Traditionell und klassisch

Die schönsten Hochzeitsbräuche

Eine Hochzeit ohne Hochzeitsbräuche? Unmöglich! Egal ob vor der Hochzeit, währenddessen oder danach – ein bisschen Spaß muss sein, und was bietet sich da besser an, als ein gelungener Polterabend oder der traditionelle Hochzeitswalzer!

Braut wirft ihren Brautstrauß in die Menge Die schönsten Hochzeitsbräuche © OJO_Images/iStock

Obwohl viele Hochzeitsbräuche nicht mehr in allen Ecken Deutschlands vertreten sind, gehören einige Basics zu einer Hochzeit fest dazu. Für welche Symbolik die einzelnen Bräuche stehen, und wie diese vollzogen werden, erfahren Sie hier.  

Vor der Hochzeit

Die Verlobung und das Versprechen „Dich will ich heiraten“

Bevor es vor den Traualtar geht, steht der Heiratsantrag bevor. Früher galt die Verlobung als wichtiger Akt zwischen Brautvater und Bräutigam, da sie sich über alles Finanzielle absprachen und das Ergebnis dann mit einem Handschlag besiegelten. Daher kommt auch heute noch die Redewendung „um die Hand anhalten“. Traditionellerweise ist es der Mann, der um die Hand der Frau anhält und ihr einen Verlobungsring als Zeichen seiner ernsten Absichten ansteckt. Eine Verlobung ist in Deutschland jedoch an keine Frist gekoppelt und muss auch nicht in einer besonderen Form gebunden sein. Trotzdem wird die Verlobung üblicherweise im Freundes- und Familienkreis bekanntgegeben und mit einem Essen bei den Eltern der Verlobten gebührend gefeiert.

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Junggesellenabschied: ursprünglich mehr als ein Event unter Freunden

Was heutzutage oft in einer großen Party mit Freunden und Freundinnen ausarten kann, wurde noch vor einiger Zeit im Kreis der Verwandten gefeiert. Damals kamen jeweils alle männlichen und alle weiblichen Familienmitglieder zusammen. Bei den Herren wurde der zukünftige Bräutigam auf Herz und Niere geprüft – die Frauen saßen bei Kaffee und Kuchen zusammen, beschenkten die zukünftige Braut mit allem, was sie als Mutter gebrauchen kann, zum Beispiel Kochbücher oder Babykleidung, und unterhielten sich über die bevorstehende Hochzeit. Heute kümmern sich die Trauzeugen für den Junggesellenabschied des Mannes und die Trauzeuginnen um den Jungessellenabschied der Frau. Wie genau so ein Abend oder Tag vonstatten geht, ist sehr unterschiedlich und individuell.

Ein Hochzeitstisch macht Träume wahr

Auch dieser Brauch ist ein alter, der damals sicherstellen sollte, dass das frisch vermählte Paar in ihrem ersten gemeinsamen Heim auch alle notwendigen Haushaltsutensilien und wichtigen Möbel hat. Auch heute noch lassen sich viele Paare einen virtuellen Hochzeitstisch im Internet registrieren, den sie mit ihren Wünschen „eindecken“. Die geladenen Hochzeitsgäste finden übrigens auch großen Gefallen an einem Hochzeitstisch: Sie können sich das große Grübeln über das richtige Geschenk ersparen, und einfach etwas von der Liste des Hochzeitstisches besorgen. 

Porzellanscherben am Polterabend

Der Polterabend findet meist eine Woche vor der Hochzeit statt und darf auf keinen Fall mit dem Junggesellenabschied verwechselt werden. Beim Polterabend, der normalerweise bei den Eltern der Braut stattfindet, wird Porzellan zerbrochen und auf der ganzen Hofeinfahrt verteilt. Die Scherben sollen böse Geister vertreiben - das gemeinsame Aufräumen der Scherben gilt als Symbolik für Teamwork und eine gute Zusammenarbeit. Bei leckerem Essen und in geselliger Runde können auch Freunde kommen, die es nicht zur Hochzeit schaffen und dem Paar trotzdem alles Gute wünschen möchten. Für die Einladung zum Polterabend bedarf es keiner großen Form: Eine E-Mail, eine Nachricht per Smartphone oder ein Anruf reicht.

