel in eine am Boden mit Backpapier belegte Mini-Springform (22 cm ø) geben. Etwas Frischhaltefolie darüber legen und mit den Händen zum Boden zusammendrücken. Dafür braucht ihr ein bisschen Geduld! Form ca. 15 Minuten kalt stellen.
  2. Dann den Boden im heißen Ofen bei 200 Grad (Mitte) 8-10 Minuten backen. Form aus dem Ofen nehmen, Boden in der Form auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
  3. Magerquark, Frischkäse, Mark von einer Vanilleschote, Zitronenschale und –saft zu einer glatten Masse verrühren.
  4. Quarkmasse dritteln. Unter ein Drittel der Masse 100 g Heidelbeerpüree rühren. Dann 2 Beutelchen Gelatine Fix mit den Rührbesen des Handrührgerätes unterschlagen, zum Schluss 2 EL Puderzucker unterrühren. Auf den vorgebackenen Boden geben, kalt stellen.
  5. Dann unter ein weiteres Drittel 50 g Fruchtpüree und 1 Beutelchen Gelatine Fix schlagen. Form herausnehmen, diese Creme darauf geben. Form wieder in den Kühlschrank stellen.
  6. Bei dem letzten Drittel Creme nur das Beutelchen Gelatine Fix unterschlagen und 3 EL Puderzucker unterrühren. Form herausnehmen und diese Masse darauf geben, vorsichtig glatt streichen.
  7. Cheesecake über Nacht kalt stellen, bis die Masse fest ist.
  8. Zum Servieren Cheesecake aus der Form lösen und auf eine Kuchenplatte geben. Fruchtpüree mit 1 EL Puderzucker glatt rühren, mit den Heidelbeeren darauf geben, nach Geschmack mit essbaren Blüten garnieren.

Noch mehr Heidelbeeren? Aber klar doch! Diese Heidelbeerkonfitüre mit Brombeeren ist ein absoluter Genuss <3.

Beim letzen Mal hab ich die Blaubeeren übrigens zu Magic Cake gemacht, ein Kuchen mit einem Spezial-Effekt, den euch keiner glauben wird, wenn ihr es erzählt. Schaut ihn euch mal an, ihr werdet staunen!

Und wenn ihr schon immer mal einen echten New York-Cheesecake backen wolltet, dann solltet ihr das Rezept von Nina nehmen, das ist klasse!