Crouffins

Donnerstag, 17. September 2015 - 8:04

Brighton - meine Liebe am Pier

Kerstin hat sich zu einem Wochenendtrip nach Brighton hinreißen lassen - und berichtet begeistert: Vor allem in kulinarischer Hinsicht hat es ihr die Stadt ganz schön angetan.

Kerstin Görn in Brighton Brighton - meine Liebe am Pier © Kerstin Görn

Mehr als nur Fish and Chips

Brighton ist eine ganz besondere Stadt. Nur ca. 1 Stunde mit dem Zug von London entfernt, ist sie für uns ein idealer Wochenendtrip, wenn wir unsere Freundin Chantal in London besuchen.

Kerstin Görn

Kerstin ist stellvertretende Foodchefin der Zeitschrift FÜR SIE und bringt immer viele Ideen von ihren Reisen mit. Ihr Motto: Fertig gekochte Gerichte mit frischen Zutaten toppen!

Ich weiß auch nicht, sie hat mich gefangen, die kleine Stadt am Meer, mit so viel Flair, Charme und Verrücktheit. Irgendwie hat sie alles: ein bisschen Queenfeeling durch seinen Royal Pavillon, ein bisschen erinnert sie mich an Melbourne mit ähnlichen „hidden Lanes“, ja und nicht zu vergessen, den breiten Strand am Pier, wo zu jeder Jahreszeit buntes Beachleben angesagt ist. Aber der absolute Knüller ist die Food-Szene. Davon bin ich einfach überwältigt! Von wegen „Fish and Chips“, die muss man hier regelrecht suchen. Ja, am Pier, dem weltbekannten Rummel auf dem Steg, sind sie mehrfach zu finden. Dabei, wenn sie gut gemacht sind, liebe ich „Fish and chips, aber dazu später.

Die besten Restaurants der Stadt

Also, der Pier sieht gigantisch aus, anschauen, einmal drübergehen, aber essen sollte man woanders. Denn fast schon gegenüber in den schmalen Gässchen beginnt das Food-Paradies. Um zu wissen, was wo angesagt ist, fragt im Hotel nach einer City map und lasst Euch die Viertel Brightons erklären. Brighton ist winzig, habt ihr erst einmal die Viertel im Kopf , könnt ihr meinen Tipps besonders gut folgen.

„The Lanes“ – also die „Lanes“ in Brighton sind die beliebteste Shoppingmeile der Stadt. Ein Labyrinth aus kleinen Straßen und winzigen Seitenwegen, voll mit kleinen Lädchen und ausgefallenen Boutiquen. Und das Terre à Terre in der East Street, für mich das genialste vegetarisches Restaurant. Meinen Mann musste ich anfangs echt überreden, er war skeptisch – nur vegetarisch, uff! Aber er war fast noch begeisterter als ich, sagte, er habe nichts vermisst. Im Gegenteil, es war so toll abgeschmeckt, mit Gewürzen, Kräutern, asiatisch und indisch inspiriert, mit super frischen Zutaten - einmalig. Als Vorspeise haben wir die Terre à Tapas Plate genommen, jedes für sich optisch, wie geschmacklich auf den Punkt. Als Hauptgang wählte mein Mann „Fancy Nancy“, ein köstliches Reisgericht mit einem Lychee-Minz-Koriandersalat, den ich gleich zu Hause nachgemacht habe. Also unbedingt hingehen, lohnt sich für alle! Auch als Mittagsbreak! Nicht weit davon entfernt das 64 Degrees in der Meeting House Lane, von außen kaum zu erkennen. Klein und fein, es hat nur ca. 22 Sitzplätze mit einer „open kitchen“. Mein Tipp: dort reservieren! So kann man alles verfolgen, was Küchenchef Sam kreiert, ihn auch ansprechen, was er gerade macht und das dann auch bestellen. Er ist super nett. Kleine spannende Karte, die Gerichte im Tapas-Syle, so dass man vieles probieren kann. Als kleiner Gag unter den köstlichen Desserts: ein Rum bear jelly, das wie ein etwas größeres Gummibärchen auf dem Teller aussah, bestäubt geschmacklich wie mit „Ahoi Brause-Pulver“. Total niedlich und schmeckte echt erfrischend. Für Curry-Freunde empfehle ich hier in den „Lanes“ das Curry Leaf Cafe . Eine Art Indian Street food. Die Soßen, Dips und Relishes sind alle selbstgemacht und schmecken super. Gut für Lunch nach einem Shoppingbummel.

Sightsseing im Cultural Quarter

Im „Cultural Quarter“ ist Sightseeing angesagt. Hier muss man unbedingt den Royal Pavillon anschauen. Dieses Bauwerk ist gigantisch. So eine kleine Stadt und so ein riesiger Palast, einfach unvorstellbar! Mit seinen vielen indischen Türmchen ähnelt er dem Taj Mahal. Ich wollte erst gar nicht hineingehen, weil das Wetter so sonnig war. Aber dann habe ich es doch gemacht und nicht bereut. Von innen ist er noch beeindruckender. Ich habe kaum so etwas prunkvolles gesehen, alles im chinesischen Stil. An der Decke z. B. rundherum kleine Glöckchen, dicht an dich, unglaublich. Auch die Palastküche, atemberaubend groß, mit riesigen Kupfertöpfen und Brätern. Da galten noch andere Mengenverhältnisse ...auch ein Erlebnis!

Streetlife at it`s best

Das Viertel „North Lane“, eben nicht zu verwechseln mit „The Lanes“ – wo man von der Bond- und Gardner Street, über Kensington Gardens bis zur Sydney Street hochlaufen kann. Samstags ist hier immer Street-Flohmarkt. Ich liebe es, dort nach Schätzen zu stöbern. Und von den Hauswänden schauen Euch plötzlich riesige Graffiti-Gemälde an, wahre Kunstwerke. Hier gibt es auch einen verrückten Hauhaltswaren-Laden, in dem man immer etwas findet, ich jedenfalls immer, auch für Freundinnen zuhause: Utility in der North Road. Freitag mittags unbedingt Brightons „Street Diner“ in der Queens Road im Brighthelm Centre aufsuchen. Hier zeigt sich, wie facettenreich Brighton kocht. Köstlich duftende Paella, von Grund auf in großen Originalpfannen gegart, Gourmet-Burger mit tollen Soßen, Vegane Mezze (sultan´s delights) und saftige Brownies, Cupcakes und Kuchen (Honeycomb Cakes). Ein super Erlebnis, besonders bei schönem Wetter....

Brightons Schokoladenseite

Ja, überhaupt findet man in Brighton viele süße Spots. Auf Empfehlung habe ich eine „Schokoladentour“ gebucht, die sogenannte ChocolateEcstasyTour. Mit Jennifer als „Tour-Guide“ tingelt man durch die Stadt, besucht Cafes, Eisdielen und Schoko-Shops. Meine Highlights: Das Cafe: Chocaffinitea in der Gloucester Road, wo die Kuchen und Desserts alle vegan sind. Heather verrät mir, die Mousse au chocolat ist mit Avocadopüree, Key-Lime-Chessecake mit viel Cashewmus, die „Raw cacao brownies“ mit Chiasamen – ich finde, alles sehr lecker. Und die heiße Schokolade wird nur mit Schokolade, geschmolzen in heißem Wasser, gemacht. Da schmeckt man die Schokoladenqualität!

Das Catwalk Cake Cafe in der Bond Street mit Jan´s mehrstöckigen Torten und verzierten Kunstwerken für Special- Events, die in ihrem sehr kleinen Cafe ausgestellt sind. Es gibt auch eine riesige Auswahl an Cupcakes, die nicht nur toll aussehen, sondern auch super schmecken. Etwas weiter verzaubert einen das Gelato Gusto in der Gardner Street mit seinen Eiskreationen. Probiert mal die Sorbets, die mit unseren nichts gemeinsam haben, sie sind einfach „cremiger“. Und dann die ausgefallenen Sorten, wie z. B. Cola-, Kibana-, Gin & Tonic- oder Blutorangen-Sorbet, etwas speziell ist Birnen-Parmesan-Sorbet. Aber einfach mal testen!

Für Macaron-Fans ist die Julien Plumart Boutique ein absolutes Muss. Ein Tresen mit den unterschiedlichsten Sorten – Wahnsinn und so hübsch! Kann man pro Stück kaufen, ich fand den „Mojito“ köstlich! Und die Choccywoccydoodah in der Duke Street, unvorstellbar, allein schon der Name - mit Meisterwerken aus feinster belgischer Schokolade, das Cafe, ein einzigartiges Museum an Schokotorten-Künsten, es erschlägt einen fast, aber man muss es gesehen haben. Schwer, einen Tisch zu ergattern, ansonsten nur einmal durch die Stockwerke laufen und alles bestaunen.

Und in den Schoko-Shops Hotel Chocolat und im Montezumas, beide auch in der Duke Street, kam man köstliche, hübsch verpackte Schoki-Mitbringsel kaufen.

Fisch und Pale Ale

Tja, nach dem ganzen süßen Probieren brauchte ich jetzt was gut herzhaft – salziges. Oh ja, „Fish and Chips“, die musste ich jetzt haben! Also auf zum Bankers in der Western Road, dem traditionellen „Fisch and chips“ Restaurant. Super frischer Cod-Fisch, knusprige Panade, einer Art Remouladensoße mit Meerrettich (lecker dazu) und selbstgemachte Pommes. Nicht fettig, genau richtig. Göttlich, mit einem Pale Ale, leider nur als „Flasche“, das brauchte ich. Meine Erfahrung: Für diese Spezialität immer Einheimische fragen, die müssen es wissen. Habe auch noch den Tipp: Bardsley´s in der Baker Street (www.bardsleys-fishandchips.co.uk) bekommen, hab ich nicht mehr geschafft, aber könnt ihr ja mal testen. Also, für ein verlängertes Wochenende habt ihr, glaube ich, jetzt genug Infos und Ideen.

Gemütlich schlafen

Ach ja, übernachtet haben wir im Snooze in der St. George´s Terrace, einem kleinen Bed & Breakfast-Guesthouse mit nur 6 Zimmern. Alles ein bisschen „Quadrophenia“, vor allem in dem Empfangsbereich mit Frühstücksarea. Sehr lustig, etwas funky, überhaupt habe ich das Gefühl, dass die 70er- 80er wieder angesagt sind. Zum Frühstück unbedingt das BLT-Sandwich probieren!

Mein DIY-Tipp: Einfach alte Plattencover rahmen und nebeneinander aufhängen, sieht cool aus, die hatten schon was los beim Kreieren der Covers. Schade, wir haben schon viele Platten verkauft. Hab ich vielfach in den Restaurants gesehen! Dieses Boutique-Hotel liegt im Kemptown Viertel, das, wie ich finde, schwer im Kommen ist. Etwas ruhiger, mit gemütlichen, niedlichen Cafes, wie z. B. das Egg & Spoon in der St. George´s Road mit dem besten Cappuccino und stylischen Restaurants. Auch ein ganz guter Thai: Muang Thai in der St. James´s Street. Besonders lecker: Salt and Pepper Squid! Und wenn ihr mich „live“ in Brighton erleben wollt, wie ich die Stadt erkunde, schaut das Video an.

Welcome in Brighton, am besten mit einem Trip nach London verbinden.