Alles über die Verlobung "Willst du mich heiraten?"

Verliebt, verlobt, ... na, Sie wissen schon. Wenn sich zwei Menschen entscheiden zu heiraten, dann ist das etwas Wunderbares. Wir haben die wichtigsten Fakten zum Brauch der Verlobung zusammengefasst.

Verlobung "Willst du mich heiraten?" © Cecilie_Arcurs/iStock

„Allein ist der Mensch ein unvollkommenes Ding. Er muss einen zweiten finden, um glücklich zu sein“, sagte einst der Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal. Und wenn wir das Glück haben, diesen einen Menschen an unserer Seite zu haben, mit dem wir alt werden wollen, ist eine Verlobung nicht abwegig. Doch woher kommt dieser Hochzeitsbrauch eigentlich? Und wie wird er gefeiert? Die vier wichtigsten Fakten zum Thema Verlobung zusammengefasst.

1. Ursprung der Verlobung

Der Ursprung der Verlobung ist die Brautschau oder Brautwerbung, die um 850 entstanden ist. Zu dieser Zeit zogen heiratsfähige Männer durch das Land und suchten sich die passende Braut. Wer sein Herzblatt gefunden hatte, musste sich mit dem Vater der Braut über eine Mitgift einigen. Weitere Vertragsverhandlungen regelten finanzielle und rechtliche Aspekte, die mit der Heirat einhergingen. Per Handschlag zwischen zukünftigem Bräutigam und Schwiegervater in spe waren Mann und Frau, die keinerlei Mitspracherecht hatte, verlobt. Die Redewendung „Er hält um ihre Hand an“ stammt aus dieser Zeit.

In Teilen Asiens und Afrikas gibt es noch immer die Brautschau. Das Lösen einer Verlobung gilt dort als undenkbar.

2. Der Verlobungsring

Ein klassisches Ritual ist in jedem Fall der Verlobungsring. Dieser Brauch geht bis in die Antike zurück; es wird sogar behauptet, dass die Ägypter bereits einen Ring austauschten. Im Mittelalter hatten Mann und Frau einen einfachen Ring ohne weiteres Zierwerk. Ein anderer Brauch besagt, dass nur die Frau einen Ring an die linke Hand gesteckt bekommt. Die Tradition, einen Diamantring als Verlobungsring zu tragen, kam erst Mitte des 15. Jahrhunderts auf.

3. Antragsformen

Der Kniefall gehört wohl zu den typischen Antragsformen: Der Mann fällt auf die Knie und öffnet vor der Frau eine Schachtel mit dem Ring. Ein alter Brauch ist aber auch das Baumschlagen: Der Mann fällt eine Tanne und stellt sie unter das Fenster seiner Liebsten. Erkennt diese, wer ihr das Bäumchen platziert hat und willigt ein, findet die Verlobung statt. Das Ritual besagt außerdem, dass die Ehe nur unter einem guten Stern steht, wenn die Hochzeit stattgefunden hat, bevor der Baum kahl ist.

In den Niederlanden ist es üblich, dass der werbende Mann mit einem Korb samt Geschenk zu seiner Auserwählten geht. Wenn diese ihn aber wieder nach Hause schickt, findet keine Verlobung statt. Daher stammt auch die Redewendung: „Sich einen Korb holen“.

In Zentralamerika ist es üblich, eine offizielle Verlobungsfeier im Elternhaus der zukünftigen Braut zu veranstalten. Der Vater des Zukünftigen hält beim Brautvater um die Hand von dessen Tochter an und übergibt die Braut im Falle des Einverständnisses der beiden Väter schließlich dem Sohn. Dann darf der Verlobten der Ring angesteckt werden.

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3. Feierbräuche

In einigen Ländern ist es üblich, eine Verlobungsfeier auszurichten, auf der nochmals vor dem Familien- und engsten Freundeskreis die Ringe ausgetauscht werden. Auf dem Land wird sogar eine Anzeige zur Verlobung geschaltet. Zudem ist es auch möglich und teilweise üblich, die Verlobung durch einen persönlichen Brief mit einem Foto im persönlichen Umfeld bekanntzugeben.

4. Was ändert sich durch die Verlobung?

In Deutschland gilt eine Verlobung nicht als Rechtsanspruch auf eine Ehe. Tatsächlich stand jedoch bis 1998 im Gesetz, dass eine Frau ihren Verlobten auf Schadensersatz (Kranzgeld) verklagen konnte, wenn dieser die Verlobung löste und sie durch ihn ihre Jungfräulichkeit verloren hat. Durch eine Verlobung hat zudem niemand Anspruch auf Güter, es sei denn, es wurde schon ein Brautkleid, die Ringe oder eine andere für die Hochzeit logische Anschaffung sowie Umzugskosten getätigt. Dann können sogar die Schwiegereltern Schadensersatz fordern, sofern sie vergleichbare Ausgaben hatten.

 
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