Beliebter Hochzeitsbrauch Der Polterabend: Viel mehr als ein paar Scherben

Der Polterabend ist ein traditioneller Hochzeitsbrauch, der das Hochzeitspaar und die Gäste langsam in Feierstimmung bringt. Wie die letzte große Sause "in Freiheit" aussehen kann, und was beim Polterabend auf jeden Fall dazugehört, erfahren Sie hier.

Das Hochzeitspaar genießt seinen Polterabend Der Polterabend: Viel mehr als ein paar Scherben © Courtney Keating/iStock

Der Polterabend: Ein echter Klassiker

Es ist ein alter Brauch, der mehr und mehr in Vergessenheit gerät: Der Polterabend. Gehörte er vor 30 Jahren noch standardmäßig zu jeder guten Hochzeit dazu, ist er heute fast schon wieder angesagt, weil er Seltenheitswert hat. Dabei ist die Idee besonders schön: Freunde, Verwandte und Bekannte kommen ganz entspannt zusammen, essen, trinken, tanzen ... und zerdeppern Porzellan. Einerseits soll das die bösen Geister vor der Eheschließung verjagen, andererseits soll durch den Polterlärm noch etwas mehr Aufmerksamkeit auf das baldige Brautpaar gelenkt werden. Das Porzellan-Chaos wird dann vom künftigen Ehepaar gemeinsam aufgekehrt – das symbolisiert Zusammenhalt und Ordnung in der Ehe.

Junggesellenabschied geht meist vor

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Neben der eigentlichen Hochzeit stellt der Polterabend natürlich einen zusätzlichen Kostenpunkt dar. Je nachdem, wie groß man feiern möchte und über wie viel Platz man im eigenen Heim verfügt, muss für den Polterabend ein separater Raum angemietet werden. Die Gäste wollen mit Essen und Getränken bewirtet werden, Musik und Deko sollen auch nicht fehlen. Dazu kommt der Schmutz des zerbrochenen Porzellans. Für viele Paare ist der Aufwand schlichtweg zu groß - so schön der Brauch auch sein mag. Junge Pärchen feiern heute lieber einen Junggesellenabschied, der getrennt und nur mit den engsten Freunden gefeiert wird.

Wenn Polterabend, dann ohne Zwänge

Sollten Sie sich nichts desto trotz für einen Polterabend entscheiden, machen Sie es sich einfach. Bei den meisten Hochzeiten schwebt die Perfektion drohend über der ganzen Planung. Sieht die Braut auch toll genug aus, ist die Torte hoch genug, der DJ cool genug, das Essen teuer genug, die Location prächtig genug? Denken Sie am Tag des Polterabends anders: Offizielle Einladungen werden nicht gebraucht, meist reicht ein Anruf oder eine E-Mail an Freunde und Familie. Das passt besonders gut, wenn man nicht alle Leute aus dem Verein, alte Klassenkameraden oder Nachbarn zur eigentlichen Hochzeit einladen konnte – schließlich gibt es irgendwo ein Limit. Zum Polterabend aber sollen sie alle kommen. Fragen Sie Ihre Gäste, ob sie eine Kleinigkeit für das Buffet an dem Abend beisteuern können. Getränke sollten Sie auf Kommission kaufen. Feiern Sie im Garten oder dem eigenen Wohnzimmer, im Partykeller der Eltern oder der Scheune eines Bekannten, um die Kosten niedrig zu halten. Für die Deko reichen ein paar Ballons oder Luftschlangen. Kleiden sollen sich alle Gäste ganz legere. So wird es sicherlich ein wunderschönes Fest – bei kleinem Budget.

Wann steigt die Polter-Sause?

Traditionell wird der Polterabend am Vortag der Hochzeit gefeiert. Damit das Brautpaar nicht müde und verkatert vor dem Altar steht, endet die Party dann aber schon um Mitternacht. Heutzutage wird der Polterabend oftmals vorverlegt und das Paar feiert einige Tage oder sogar ein bis zwei Wochen vor der Hochzeit. Der Vorteil: Es kann eine lange Nacht werden und am Vorabend der Hochzeit bleibt genug Zeit für den Schönheitsschlaf. Eine wichtige Regel gibt es aber noch für einen gelungenen Partyabend: Zerbrochen werden darf tatsächlich nur Porzellan. Glas und vor allem Spiegel sind tabu, denn das soll Pech bringen. Erlauben Sie sich bitte keine Scherze damit: Manche Paare nehmen es mit dem Aberglauben eben sehr genau.