Vertrauensärzte

Tandem-Strategie bei trockener Haut

Wer kennt sie nicht? Trockene, juckende Haut. Wie Sie dagegen vorgehen können, erklärt Hautarzt Dr. Prager.

Frau trockene Haut Tandem-Strategie bei trockener Haut © iStock/Thinkstock

Die Patientin, von der ich Ihnen berichten möchte, war zur Kontrolle ihrer Leberflecken zu mir gekommen. Mir fiel bei der Untersuchung auf, dass sie an den Oberarmen und an den Beinen extrem trockene Haut hatte. „Das ist doch normal in meinem Alter“, sagte sie, als sie mein Stirnrunzeln bemerkte.

Trockene Haut reinigen
Produkte für trockene Haut

Eine spannende Angelegenheit. Leider nach jedem Waschen, denn die Hornschicht enthält zu wenig Fett und kann deshalb nicht wirksam vor Feuchtigkeitsverlust schützen. Reichhaltige Cleanser sind gefragt. Mit Hilfe der Mikrozell-Technologie ummanteln sie Schmutzpartikel, lösen sie sanft ab. Extrakte aus natürlichen Mineralien des Toten Meers hinterlassen anschließend einen pflegenden Film auf der Haut und bieten den Zellen einen UV-Schutz.

  1. „Bio-Malve & Bio-Mandel Sanfte Reinigungsmilch“, Lavera, 125 ml ca. 6 Euro. 
  2. „Time to Clear Rich Cleansing Cream“, Ahava, 100 ml ca. 14 Euro. 
  3. „Wohltuende Reinigungsmilch“, Weleda, 75 ml ca. 9 Euro.
„Ich bin 52!“ Es ist zwar richtig, dass die Haut in den Wechseljahren dazu tendiert, trockener zu werden. Oft sind aber auch zu häufiges Waschen, trockene Luft oder falsche Pflege die Ursache. Hinnehmen muss und sollte man trockene Haut aber nicht. Die Patientin berichtete mir, dass sie morgens oft in Hektik ist und sich nach dem Duschen fast nie eincremt. „Ich bin auch davon ausgegangen, dass sich die Haut an Bodylotion gewöhnt und dann noch trockener wird“, sagte sie. Das ist ein weitverbreitetes Missverständnis. Nicht das Cremen bringt die Haut aus der Balance. Oft ist die Kombination aus Wasser und einer nicht rückfettenden Seife schuld. Sie wäscht nämlich auch wertvolle Fette aus. Besser sind Duschöle.

Wie aber gibt man der Haut ihren Schutzmantel am besten wieder zurück? Wir Hautärzte empfehlen die „Tandem-Strategie“: die Haut morgens nach dem Baden oder Duschen mit einer leichten Lotion verwöhnen, die schnell einzieht. Abends sollten Sie eine reichhaltigere Creme verwenden. Welches Produkt Sie bevorzugen, bleibt Ihnen überlassen. Es muss nichts Teures sein. Wichtig ist nur, dass Lotion und Creme feuchtigkeitsspendende Zusätze enthalten, zum Beispiel Glyzerin oder Urea, wie der natürliche Harnstoff wissenschaftlich heißt. Juckt die Haut an den trockenen Stellen schon, sollte sich ein Hautarzt die Stellen ansehen. Erstens, um andere Ursachen wie etwa eine Pilzerkrankung auszuschließen. Und zweitens, weil ein sogenanntes Austrocknungsekzem, eine Entzündung der obersten Hautschicht, unbedingt behandelt werden sollte. Gegebenenfalls muss es eine Weile mit Kortison therapiert werden. Davor braucht man übrigens heute nicht mehr zurückzuschrecken.

Sofern überhaupt erforderlich, setzen wir diese Mittel sehr zurückhaltend ein – da gilt immer das Motto: „So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.“

 Dr. Welf Prager, Hautarzt, Allergologe, Phlebologe und Spezialist für ästhetische Chirurgie und Lasermedizin. Er ist Partner des Dermatologikums Hamburg (www.dermatologikum.de). Sein Wunsch: „Ich möchte, dass Sie sich in Ihrer Haut wohlfühlen“

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