Erholung auf Rezept Tipps für eine entspannende Kur

Ausspannen, neue Energie tanken: Carola Halbritter hatte eine Auszeit dringend nötig. Hier erfahren Sie, wann Krankenkassen eine Kur zahlen.

Entspannen Tipps für eine entspannende Kur © iStockphoto

Nachts lag sie oft schlaflos da, tagsüber fühlte sie sich chronisch erschöpft: Lehrerin Carola Halbritter (44) hatte zu lange geglaubt, sie könne alles locker hinkriegen: Janne (7) und Frieda (6) eine gute Mutter sein, im Job das Beste geben und den Haushalt schmeißen. Doch vor allem ihr Sohn Janne, der mit Down-Syndrom auf die Welt kam, forderte mehr Energie, als sie noch übrig hatte. „Als ich immer schwächer wurde, übernahm mein Mann mehr und mehr Aufgaben“, so die Kasselerin, „aber selbst sein enormer Einsatz konnte die Abwärtsspirale nicht stoppen.“

Ihr Arzt schrieb sie krank. So kam sie zwar nicht zur Ruhe, aber zu einer Einsicht: Eine Kur zum gezielten Wiederaufbau wäre das Richtige. Mit ihrem Mann Thilo, der so eine Therapie auch dringend nötig hatte, beantragte sie eine Familien-Kur. Erst lehnte ihre Krankenkasse ab, doch die beiden blieben dran und ihr Widerspruch hatte Erfolg. Am Ende fuhren alle vier Familienmitglieder in die Mutter-Kind-Klinik Saarwald im Saarland, die auch auf die Behandlung behinderter Kinder spezialisiert ist. „Ein Volltreffer! Janne bekam seine gewohnte neurophysiologische Therapie“, sagt Carola Halbritter, „und wir wieder mehr Kraft und Vertrauen ins Leben.“ Viele Leute wissen nicht, dass sie das Recht auf eine Kur haben. Wir sagen, welche Möglichkeiten es gibt – und wie Sie drankommen.

WAS GENAU ERWARTET EINEN BEI DER KUR?

Ein Team aus Ärzten, Therapeuten, Psychologen, Ernährungsberatern (und bei der Eltern-Kind-Kur auch Erziehern) betreut die Patienten persönlich. Jeden Tag stehen eine bis fünf Anwendungen auf dem Programm, maßgeschneidert für das eigene Krankheitsbild. Dabei hat jede Klinik spezielle Therapieschwerpunkte, zum Angebot zählen meist auch Gruppengespräche. Carola Halb ritter: „In meiner Kur eroberte ich mich Stück für Stück zurück. Ich hatte mich selbst über die Jahre gnadenlos vergessen. Dort lernte ich, abzuschalten, und weiß jetzt, wie heilsam es ist, auch mal egoistisch zu sein.“

 

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