Die linke Hand des Brautpaares Trauzeugen: Aufgaben und Pflichten

An einem der wichtigsten Tage Ihrer Beziehung sollen sie Ihnen beistehen: die Trauzeugen. Aber auch im Vorfeld gibt es einiges zu tun für die auserwählten Vertrauenspersonen. Wir haben wertvolle Tipps, wonach Sie Ihre Trauzeugen aussuchen sollten und welche Aufgaben diese eigentlich übernehmen können.

Trauzeugen posieren mit dem Brautpaar Trauzeugen: Aufgaben und Pflichten © pojoslaw/iStock

Wonach suche ich meine Trauzeugen aus?    

Für so manches Brautpaar ist direkt klar, wer den ehrenvollen Posten des Trauzeugen übernehmen soll. Bei vielen anderen startet mit dieser Entscheidung hingegen das erste Dilemma: Wähle ich die beste Freundin, den großen Bruder, die kleine Schwester, den langjährigen Kumpel oder die liebe Schwägerin? Schnell kann es passieren, dass sich nahestehende Personen, die nicht als Trauzeugen gewählt wurden, ausgeschlossen fühlen. Danach sollten Sie aber nicht entscheiden: Wählen Sie die Person zum Trauzeugen, die Ihnen tatsächlich besonders nahe steht, die stressresistent, zuverlässig und kreativ ist. Die Ihre Freunde und Verwandten gut kennt und einen ähnlichen Geschmack hat, wie Sie selbst (oder diesen zumindest sehr genau kennt und auch umsetzen kann). Für alle „Verschmähten“ gilt: Informieren Sie die Personen lieber persönlich darüber, dass Sie jemand anderes als Trauzeugen gewählt haben und erklären Sie, warum Ihre Wahl so ausgefallen ist. Keiner darf Ihnen böse sein, wenn Sie Ihren großen Tag genau so gestalten, wie Sie es möchten. Aber durch ein klärendes Gespräch kann Unmut vorgebeugt werden.       

Welche rechtlichen Vorgaben gibt es für die Trauzeugen?       

In Deutschland sind Trauzeugen bei einer standesamtlichen oder evangelischen Hochzeit nicht zwingend notwendig. Das Paar kann theoretisch ganz alleine vor den Traualtar treten. Bei einer katholischen Trauung sind weiterhin zwei Trauzeugen verpflichtend. Auch in Österreich und der Schweiz müssen bei allen Trauungen zwei Trauzeugen anwesend sein. Es gibt aber nicht viele rechtliche Voraussetzungen für den Posten des Trauzeugen: Die Person muss über 18 Jahre alt sein, einen gültigen Personalausweis oder Reisepass besitzen, darf keinen Vormund haben und muss geistig dazu in der Lage sein, dem Verlauf der Trauung zu folgen. Versteht der Trauzeuge die Sprache nicht, in der die Trauung abgehalten wird, muss ein Dolmetscher eingesetzt werden. 

Darf ich mehrere Trauzeugen haben?  

In der Kirche und beim Standesamt dürfen Sie jeweils maximal zwei Trauzeugen einsetzen. Das können dann aber unterschiedliche Personen sein: Die Trauzeugen beim Standesamt müssen nicht die gleichen sein, wie bei der kirchlichen Hochzeit. Meist müssen die Trauzeugen bei der kirchlichen Zeremonie nicht einmal dem Glauben des Brautpaares angehören  – das sollte aber mit jedem Pastor oder Pfarrer einzeln abgeklärt werden.   

Welche Aufgaben haben die Trauzeugen? 

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Die wichtigste Aufgabe ist klar: Die Trauzeugen sollen bezeugen, dass sich das Brautpaar das Jawort gegeben hat. Sie müssen, genau wie die Eheleute, das entsprechende Traudokument unterschreiben. In den meisten Fällen ist es damit aber noch lange nicht getan: Viele Brautpaare erwarten von ihren Trauzeugen tatkräftige Unterstützung bei der Planung und Durchführung der Hochzeit. Sie sollten mit ihren Trauzeugen direkt zu Beginn der Planung ganz genau darüber sprechen, welche Art der Unterstützung Sie sich von ihnen wünschen. Möchten Sie die Trauzeugen in alle Schritte einbeziehen, sich von ihnen beraten lassen, ihnen vielleicht sogar Aufgaben komplett übertragen? Oder wollen Sie das meiste allein als Paar entscheiden und die Trauzeugen so wenig wie möglich involvieren? Für beide Seiten sollte absolut klar sein, wie die Erwartungen sind, damit es nicht zu Streit und Ärger kommt.        

