Crouffins

Montag, 20. Juli 2015 - 9:30

Kulinarische Reise nach Marokko

Wie schmeckt eigentlich Marokko? - Dieser Frage bin ich nachgegangen und habe vier Tage lang die marokkanische Küche in der kleinen Küstenstadt Essaouira entdeckt. 

Marokkanische Küche: Frau macht Pfannkuchen und Gewürzstand in der Medina Kulinarische Reise nach Marokko © Heure Bleue Palais / Thomas Korte

„Wie schmeckt wohl Marokko“, das fragte ich mich schon eine ganze Weile. Wie das Land ungefähr aussieht - nämlich sehr sehr bunt - das weiß man ja von Fotografien, Filmen und Reiseberichten über Marokko. Aber wie wie fühlt es sich an - vor allem auf dem Gaumen. Würzig? Salzig? Süß? Eines vorweg: Es schmeckte ganz anders, als ich dachte.

Nina Korte

Nina verbringt die Abende nach einem Tag in der der FÜR SIE Onlineredaktion am liebsten in der Küche, um neue Rezepte auszuprobieren.

Auf Einladung des Heure Bleue Palais machte ich mich auf den Weg auf eine viertägige Geschmacksreise nach Essaouira, einen kleinen Küstenort unweit von Marrakasch. Erst kurz vor der Abreise stellte ich mit Schrecken fest: Es ist ja gerade Ramadan! Kann ich Marokko überhaupt erschmecken, wenn das ganze Land tagsüber auf Essen und Trinken verzichtet?

Geruch von frischem Gebäck und scharfen Gewürzen

Hotel Heure Bleue Palais

Ich war auf Einladung des Hotels Heure Bleue Palais in Essaouira.

Mehr Informationen zum Hotel und Buchungsmöglichkeit findet ihr >>hier.

Flüge in das nahe gelegene Marrakesch gibt es von verschiedenen deutschen Flughäfen aus.

Ohja, das konnte ich, denn natürlich geht man im Hotel auch während des Fastenmonats auf jeden (kulinarischen) Wunsch der zumeist englischsprachigen Gäste ein. Auch in der Medina Essaouiras bekommt man tagsüber alles, was Marokko an Delikatessen zu bieten hat: gegrillte Sardinen, süßes Gebäck, frisches Obst und Gemüse, exotische Gewürze - und überall Arganöl. Vergeblich sucht man übrigens nach Supermärkten: In der Küstenstadt kauft man alles bei kleinen Händlern in der Altstadt. 

Überhaupt: Wenn man die Medina Essaouiras betritt, hat man das Gefühl, um Jahrhunderte zurückversetzt worden zu sein. Kein Auto fährt hier, in den engen Gassen hängt der Geruch von frischem Gebäck, Holzkohle und Gewürzen. Nähert man sich der Stadtmauer, so weht einem stets eine frische, feuchte Meeresbrise entgegen, die Essaouira zu einer Stadt mit einem sehr angenehmen Klima macht.

Zuckersüßes Gebäck

Aber wie schmeckt sie nun, die marokkanische Küche? Zunächst einmal versuche ich mich an dem süßen Gebäck, das man an jeder Straßenecke bekommt. Ich probiere die Chebakia, die hier traditionell zum Fastenbrechen am Abend gereicht werden. Sie werden erst frittiert und dann in Honig gebadet - definitiv eine echte Zuckerbombe und eher nicht so mein Fall. Mit den kleinen Gebäckpralinen aus der Patisserie Chez Boujemaa kann ich mich aber sehr gut anfreunden! Sie sind mal mit Mandeln und Rosenwasser, mal mit Datteln oder Feigen gefüllt. Womit sie im Einzelnen noch gewürzt sind, kann ich nicht genau herausschmecken. Ich brauche dringend Nachhilfe in Sachen marokkanische Gewürze!

Wein aus dem Wüstenrandgebiet

Am zweiten Tag der Reise steht dann aber erstmal der Besuch des Weinguts „Val d`Argan“, das mit zum Hotel gehört, an. Klingt ein wenig skurril, aber tatsächlich kann man in dem Wüstenrandgebiet um Essaouira wohl tatsächlich sehr gut Wein anbauen. Man schmeckt, dass die Trauben viel Sonne bekommen haben. Und auch der marokkanische Boden scheint großen geschmacklichen Einfluss zu haben: Alle Weine haben eine sehr kräftig-würzige Note - die mich irgendwie schon wieder an die Gewürze erinnert, die ich bislang in Essaouira geschmeckt habe.

Kochkurs mit Ahmed

Ahmed, der Küchenchef des Heure Bleue, bringt dann endlich Licht ins Dunkel, als er mich bei einem Kochkurs in seinem Reich in die Geheimnisse der marokkanischen Küche einweiht. Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie, Kardamom und Zimt - das sind die Gewürze und Kräuter, die in den vergangenen Tagen immer wieder auf meinem Gaumen gelandet sind. Und dann natürlich auch Arganöl: Die Marokkaner verwenden das Öl (das übrigens unglaublich reich an essentiellen Fettsäuren ist) gerne für Salate, stellen aber auch sehr leckere Aufstriche zum Bespiel mit Mandelmus daraus her. Der Geschmack des Öls ist sehr nussig - und eben sehr präsent. Und ich muss ehrlich gestehen: Nicht so sehr mein Fall. Die Gewürze dagegen finde ich toll, und so legen Ahmed und ich dann auch los und zaubern nacheinander verschiedene Vorspeisen wie Chakchouka und Zaalouk und natürlich eines der Nationalgerichte, eine Lamm-Tajine. Am Abend darf ich alles bei gemütlichem Kerzenschimmer im Salon des Hotels genießen. Mein Gaumen tanzt!

Mein Fazit: Marokko hat kulinarisch Einiges zu bieten - ein Muss für alle Fans exotischer Gewürze!