Während der Hochzeit

Das Brautkleid: etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues

Ein Brauch, der eigentlich aus England und den USA stammt, findet auch in Deutschland immer mehr Zuspruch: das Brautkleid aus verschieden wertigen Dingen. Neben dem Brautkleid, das in der Regel neu gekauft wird, gehören zu dem Brauch weitere Details und Accessoires, die entweder alt, neu, geliehen oder blau sein sollten. Alles Alte steht als Symbol für das Leben der Braut vor der Hochzeit. Das neue Brautkleid oder neue Schuhe stehen für das neue Leben als verheiratete Frau, etwas Geliehenes soll Glück bringen und symbolisiert die Freundschaft und etwas Blaues steht für ewige Treue.

Reis soll es regnen!

Nach der Trauung wird das Ehepaar, so will es der Brauch, beim Auszug aus der Kirche mit rohen Reiskörnern beworfen. Dazu stehen die Gäste Spalier und rufen ihre Glückwunsche laut aus. Was das zu bedeuten hat? Der Reis steht für Fruchtbarkeit und somit für ein Eheleben mit vielen Kindern.

Im Hochzeitsauto und Autokorso geht es weiter zur Hochzeitsfeier 

Nicht nur Braut und Bräutigam schmeißen sich an ihrem Hochzeitstag in Schale - auch das Auto darf schön geschmückt werden. Als idealer Autoschmuck eigenen sich zum Beispiel die Lieblingsblumen der Frau. Was außerdem für Aufmerksamkeit auf den Straßen sorgt, sind leere Konservendosen, die an einer Schnur hinten am Auto festgebunden werden und während der Fahrt ordentlich rasseln. Schön ist es auch, wenn die gesamte Hochzeitsgesellschaft hinter dem Auto der Brautleute herfährt und deren Autos ebenfalls geschmückt sind - natürlich dezenter als das Auto des Brautpaars. 

Ein absolutes Muss: Der Brautstraußwurf 

Der Brautstrauß wird traditionellerweise vom Bräutigam besorgt, der sich zuvor mit seiner zukünftigen Schwiegermutter genauestens über die Farbe des Hochzeitskleides ausgetauscht hat, damit auch ja alles passt. Am Tag der Hochzeit wechselt der Strauß dann um Mitternacht seine Besitzerin: Üblicherweise stellen sich nämlich genau dann alle ledigen Frauen zusammen und versuchen, den Brautsatrauß zu fangen, den die Braut, mit dem Rücken zu den Frauen gerichtet, in die Menge wirft. Wer den Brautstrauß fängt, wird laut Tradition als nächste heiraten. 

Der Hochzeitswalzer eröffnet die Tanzfläche 

Nach dem Essen wird die Tanzfläche mit einem traditionellen Hochzeitswalzer eröffnet. Hierzu findet sich das Hochzeitspaar auf der Tanzfläche ein, um vor den Augen der Gäste einen der wohl schwersten, aber auch zugleich romatischsten Tänze aufs Parkett zu legen. Die Musik, die dazu spielt, hat das Paar im Vorfeld genauestens ausgesucht und ist der Soundtrack ihrer Liebe. Nach dem Eröffnungstanz können die Eltern des Hochzeitspaares die Initiative ergreifen und mit ihren Kindern tanzen. Nach und nach finden sich dann auch alle anderen Gäste auf der Tanzfläche ein. 

Nach der Hochzeit

Die Braut wird über die Schwelle getragen

Gleich drei Bedeutungen werden diesem Brauch zugeschrieben: Zum einen heißt es, dass die bösen Geister zwischen den Türritzen nur darauf warten, die Braut zum Stolpern zu bringen, was Unglück bedeutet. Um sicher zu gehen, dass die Frau nicht fällt, trägt ihr Ehemann sie über die Türschwelle. Zum anderen symbolisiert das "auf Händen tragen", das Versprechen des Mannes, seine Frau auf ewig auf Händen zu tragen, sie zu unterstützen und aufzufangen. Die dritte Bedeutung ist die des Neuanfangs. Mit dem Einzug ins eigene Heim und der starken Geste, die Frau über die Türschwelle zu tragen, fängt für das Ehepaar eine neue Zeit im Verbund der Ehe an.

 
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