Entspannen und Relaxen Alltagslärm ausschalten

Motoren brummen, Lautsprecher plärren: Überall lauern Krachmacher, die nerven und krank machen können – wenn wir es zulassen. Entspannen Sie mit unseren Tipps!

Eine Frau hält sich die Ohren zu, um dem Alltaglärm zu entkommen Alltagslärm ausschalten © iStockphoto

Als Hörfunkjournalist braucht Max Kuball, 30, gute Ohren. Seit einem Popkonzert im vergangenen Herbst machen sie ihm jedoch Probleme: Ein Fiepen, ein Dauerton, zerrt in jeder wachen Minute an seinen Nerven. Nur wenn er Ohrstöpsel trägt, verstummt der Ton – aber auch alles andere. Hätte Kuball damit sein Gehör geschützt, als er beim Konzert vor den haushohen Lautsprechern tanzte, hätte er sich Arztbesuche und Ohrgeräusch erspart.

Nicht jeder Lärm schadet


Der Biss in eine Erdbeere mit etwa 30 Dezibel gilt gemeinhin als leise, ebenso eine normale Unterhaltung bei 60 Dezibel. Beim Zwieback, der mit 65 Dezibel kracht, scheiden sich bereits die Geister. Für Schallpegel am Arbeitsplatz, die dauerhaft über 85 Dezibel liegen, gelten Schutzbestimmungen. 100 bis 110 Dezibel werden in Discos gemessen, zehn Dezibel darüber liegt die Schmerzgrenze: Man hält sich instinktiv die Ohren zu. „Was als Lärm empfunden wird, ist individuell unterschiedlich. Aber alles, was stört, ist schädlich“, sagt Professor Dr. König, Hals-Nasen-Ohren-Experte in Berlin. Der Lieblingssong, das Röhren des Motorrads – einige Geräusche lieben wir so sehr, dass sie gar nicht laut genug sein können.

Ein Risiko: Selbst wer sich, wie Max Kuball, nur kurzfristig Dezibelwerten an der Schmerzgrenze aussetzt, muss mit Folgen rechnen. Die meisten Schäden treten jedoch durch „leisere“ Dauerbelastungen auf. Insgesamt sind 14 Millionen Menschen in Deutschland betroffen, schätzt der Berufsverband der HNO-Ärzte, Tendenz steigend, besonders bei Jugendlichen: In der MP3-Generation hat schon jeder Vierte eine beeinträchtigte Hörleistung. Mediziner fordern Pegelbegrenzungen für Abspielgeräte und Musikveranstaltungen. „Solange der Lärmschutz nur eingeschränkt umgesetzt wird, appelliere ich an die Vernunft“, sagt Professor Dr. König. Es helfe, Abstand zu Lärmquellen zu halten, Ohrstöpsel zu tragen, Lautstärkeregler nicht voll aufzudrehen und den Ohren so oft wie möglich ein wertvolles Geschenk zu machen: Stille – einen Tag ohne Musikberieselung oder einen Spaziergang in der Natur. Kopfhörern, die Lärm mit Gegenfrequenzen neutralisieren, steht er skeptisch gegenüber.

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