Vertrauensärzte

Bananensohlen gegen Rückenbeschwerden

Schuhe haben nicht immer was mit Modetrends zu tun - sie können auch die Gesundheit beeinflussen.

Bannensohlen gegen Rückenbeschwerden Bananensohlen gegen Rückenbeschwerden © warrengoldswain/ iStock/ Thinkstock

Modetrends kenne ich nicht nur durch meine Mitarbeit bei der FÜR SIE. Ich sehe sie täglich auf dem Campus. Ob kurze Shirts oder Ethno-Look – die Kölner Studentinnen tragen’s mit Begeisterung. Und meist sieht das auch gut aus. Leicht entsetzt war ich allerdings, als ich vergangene Woche eine junge Frau sah, die wie eine Ente den Gang zur Mensa entlangwatschelte. Diese klobigen Schuhe mit Neonstreifen und Bananensohlen sollten jetzt schick sein? An der Essensausgabe bemerkte sie meinen Blick nach unten, Kategorie „Faszination des Grauens“. „Das sind Rocker Soles“, sagte sie stolz. „Sollen gegen meine Rückenschmerzen helfen.“ Der Trick daran sei das ständige Ausbalancieren auf den kurvigen Sohlen: „Der Körper muss die Instabilität ausgleichen. Dadurch werden alle Muskeln gestärkt.“ Bequem sei das allerdings nicht, gab sie zu.

Genau deswegen ist der Gesundheitseffekt auch zweifelhaft. Im weiteren Plausch erfuhr ich, dass sich die Studentin mit ihren „Rockers“ weniger bewegt als sonst, denn das Laufen damit sei „tierisch anstrengend“. Grundsätzlich ist Balancetraining, zum Beispiel auf einem Mini-Trampolin, ja durchaus gut für die Rückenmuskulatur. Noch wichtiger ist aber möglichst viel Bewegung, damit die Durchblutung verbessert und die Knorpel zur Bildung von Gelenkschmiere angeregt werden. Schuhe, die den Spaß am Laufen verderben, sind also eher kontraproduktiv. Sie können sogar gefährlich sein für Leute mit geschwächter Rückenmuskulatur. In einer Studie mit Rückenschmerz-Patienten besserten sich die Beschwerden in einer Turnschuh-Gruppe eher als bei denen, die wochenlang auf „Rocker“-Sohlen unterwegs waren und sogar Rückenübungen damit machten. Die Studentin war übrigens happy, als ich ihr davon erzählt habe. „Ich fand die Dinger auch hässlich“, sagte sie augenzwinkernd.

Prof. Ingo Froböse Leiter des Zentrums für Gesundheit der DSHS Köln und Autor (z. B. „Das Turbo-Stoffwechsel-Prinzip“). Er sagt: „Wer keine Zeit für Bewegung hat, hat irgendwann viel Zeit für Krankheiten“

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Dagmar Metzger, Ingo Froböse