Crouffins

Freitag, 25. September 2015 - 9:02

Schnellkochtopf mit App - macht das Sinn?

Mit Hilfe einer App ein Risotto im Schnellkochtopf kochen? Und das in nur 5 Minuten? Brigitte hat’s getestet.

Schnellkochtopf von Fissler Schnellkochtopf mit App - macht das Sinn? © intophoto

Vorab muss ich ein Geständnis machen: Schnellkochtöpfe sind mir ein bisschen unheimlich. Schon immer! Liegt wahrscheinlich daran, dass meine Mama ein extragroßes, schon etwas älteres Exemplar hatte. Darin kochte sie ein paar mal im Jahr Gulasch, Kartoffeln und Rotkohl für ganze Kompanien. Dann zischte und pfeifte es immer in der Küche - und ich bewunderte sie, wie ruhig und entspannt sie damit umging.

Brigitte Kesenheimer

Brigitte ist Food-Chefin der Zeitschrift FÜR SIE und probiert total gerne Neuheiten (egal ob Produkte oder Restaurants). Ihre Kollegen freuen sich immer über ihre schnellen, unkomplizierten Rezepte für den Feierabend

Enorme Zeitersparnis

Vermutlich habe ich mich wegen des Zischens und Pfeifens von Mamas Topf bisher nicht an Schnellkochtöpfe getraut. Dabei ist die Zeitersparnis beim Kochen der Hammer: Kartoffeln sind in 10 Minuten fertig, Gulasch in 30 Minuten und eine Linsensuppe braucht gerade mal 7 Minuten. Als ich im Frühjahr auf der Ambiente (der größten Messe für Wohn- und Küchentrends) den „vitavit“ bei der Firma Fissler erklärt bekam, wurde ich neugierig. Über einen speziellen Aufsatz und eine App spricht der Topf nämlich mit Koch oder Köchin. Meldet zum Beispiel, wenn die Temperatur zu hoch eingestellt ist oder der Topf vom Herd kann. Und verschiedenste Rezepte bekomme ich mit der App auch gleich geliefert. Spannend!

Topf mit digitalem Assistenten

Als das Testgerät eintrifft, bin ich als Schnellkochtopf-Neuling ein bisschen überfordert: gleich zwei Bedienungsanleitungen sind dabei! Eine für den Topf und eine für den digitalen Assistenten. Uff! Aber eins nach dem anderen... Erst mal die App-Einstellungen für den „vitacontrol digital“ (so der Name für den Kontroll-Aufsatz) machen: Herdart, Töne für verschiedene Signale... Geht aber ganz schnell - und muss man aber nur beim ersten Mal!

Das Testgerät:

„vitavit premium“ (4,5 l) von Fissler. Preis: ca. 199 Euro. Der Koch-Assistent „vitacontrol digital“ ist für 149 Euro erhältlich – und kann auch auf andere aktuelle Schnellkochtopf-Modelle von Fissler aufgesetzt werden.

Zum Üben fange ich klein an: Pellkartoffeln kochen steht auf dem Programm. Nach ein paar Blicken in die Bedienungsanleitung klappt das ohne Probleme! Also, auf in die nächste Runde. Jetzt gibt’s Kürbis-Risotto, ein Rezept aus der App. Das Geheimnis des italienischen Klassikers ist ja eigentlich das liebevolle und ausdauernde Rühren. Die App macht die notwendigen Ansagen: gewürfelte Zwiebel anbraten, Reis und Brühe zugeben. Die Kürbisstücke kommen in den Dämpfeinsatz und sollen im Dampf über dem Risotto garen. Deckel zu, Garstufe 2 einstellen, vitacontrol auf den Topf stecken und Garzeit in der App aktivieren. Jetzt soll alles wie von alleine gehen. Und tatsächlich: sobald die richtige Temperatur erreicht ist, startet automatisch der Garzeit-Countdown (5 Minuten!) in der App. Zwischendurch folgt die Anweisung, die Temperatur zu verringern – und dann die Meldung: Essen ist fertig! Heraus kommt ein perfektes Risotto: schön cremig, so wie es sein soll! 

Mein Fazit zum Schnellkochtopf mit digitalem Koch-Assistent

Die Idee finde ich sehr charmant. Gerade Schnellkochtopf-Laien wie ich trauen sich vielleicht endlich an das Zaubergerät. Auch der automatische Start des Timers und das Signal zum Ende sind klasse. Und die Zeit- und Energiespar-Vorteile sind für mich ein zusätzlicher Anreiz.

Ein, zwei Wünsche hätte ich allerdings, was die App angeht: bei der Meldung „Temperatur reduzieren“ wäre ein Anhaltspunkt ganz gut, um wie viel. Zu Beginn sagt das Gerät ja auch: „auf die höchste Stufe stellen“. Erst nach Durchblättern der Bedienungsanleitung für den Topf entdeckten wir, was mit reduzieren gemeint ist. Nämlich Stufe 1-3.

Und: eine Anleitung für ganz einfache Dinge, wie das Kochen von Pellkartoffeln, wären toll. Das können Neulinge wie ich nämlich nur durch Studieren der Papier-Bedienungsanleitung lösen. Wie viel Wasser in den Topf kommt und dass ich sie im Dämpfeinsatz garen soll, das verrät mir die App leider nicht.

Hier noch zwei persönliche Erkenntnisse: je häufiger ich den Schnellkochtopf verwendet habe, umso sicherer fühlte ich mich dabei. Und der Induktionsherd in unserer Versuchsküche versteht sich besser mit dem digitalen Koch-Assistenten als der Glaskeramik-Herd (der altersbedingt wohl nicht mehr so technikaffin ist). 

 

Das Rezept für Kürbis-Risotto findet ihr hier