Crouffins

Dienstag, 28. April 2015 - 11:24

Mein Frühjahrs-Liebling: Frankfurter Grüne Soße

Juchhu! Ich habe endlich ein großes, lange vermisstes Kräuter-Paket in Hamburg gefunden – für meine liebste Soße zu neuen Kartoffeln: Frankfurter Grüne Soße (oder wie es auf hessisch heißt: Frankfotter Grie Soss).

Grüne Soße Mein Frühjahrs-Liebling: Frankfurter Grüne Soße © intophoto

Apfelwein (Äppler), Handkäs mit Musik (eingelegter Sauermilchkäse) und die Frankfurter Grüne Soße – während meiner Studienzeit in Gießen habe ich so einige hessische Spezialitäten kennen und (zum Teil auch) lieben gelernt. Ich weiß noch, als ich im ersten Semester in einem Supermarkt das riesige Kräuter-Paket entdeckt habe – und keine Ahnung hatte, was ich damit anfangen kann. Eine einheimische Studienkollegin hat mich „aufgeklärt“ und mir gezeigt, was es damit auf sich hat. Ich war gleich hin und weg! 

Brigitte Kesenheimer

Brigitte ist Food-Chefin der Zeitschrift FÜR SIE und probiert total gerne Neuheiten (egal ob Produkte oder Restaurants). Ihre Kollegen freuen sich immer über ihre schnellen, unkomplizierten Rezepte für den Feierabend

Eines müsst ihr wissen: In Hessen ist die Grüne Soße ein Heiligtum, es gibt verschiedenste Philosophien, wie sie richtig zubereitet wird. Mit oder ohne Mayo? Zwiebeln rein oder lieber ohne? Kräuter pürieren oder nur fein hacken? All das ist Anlass für hitzige Diskussionen. Nur auf eines können sich eigentlich alle einigen: genau sieben verschiedene Kräuter kommen rein! Welche? Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer, Borretsch, Pimpinelle und Kresse.

Die Hessen lieben ihre „Grie Soss“ so sehr, dass sie ihr sogar ein Denkmal gebaut haben – mit kleinen Kräuterhäuschen. Und einmal im Jahr treten die verschiedenen Rezept-Philosophien auf einem Festival sogar gegeneinander an (mehr unter www.gruene-sosse-festival.de). Inzwischen gibt es auch noch einen Verein zum Schutz der Frankfurter Grünen Soße. Also: immer schon Respekt haben...

Ich jedenfalls mach mir jetzt eine kulinarische Studienerinnerung – mit meiner eigenen Lieblingsversion. Klar, dass ich die euch auch verrate! Anstoß dazu war übrigens, dass ich gestern im Frischeparadies ein original hessisches Paket gefunden habe (die Kräuter kann man sich sonst natürlich auch einfach zusammenstellen, aber Pimpinelle und Borretsch sind meist nicht so gut zu bekommen).

Grüne Soße

Eigentlich ist das Rezept ziemlich easy: Gehackte Eier und Kräuter unter den Mix aus Schmand und saurer Sahne rühren. Zum Abschmecken nehme ich Senf, Salz, Pfeffer und Zucker. Und dann, GANZ WICHTIG, die Soße mindestens eine, besser zwei, drei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Dadurch verteilt sich das herrliche Kräuteraroma in der Soße.

Wozu ich die Soße esse, wollt ihr sicher jetzt wissen? Eigentlich zu jedem Frühlingsgemüse wie Spargel, Möhren, Brokkoli, Zuckerschoten oder Kohlrabi. Natürlich zu neuen Kartoffeln, gebratenem Fischfilet, Tafelspitz, Kasseler, Lachsfrikadellen, gegrillten Steaks…. Manche essen noch Eier dazu – aber das ist mir dann doch ein bisschen viel Ei!

 

Brigittes Grüne Soße mit neuen Kartoffeln

Zutaten für 6-8 Portionen:

  • Bild da
    1 Kräuter-Paket für Frankfurter Grüne Soße (oder 200 g gemischte Kräuter wie Petersilie, Kerbel, Schnittlauch, Borretsch, Sauerampfer, Pimpinelle, Kresse)
  • 2 hart gekochte Eier
  • 1 Becher saure Sahne (200 g)
  • 2 Becher Schmand (à 200 g)
  • 1-2 TL Dijon-Senf
  • Salz
  • Pfeffer (Mühle)
  • etwas Zucker und Zitronensaft zum Abschmecken
  • 800 g kleine neue Kartoffeln

Zubereitung:

  1. Die Kräuter waschen, trocken tupfen und sehr fein hacken (dauert ein bisschen!). Eier pellen und in feine Würfel schneiden. Ich nehme dazu immer einen Eierschneider – drücke das Ei dreimal durch, dabei wende ich es immer wieder (währenddessen immer fest zusammendrücken, damit es nicht auseinanderfällt).
  2. Saure Sahne mit Schmand und Senf glatt rühren. Kräuter und Eier unterrühren. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Zitronensaft abschmecken. Mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.
  3. Kartoffeln mit einem neuen Spülschwamm abschrubben (so werden sie wunderbar sauber). In Wasser ca. 15 Minuten kochen. Zusammen mit der Grünen Soße und z.B. Roastbeef-Aufschnitt („Uffschnitt“ wie der Hesse sagt) anrichten. Übrigens: wer die Soße richtig grün haben möchte, kann einige der Kräuter auch mit saurer Sahne und Schmand pürieren.

So könnt ihr übrigens die Eier am besten schneiden: