Gut zu wissen Das kommt bei der standesamtlichen Trauung auf Sie zu

Für eine rechtsgültige Eheschließung müssen Sie das Standesamt aufsuchen - ganz egal, ob Sie später auch noch kirchlich heiraten wollen oder nicht. An einem Termin für die standesamtliche Trauung führt also kein Weg vorbei. Welche Papiere Sie im Vorfeld zusammensammeln sollten und wie genau die Trauung abläuft, erfahren Sie hier.

Wie eine standesamtliche Trauung aussieht, erfahren Sie hier Das kommt bei der standesamtlichen Trauung auf Sie zu © sergiophoto84/iStock

Terminfindung für das Standesamt 

Für die standesamtliche Trauung können Sie sich maximal sechs Monate vor Ihrem gewünschten Termin anmelden. Viele Standesämter nehmen aber auch Reservierungen an – die Zeitspanne ist bei jedem Amt unterschiedlich. Erkundigen Sie sich früh genug, wann die Reservierungsfrist bei Ihrem Standesamt startet, wenn Sie einen ganz speziellen Tag im Auge haben. Heiraten können Sie dann in jedem Standesamt, das Sie sich wünschen. Angemeldet werden muss die Hochzeit aber bei dem Amt, in dessen Stadt Sie wohnen. Das Standesamt schickt die Unterlagen dann an Ihren Wunschort weiter. Wenn Sie im Ausland heiraten wollen, gelten ganz besondere Regeln. Wir haben hier alles Wissenswerte für Sie zusammengefasst.

Besonderheiten bedenken und Wartezeiten einplanen

Achten Sie darauf, zu welchen Zeiten in dem von Ihnen favorisierten Standesamt und seinen Räumlichkeiten überhaupt geheiratet werden kann. Einige Ämter berechnen einen Aufpreis, wenn die Trauung freitagnachmittags oder samstags stattfinden soll. Außerdem sind meist spezielle Zeiträume für eine mögliche Trauung vorgesehen. Auch interessant: Viele Städte bieten unterschiedliche Räumlichkeiten an, in denen geheiratet werden kann. So wird die Zeremonie nicht in einem Büro abgehalten, sondern zum Beispiel in einem speziellen Trauzimmer, auf einer Burg oder in einem anderen historischen Bauwerk. Oftmals kostet aber auch das einen Aufschlag – und die Terminfindung gestaltet sich meist schwieriger, da die schönen Räume natürlich begehrt sind.

Das müssen Sie am großen Tag dabeihaben 

Trauzeugen, denken Sie zuerst. Die sind aber gar nicht mehr zwingend nötig. Standesamtlich kann mittlerweile auch ohne Trauzeugen geheiratet werden. Sie können sogar nur zu zweit erscheinen. Sollten Sie aber Trauzeugen einsetzen wollen, dürfen es maximal zwei sein. Folgende Dokumente müssen Sie aber auf jeden Fall dabei haben:

  • Gültiger Personalausweis (oder Reisepass)
  • Aktuelle beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister (erhältlich bei dem Standesamt, das Ihre Geburt beurkundet hat)
  • Aufenthaltsbescheinigung der Meldebehörde (bei Heirat in einem anderen Standesamt)

Hochzeitsplanung: Die große Checkliste
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Besonderheiten:

  • Haben Sie ein gemeinsames Kind, so wird eine Geburtsurkunde benötigt
  • Geburtsurkunde mit Elternangabe bei Geburt eines Ehepartners im Ausland (muss durch einen Dolmetscher übersetzt werden)
  • Wenn Sie bereits in Deutschland verheiratet gewesen sind, benötigen Sie eine aktuell beglaubigte Ablichtung des Eheregisters Ihrer letzten Ehe mit Auflösungsvermerk
  • Sollten Sie unmittelbar nach der Eheschließung verreisen und dazu einen Reisepass benötigen, können Sie acht Wochen vor der Eheschließung beim Standesamt einen neuen Reisepass mit Ihrem neuen Familiennamen beantragen

Unser Tipp: Informieren Sie sich bei Ihrem Standesamt genau darüber, welche Dokumente Sie mitbringen müssen. Das kann von Behörde zu Behörde abweichen.

Mitbestimmung beim Ablauf

In vielen Filmen wird die kirchliche Trauung dargestellt – mit Treueschwur, Ringtausch und Kuss. Wie aber sieht der Ablauf einer standesamtlichen Trauung aus? Das kommt meist ganz darauf an, wer Sie traut. Im Normalfall können Sie vorab Einzelheiten mit dem Standesbeamten absprechen. So ist es zum Beispiel möglich, dass an einer bestimmten Stelle ein Lied abgespielt wird oder auch, dass ein Sänger auftritt. Es ist auch möglich, dass der Standesbeamte einige persönliche Anekdoten in seine Rede integrieren, aber auch das müssen Sie natürlich vorher besprechen. Tun Sie dies nicht, improvisieren die meisten Beamten in ihrer Rede ein wenig und geben allgemeingültige Erkenntnisse über die Liebe preis. Beachten Sie aber: Extrawünsche kosten auch meist extra. Ohne mögliche Zusatzkosten sollte eine standesamtliche Trauung je nach Standesamt aber zwischen 50 und 100 Euro kosten.

Der grundsätzliche Ablauf

Eine gewöhnliche Trauung dauert meist zwischen 15 und 30 Minuten. Der Ablauf sieht wie folgt aus:

  1. Begrüßung
  2. Feststellung der Personalien
  3. Ansprache des Standesbeamten
  4. Eheschließungsformel
  5. Ringwechsel
  6. Kuss
  7. Ehebucheintrag wird verlesen
  8. Unterschriften

Dann bleibt natürlich noch genug Zeit, die Glückwunsche der Gäste entgegenzunehmen. Aber recht bald danach sollten Sie das Trauzimmer dann auch verlassen – meist wartet die nächste Hochzeitsgesellschaft schon darauf, sich das Ja-Wort zu geben. Viele feiern ihre Trauung danach noch mit einem Sektempfang. Achten Sie dabei darauf, dass Sie Tische mit Gläsern und Getränken an einer Stelle platzieren, an der Sie niemanden behindern. Und dann können Sie einfach Ihr neues Dasein als Ehemann und Ehefrau genießen.

 
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