Crouffins

Dienstag, 5. September 2017 - 16:31

Kanadisches 5 Gänge Menü

Kanada-Fans aufgepasst! Wir haben für euch ein 5 Gänge Menü mit Originalrezepten aus kanadischen Restaurants zusammengestellt.

Kanadisches 5 Gänge Menü mit Rezepten aus kanadischen Restaurants Kanadisches 5 Gänge Menü © intophoto

Ich habe so gut und kreativ in Kanada gegessen! Wow, ich war total geflasht, all diese Einflüsse, die sich nicht nur kulturell, sondern auch im Food widerspiegeln, dazu diese Verbundenheit zum Land, was die Produktwahl angeht. Ich war wirklich beeindruckt. Meine „Foodie Tour“ ging lecker durch den Westen Kanadas, ich war vor allem in Edmonton, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberta und in Vancouver, das an der Küste in British Columbia liegt, unterwegs. Hier findest du auch noch Fotos und Videos von meiner Reise, so wie all meine Restaurant-Empfehlungen für British Columbia. Toronto, Montreal und Quebec haben wir uns für das nächste Mal vorgenommen, denn wir kommen auf jeden Fall wieder um uns weiter durch Kanadas Küche zu futtern.

Kerstin Görn

Kerstin ist stellvertretende Foodchefin der Zeitschrift FÜR SIE und bringt immer viele Ideen von ihren Reisen mit. Ihr Motto: Fertig gekochte Gerichte mit frischen Zutaten toppen!

Die Restaurants legen in Kanada überall großen Wert auf regionale Produkte, interessieren sich auch für kleinere Produzenten, arbeiten eng mit Farmen und Fischern zusammen. Für mich als Liebhaber von Fisch und Fleisch hat mich besonders die Frische und Qualität begeistert und überzeugt. Für Sushi- und Sashimi-Fans ist Vancouver ein echtes Eldorado. Wer mal den Kanadischen Winter erleben will, sollte sich dort nicht entgehen lassen wie Ahornsirup hergestellt und von den Kanadiern gegessen wird, nämlich als Maple Taffy

Die kanadische Küche bietet für jeden etwas

Aber auch sonst mischt sich hier italienische und französische Küche mit indischen Kochtraditionen, Peru trifft auf japanische Kochkunst oder französische Gerichte lernen nordafrikanische Gewürze und Pasten kennen. Da macht das Essengehen richtig Spaß. Und so dachte ich mir, ich stelle aus meinen Urlaubserinnerungen ein Menü für meine Freunde zusammen. Die waren nämlich wie immer ganz gespannt, was für neue Ideen ich dieses Mal mitgebracht habe. Voilà, hier sind sie. Die Gerichte sind eigentlich für 4 Portionen, wenn man sie als Menü macht, gingen bei mir die Mengen auch für 6 - nur beim Dessert müsst ihr noch 2 Tartes mehr machen. Oder ihr backt alles in einer Springform und schneidet sie als Dessert portionsweise in Stücke. Dann reicht die Menge auch. Natürlich ist das nur ein Menüvorschlag und du kannst ihn auch vegetarisch abwandeln.

Südafrikanische Rezepte

Aus dem Urlaub in Südafrika habe ich übrigens auch 4 tolle Rezepte mitgebracht.

Mein kanadisches 5 Gänge Menü zum Nachkochen

Hier kommt mein Gäste-Menü, wobei jeder Gang aus Restaurants in Edmonton und Vancouver stammt, die ich besucht habe und deren Köche mir die Rezepte verraten haben. Und auch die Reihenfolge stimmt so. Man fragt sich ja immer: Käse vor oder nach dem Süßen? Bei kleinen Kuchen, pralinenartigen Törtchen oder geschichteten Mousse-Kleinigkeiten kommt das Süße immer zum Schluss. Nix: Käse schließt den Magen. Bei mir zergeht das Süße zum Schluss auf der Zunge, mit einem Espresso...

Die Kanadier lieben es aber auch, einfach Cheeses und Charcuterie, also Bresaola, Prosciutto, Gänse-Leberpaté zusammen auf einer Platte mit verschiedenen Käsesorten, Chili Oliven, eingelegtem Saisongemüse (Pickles) und Senfkörnern (Pickled Mustard Seeds), alles selbstgemacht, zu Wein oder Bier zu genießen. Weil, neben süß, salzig, auch immer etwas scharfes und saures, eben diese Pickles, mit dabei sein müssen. Alles ganz unkompliziert und kommunikativ. Aber auch da ist ihnen die Qualität und Herkunft der Produkte super wichtig. Sie erzählen einem woher der Käse etc. stammt und was das Besondere an den jeweiligen Zutaten ist. Dazu die Rosmarin-Crackerbrotfladen – perfekt!

Als Vorspeise: Rezept für Lachs-Tataki-Salat (für 4-6 Personen)

Probiert in der RawBar des Fairmont Pacific Rim Hotels in Vancouver, kreiert vom Sushimeister Taka Omi.

