Gesundheit

Medizin zum Nulltarif

Von wegen Medikamente! Das Rezept für ein gesundes Leben besteht aus Zutaten, die’s nicht auf Rezept gibt. Und die uns keinen Cent kosten.

Gesundheit Medizin zum Nulltarif © iStockphoto/Thinkstock

Die Natur schützt vor Burnout 

Das sagt die Forschung: Ein Wald, eine Wiese, ein Park oder ein begrünter Spielplatz. Wer solche Nachbarn hat, leidet seltener unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und lebt länger. Auf dieses Natur-Geheimnis stieß der Mediziner Professor Richard Mitchell von der Universität Glasgow. Auch Angststörungen und Depressionen treten bei Wald- und Wiesennähe um bis zu 30 Prozent seltener auf. 
Das können Sie tun: Ob Joggen, Wandern oder gemütliches Spazierengehen – gerade die Kombination aus Naturkontakt und Bewegung wirkt wie eine Breitbandtherapie gegen Krankheiten. Genauso das Radieschenziehen im eigenen Garten. Sogar Zimmerpflanzen wirken leistungssteigernd und stressmildernd.

Düfte machen schlau

Das sagt die Forschung: Manche Düfte wirken als Fitmacher für unser Gehirn, fand der Geruchsforscher Professor Hanns Hatt heraus. Sie können Ängste lindern und die Konzentration verbessern. Darauf basiert die Aromatherapie: Dabei werden ätherische Öle – also die Duftstoffe von Pflanzen – eingesetzt, um die Durchblutung anzukurbeln oder Blutdruck und Muskelspannung positiv zu beeinflussen. 
Das können Sie tun: Ätherische Öle lassen sich mit Hilfe einer Duftlampe vielseitig einsetzen. Dazu gibt man je nach Raumgröße 2 bis 6 Tropfen des Öls in das Schälchen Wasser, das über dem Teelicht hängt. Spritzige Zitrusdüfte wie Lemongras oder Orange beleben, warme Düfte wie Jasmin oder Sandelholz beruhigen. Im Badewasser kommt die pflegende Wirkung auf die Haut hinzu. Dafür 3 bis 5 Tropfen des Öls in 3 Esslöffel Sahne rühren und in die Wanne geben.

Stille schenkt ein gesundes Herz 

Das sagt die Forschung: Ob Radio, Internet, E-Mail, Werbung oder Handy – die Flut an Informationen, die auf uns einströmt, wächst Tag für Tag. Das begünstigt psychosomatische Erkrankungen wie Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden, warnen Forscher der Universität Erlangen. Noch gefährlicher ist Lärm. So zeigt eine aufsehenerregende Untersuchung des Bremer Epidemiologen Professor Eberhard Greiser, dass Frauen ein fast doppelt so hohes Herz-Kreislauf-Risiko tragen, wenn sie eine Lärmbelastung von 60 Dezibel und mehr ertragen müssen. 
Das können Sie tun
: Das beste Mittel gegen Lärm und Info-Flut heißt Stille. „Nutzen Sie regelmäßig die kleinen Momente des Innehaltens, die sich im Tagesverlauf bieten“, rät die Dresdner Psychologin Dr. Ilona Bürgel. „Lassen Sie beim Autofahren das Radio aus, schalten Sie stundenweise das Handy ab, greifen Sie zum Buch statt zur Fernbedienung.“ Nebeneffekt: Die Info-Nulldiät erspart einem negative Nachrichten, die per Radio oder TV ins Unterbewusstsein sickern. Mini-Meditationen helfen zudem, die Gedanken zur Ruhe zu bringen – etwa konzentriertes Rückwärtszählen von 100 auf null oder das stille Beobachten der eigenen Gedanken.

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