Öl auf meine Haut Ayurveda-Kur in Indien

Unsere Autorin Bettina Winterfeld brauchte dringend eine Auszeit – und fuhr nach Indien zur Ayurveda-Kur. 14 Tage, die ihr Leben veränderten.

Eine Frau meditiert im Lotussitzin Indien mit Blick auf Tal Ayurveda-Kur in Indien © iStockphoto

Das Licht kriecht langsam durch die Bäume, der Rasen ist noch kühl, der Tag noch im Werden. Um sechs Uhr morgens auf den Beinen zu sein, in einem tropischen Garten, fühlt sich fremd an. Es ist vollkommen still. „Don’t let the silence disturb you“, den seltsamen Satz hatte ich gelesen – auf einem Schild im Palast, zu dem dieser Park gehört. Kann Stille stören? Sie kann, sie macht lauter, was wir sonst vor lauter Hektik nicht hören. Weil ich Stress-Symptome habe und einen nervösen Magen, bin ich hier, im „Kalari Kovilakom Resort“ nah am Meer im südindischen Bundesstaat Kerala. Eine Region, in der vor rund 5000 Jahren eine der ältesten Heilslehren der Welt entstanden ist: Ayurveda. Das Sanskritwort steht für „Wissen vom Leben“. Zwei Wochen wird meine Regenerationskur dauern.

Zwei Wochen, in denen ich vieles abstreife und aufgebe, was normalerweise zu mir gehört: Meine Schuhe tausche ich gegen Bastsan - dalen – Leder als tierisches Produkt ist hier tabu. Statt Jeans und Shirt trage ich eine weiße Kurta, ein weites Etwas aus Baumwolle. Beim Eintritt ins Re sort lasse ich meinen westlichen Lebensstil zurück. Hier heißt es: kein Fleisch oder Fisch, keine Eier, kein Alkohol, null Nikotin und Kaffee. Keine Seife. Kein Sex. Kein Fernseher oder Telefon. Auf alle Ablenkungen zu verzichten ist Teil der ayurvedischen Therapie. Ich soll mich voll auf mich selbst konzentrieren. Ob ich das wirklich kann?

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Bettina Winterfeld