Für den Lachs

  • 10 g Salz
  • 10 g Zucker
  • 1 TL schwarzer Pfeffer (Mühle)
  • 400 g Lachsfilet (am besten Lachsloin)
  • ca. 2 EL Olivenöl
  • 1 rote Zwiebel (halbiert, in dünne Scheiben gehobelt)
  • eine Handvoll Shiso Blätter oder Babyblattsalat & Zitronenmelisseblättchen
  • 50 g Radieschensprossen oder grüne und rote Rettichkresse

Für die Ponzu-Soße

  • 60 ml Sojasoße
  • 60 ml Mirin
  • 15 ml Reis-Essig
  • 60 ml Zitronensaft
  • evtl. etwas feiner Zucker

Außerdem

  • 1/2 kleine Bio-Zitrone (Stücke)

Zubereitung:

  1. Salz, Zucker und Pfeffer mischen. Etwas davon über das Lachsfilet streuen (Rest aufbewahren). In heißem Öl in einer Antihaftpfanne je nach Dicke ½ bis 1 Minute von jeder Seite kräftig braten. Herausnehmen, beiseite stellen.
  2. Zwiebel, Shiso-Blätter und Sprossen mischen. Ponzusoßen-Zutaten verschlagen, nach Wunsch mit Zucker abschmecken. In vier Schälchen füllen. Diese in die Mitte von vier Tellern stellen.
  3. Lachsfilet mit einem scharfen Messer mit glatter Klinge vorsichtig in Scheiben schneiden, mit den vorbereiteten Zutaten portionsweise um das Schälchen herum auf den Tellern anrichten. Zitrone nach Geschmack dazu servieren.

Lachs Tataki Salat mit Ponzu Sauce

Als Zwischengang: Marinierte Chili-Prawns auf Cremiger Polenta mit Ricotta (für 4-6 Personen)

Gegessen im Restaurant „Canteen“ in Edmonton, das Rezept hat mir Chefkoch Ryan O´Connor verraten.

Für die Prawns

  • 100 g zarte Lauchzwiebeln (gehackt, Grün vorher großzügig abschneiden)
  • 3 kleine getr. Chilischoten
  • 4 kleine Schalotten (gehackt)
  • 1 Knoblauchzehe (geschält)
  • ca. ½ TL Salz
  • 1 TL Paprikapulver (edelsüß)
  • 110 g Pflanzenöl
  • ca. 12 Tiger Prawns (roh, evtl. mit Schwanz)

Für die Polenta

  • 120 g Polenta (Maisgrieß)
  • ¾ - 1 l Milch
  • 150 g Maiskörner (gegart, püriert)
  • ca. 40 g Butter
  • 1-2 TL Salz
  • 4-6 TL Ricotta
  • einige Erbsensprossen oder grüne und rote Beetkresse

Zubereitung:

  1. Lauchzwiebeln, Schalotten, Knoblauch, Salz und Paprika im Mixer pürieren, dabei Öl zugießen. Garnelen damit mischen, über Nacht marinieren lassen.
  2. Polenta, Milch und Maiskörner im Topf mischen. Bei mittlerer Hitze unter Rühren dicklich einköcheln. Butter und Salz unterrühren.
  3. Garnelen aus der Marinade nehmen, dabei etwas abstreifen. In heißem Öl in einer Grillpfanne 2-3 Minuten grillen. Auf der Polenta mit Ricotta und Sprossen anrichten. Nach Wunsch noch mit Salsa verde oder selbstgemachtem Kräuteröl servieren.

Chili Prawns mit Polenta

Der Hauptgang: Entenkeulen auf Rosenkohlsalat (für 4-6 Personen)

Auch aus dem Restaurant „Canteen“ in Edmonton.

Zutaten:

  • 4-6 Entenkeulen (geputzt)
  • ca. 1,5 -2 l Öl

Für den Salat

  • 500 g Rosenkohl
  • Saft und Schale von 2 Zitronen
  • 1-2 EL Chilisoße (z. B.   )
  • Salz
  • Zucker

Für die Glaze

  • 250 ml Sherryessig
  • 110 g brauner Zucker
  • 170 g Honig

 Außerdem

  • ca. 4 EL Sesamsamen (hell, geröstet)

Zubereitung:

  1. Keulen nebeneinander in einen Bräter legen und mit Öl bedecken. Keulen darin erhitzen. Dann zugedeckt im heißen Ofen (160 Grad) 3-4 Stunden garen.
  2. Bräter herausnehmen, Keulen darin über Nacht auskühlen lassen.
  3. Rosenkohl putzen, waschen. Auf einem Gemüsehobel längs in dünne Scheiben hobeln. Zitronensaft, Chilisoße, Salz und Zucker verschlagen. Rosenkohl damit mischen, abschmecken.
  4. Keulen im Fett erhitzen, Keulen herausnehmen und abtropfen lassen.
  5. Essig, Zucker und Honig erhitzen, leicht sirupartig einköcheln lassen. Mit Salz abschmecken.
  6. Keulen werden in einer Pfanne auf der Hautseite knusprig gebraten. Auf dem Rosenkohlsalat anrichten. Keulen mit der Glasur beträufeln, Alles mit Sesam bestreuen.