Es gibt allerdings einige Aufgaben, die traditionell von den Trauzeugen übernommen werden:  

Der Junggesellenabschied     

Für den Junggesellenabschied sollten Braut und Bräutigam mit ihren Trauzeugen im Vorfeld besprechen, wie sie sich die Veranstaltung vorstellen und wen sie gerne dabei hätten. Für die gesamte weitere Planung sind dann die Trauzeugen zuständig. Dabei sollten diese darauf achten, nicht alles ganz alleine zu organisieren. Andere enge Freunde, die an dem Junggesellenabschied teilnehmen sollen, können ins Boot geholt werden, mögliche Varianten sollten diskutiert werden, ebenso wie der Budgetrahmen. Viele tolle Tipps für einen unvergesslichen Junggesellenabschied finden Sie hier. 

Der Polterabend

Vor der Hochzeit sorgt der Polterabend für richtig viel Stimmung – und nebenbei werden auch noch die bösen Geister vertrieben und das Paar wird schon mal ordentlich gefeiert. Oftmals ist der Polterabend eine kleine Generalprobe für die Hochzeit selbst. Hier können die Trauzeugen bereits beweisen, dass sie gut mitorganisieren und später auch tatkräftig aufräumen können.      

Die Hochzeitszeitung 

Sie ist der Klassiker auf jeder Hochzeit, belustigt die Gäste in möglichen Pausen und wird immer das perfekte Erinnerungsstück für den Tag sein: Die Hochzeitszeitung. Die Erstellung der Zeitung bringt viel Arbeit mit sich und muss nicht alleine von den Trauzeugen bewältigt werden. Freunde und Familie des Brautpaares sind als Hilfe unerlässlich! Alles Wissenswerte und tolle Ideen für eine Hochzeitszeitung finden Sie hier.

Programmpunkte planen und organisieren  

Zum Gelingen der Hochzeitsfeier wollen meist auch Verwandte oder Freunde etwas beisteuern. Dazu gehören kleine Aufführungen, Reden, Spiele oder Aktionen wie ein Feuerwerk, ein Sänger oder eine Band. Um das Brautpaar damit zu überraschen, ist es am besten, wenn die Trauzeugen Anlaufstelle und Koordinator für solche Programmpunkte sind. Sie wissen, wie der Ablauf der Hochzeitsfeier aussieht und wann welche Aktion zum Programm passt. So muss das Brautpaar seine Überraschungen nicht selbst organisieren.       

Eine Hochzeitsrede halten

Emotional wird es meist, wenn sich enge Freunde und Verwandte zu Wort melden. Deshalb gehört natürlich auch eine Rede der Trauzeugen dazu, die meist den Prozess der Planung genauso intensiv miterlebt haben wie das Brautpaar selbst. Sobal einer der Trauzeugen das Wort ergreift, können schon mal Tränen fließen, denn schließlich kennt der Trauzeuge das Paar und hat mit dem Bräutigam oder der Braut schon im Kindergarten Zeit verbracht. Sprechen Sie vorher mit Ihren Trauzeugen ab, ob Sie eine Rede von ihnen erwarten. Und dann darf es so richtig gefühlvoll werden.  

Einfach da sein

Das sind wohl die wichtigsten Aufgaben: Zuhören, helfen, sich Zeit nehmen, begleiten, beraten und Zustimmung aussprechen. Eine Hochzeit vorzubereiten ist anstrengend und kann nervenaufreibend sein. Deshalb sollten die Trauzeugen einfach wie ein Fels in der Brandung hinter dem Brautpaar stehen. Als Höhepunkt des Ganzen können sie am Tag der Hochzeit mit einem Notfall-Kit auftrumpfen:       

  • Schmerztabletten
  • Kaugummi
  • Bonbons
  • Müsliriegel
  • Deo
  • Strumpfhosen
  • Lippenpflege
  • Handdesinfektionsmittel
  • Handcreme
  • Parfüm
  • Taschentücher
  • Feuchttücher
  • Tampons
  • Concealer
  • Haarbürste
  • Wimpernkleber
  • Thermalwasserspray
  • Pflaster
  • Nadel und Faden
  • Büroklammern
  • Schere
  • Tacker
  • Flüssigkleber
  • Batterien
  • externer Akku