Vertrauensärzte

Muskeln wie Michelle Obama

Wie kriege ich Muskeln wie Michelle Obama? Lieber einen Fitnesstrainer oder doch Protein-Pulver zum Muskelaufbau? Wir verraten es.

Michelle Obama Muskeln wie Michelle Obama © AFP PHOTO / Saul LOEB

Neulich konnte ich in einem Café nicht umhin, das Gespräch zweier Damen am Nebentisch mitzuhören. Die beiden blätterten eine Zeitschrift durch, als die Blonde plötzlich seufzte: „Oberarme wie Michelle Obama, das wär’s!“ – „Kannste vergessen“, erwiderte die Brünette, während sie den letzten Happs Käsekuchen aufgabelte. „Die muss dafür jeden Tag Gewichte stemmen. Von nix kommt nix.“ Wenn ich die Handynummer der US-Präsidentengattin hätte oder zumindest die ihres Fitnesstrainers – ich hätte den beiden eine Wette angeboten.

Ich glaube nämlich nicht, dass Frau Obama täglich trainiert. Mit großer Wahrscheinlichkeit weiß sie, dass Muskelaufbau am besten funktioniert, wenn zwei Tage zwischen den Sporteinheiten liegen. Fraglich ist auch, ob sie dafür Gewichte stemmt. Kann gut sein, dass sie nur Liegestütze und dazu ein paar Sit-ups macht. In der Regel reicht nämlich das eigene Körpergewicht aus, um die Muskeln zu fordern. „Ich bin sicher, dass sie mit Protein-Pulver nachhilft“, mutmaßte die brünette Dame weiter. „Das gibt’s in Amerika überall in Riesendosen. Hab ich selbst gesehen, als wir in Miami waren.“ In Gedanken verdoppelte ich meinen Wetteinsatz. Es ist ein Fitnessmärchen, dass eine aufwendige Spezialernährung mit extra viel Proteinen und wenig Kohlenhydraten nötig ist, um die Muskeln zu stärken. Zwar braucht der Körper Proteine, das heißt Eiweiß, wenn man viel Sport treibt. Aber dafür reicht in der Regel eine abwechslungsreiche Ernährung. Was man sich mit Protein-Shakes darüber hinaus einverleibt, wird alsbald wieder ausgeschieden.

Kurz schweiften die Damen von ihrem Thema ab – Shopping wurde erörtert. Ich wurde erst wieder aufmerksam, als „Michelle“ erneut ins Spiel kam. „Also – schwitzen tut die ja gar nicht“, behauptete die Brünette. „Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass sie von Kopf bis Fuß durchtrainiert ist.“ Zwar ist auch diese Folgerung falsch, Sportler schwitzen eher stärker als Untrainierte, weil ihre Muskeln und Zellen leistungsfähiger sind. Aber ob und wie viel die First Lady transpiriert, das würde ich in meine Wette nun doch nicht einbauen wollen. Obwohl … Falls Sie einen direkten Draht zum Weißen Haus haben, lassen Sie es mich doch bitte wissen.

Prof. Ingo Froböse Der Leiter des Zentrums für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln ist auch Rückenexperte (Buchtipp: „Rücken-Akut-Training“, GU, 19,99 Euro). Er sagt: „Wer keine Zeit für Bewegung hat, hat irgendwann viel Zeit für Krankheiten“

Hier finden Sie unsere Vertrauensärzte in der Übersicht>>