Entenkeule mit Rosenkohlsalat

Der Käsegang: Käseplate mit Rosmarin-Flatbread

Flatbread sind hauchdünne, crackerartige Brotfladen mit Rosmarin und Meersalzflocken, die ich neben Käse und Charcuterie auf dem Frühstücks-Buffet des Fairmont Waterfront Hotels im Restaurant „Arc“ entdeckt habe.

Zutaten für das Rosmarin-Flatbread (18 Stück): 

Für den Teig

  • 225 g Mehl
  • 1 gestr. TL Backpulver
  • ca. ½ TL Salz
  • 2 EL grob gehackte, frische Rosmarinnadeln
  • 120 ml Wasser
  • 70 ml Olivenöl

 Außerdem

  • Olivenöl zum Bepinseln
  • frische Rosmarinnaden (grob zerzupft)
  • Meersalzflocken

Zubereitung: 

  1. Ofen mit dem Blech auf 230 Grad vorheizen.
  2. Mehl, Backpulver, Salz und Rosmarin in einer Schüssel mischen. In die Mitte eine Mulde drücken. Wasser und Öl zugießen, alles zu einem weichen Teig verkneten.
  3. Teig auf bemehlter Fläche 4-5 mal kneten, so dass ein geschmeidiger Teig entsteht.
  4. Teig in 6 Teile teilen. Dann jeweils 1 Portion dritteln (restliche Kugeln mit Folie abdecken) und jeweils zum dünnen, langen Oval auf einem Backpapierbogen ausrollen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen. Mit wenig Olivenöl bepinseln und etwas Meersalzflocken und Rosmarin daraufstreuen.
  5. Jeweils ein vorbereitetes Oval aufs Blech ziehen und 4-5 Minuten backen. Nacheinander Rest genauso zubereiten und backen.
  6. Brotcracker mit Käse, wie Brie, Cheddar, Gruyere etc., Oliven und marinierten Senfkörnern, typisch für die kanadische Küche, servieren.

Kanadische Käseplatte mit Rosmarin Flatbread

Zum Dessert: Key Lime Tartes (für 4 Portionen)

Gegessen im Duchess Bake Shop in Edmonton.

Für den Boden

  • 190 g Vollkornkekse (z. B.Hobbits)
  • 35 g Zucker
  • 100 g Butter (geschmolzen)

Für die Creme

  • 2 Eigelbe (Größe L) oder 3 Eigelbe (Größe M)
  • 1 EL Limettenschale und
  • 115 g Limettensaft (von ca. 4 Bio-Limetten)
  • 300 g gesüßte Kondensmilch (Dose, Milchmädchen)

 Außerdem nach Wunsch

  • etwas Puderzucker
  • Limettenschale (Bio-Limette)

Zubereitung: 

  1. Vollkornkekse fein zerbröseln. Dafür Kekse in einen Gefrierbeutel geben, mit der Kuchenrolle mehrmals darüberfahren und etwas daraufklopfen, so dass feine Brösel entstehen. Mit Zucker und flüssiger Butter mischen.
  2. Vier Dessert- oder Backringe aus Edelstahl (à ca. 9 cm Ø) mit ca. 3,5 cm hohem Rand auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Bröselmasse darauf verteilen, zum Boden zusammendrücken und dabei mithilfe eines Teelöffels und den Fingern am Rand hochdrücken.
  3. Im heißen Ofen (150 Grad, Mitte) 12 Minuten vorbacken. Blech herausnehmen. Ofen auf 160 Grad hochschalten.
  4. Eigelbe, Zitronenschale und Kondensmilch in einer Rührschüssel verschlagen. Dann Limettensaft unter Weiterschlagen zugießen. Masse in die vorbereiteten Tarteletts gießen. Im heißen Ofen ca. 18 Minuten backen. Bei mir ist etwas Fett ausgetreten, habe ich mit Küchenpapier vom Backpapier auf dem Blech getupft. Liegt manchmal an der Sorte der Kekse, je nachdem, wie sie es aufnehmen. Den Tartes machte es nichts, sie waren köstlich.
  5. Blech herausnehmen, Tartes darauf ca.15 Minuten abkühlen lassen. Metallringe noch heiß abheben, dann lösen sie sich problemlos von den Rändern.
  6. Tartes auf dem Blech auskühlen lassen. Dann mind. 2 Stunden kalt stellen, am besten über Nacht. Nach Wunsch vor dem Servieren mit etwas Puderzucker bestäuben und etwas Bio-Limettenschale darüber reiben.

Key Lime Tartes kanadische Rezept

Ich bin ganz gespannt wie dir mein Kanadisches Menü schmeckt und freue mich, wenn du mir in den Kommentaren oder auf Facebook von deinen kulinarischen Erlebnissen in Kanada erzählst.