Natürliche Medizin

Heilende Gartenkräuter

Die beste Medizin wächst direkt vor der Haustür. Die Wirkung vieler Heilpflanzen ist den Menschen längst bekannt – und inzwischen auch wissenschaftlich belegt. 

Heilkräuter Heilende Gartenkräuter © istockphoto

Kraut Sonnenhut

Sonnenhut

SONNENHUT unterstützt das Immunsystem

Wo er herkommt: Der Sonnenhut stammt aus Amerika, blüht aber auch bei uns in vielen Gärten. Wenn er am schönsten ist und sich seine purpurfarbenen Blätter nach oben recken, verströmt er keinen Duft. Erst wenn sie sich zurückbiegen, riecht er nach Honig. Dann wird das freiliegende Körbchen zur Anflugstelle von Bienen und Schmetterlingen. Nach der Bestäubung duftet der Sonnenhut nach Vanille. Was er kann: Als „Echinacea“ waren Extrakte bestimmter Sonnenhutarten in den USA schon vor 100 Jahren Bestseller. Die Mittel wurden vor allem zur Wundheilung, bei Harnwegsinfekten und bei Erkältung eingesetzt. Inzwischen gibt es Hunderte von Studien zur Wirkung auf das Immunsystem. Wie wir ihn heute nutzen: In Kombination mit Wildem Indigo und Lebensbaum (z.B. als rezeptfreies Fertigpräparat „Esberitox“ aus der Apotheke) scheint der Sonnenhut besonders effektiv zu sein. Studienteilnehmer mit Erkältungen wurden damit zwei bis drei Tage früher gesund als eine Vergleichsgruppe ohne Medikamente.

Kraut Traubensilberkerze

Traubensilberkerze

TRAUBENSILBERKERZE stoppt Wechseljahrsprobleme

Wo sie herkommt: Nordamerikanische Indianerinnen verwenden die Traubensilberkerze („Cimicifuga“) traditionell gegen Regel- und Wechseljahrsbeschwerden. Was sie kann: Die Wirkung gegen Hitzewallungen und andere Probleme in den „heißen Jahren“ ist wissenschaftlich bestätigt. Untersuchungen der Universität Göttingen zeigten, dass der Pflanzenextrakt ganz anders wirkt als ein Hormon. Der Grund: Er beeinflusst im Gehirn die Nervenbotenstoffe Serotonin und Dopamin. Im Gegensatz zur „Hormonersatztherapie“ mit synthetisch hergestellten Östrogenen erhöhen die Extrakte daher nicht das Risiko für Krebs und Herzkrankheiten. Wie wir sie heute nutzen: Traubensilberkerzen-Präparate sollten Sie ausschließlich in Apotheken kaufen, um eine ausreichend hohe Dosierung zu bekommen (empfehlenswert ist z. B. das rezeptfreie „Remifemin“). Diese Mittel schützen zusätzlich die Knochen, wirken dem Abbau (Osteoporose) entgegen.   

Kraut Wasserdost

Wasserdost

WASSERDOST beugt Erkältungen vor

Wo er herkommt: Auch der Wasserdost wurde zuerst von Schamanen als Heilmittel entdeckt. Sie kurierten mit ihm Fieber, Schmerzen und Erkältungen. In England galt er im 17. Jahrhundert kurioserweise als Hausmittel gegen Sommersprossen. Was er kann: „Xylane“ heißen die Substanzen des Astergewächses, welche die „Fresszellen“ des Immunsystems aktivieren können. Studien zeigen, dass Wasserdost-Präparate die Erkältungszeit halbieren. Sie wirken aber auch vorbeugend. Wie wir ihn heute nutzen: Apotheken bieten homöopathische Arzneimittel mit Wasserdost rezeptfrei an (z.B. „Contramutan“). Diese können problemlos mit anderen Mitteln gegen Erkältung und sogar mit Antibiotika kombiniert werden.

Kraut Rosskastanie

Rosskastanie

ROSSKASTANIE gibt den Beinen Power

Wo sie herkommt: „Werden Rosscastanien genennt, dieweil sie den keichenden Rossen behülfflich seyn“, heißt es 1625 in den Schriften des Kräuterkundlers Tabernaemontanus. Damals wurden nämlich Pferde mit Kastanien gefüttert, wenn sie Husten oder Schnupfen hatten. Was sie kann: Die Samen enthalten viele Gerbstoffe und Flavonoide. Vor allem das sogenannte Aescin hilft gegen Entzündungen, stabilisiert die Gefäßwände und verbessert die Fließeigenschaften des Bluts. Wie wir sie heute nutzen: Rezeptfreie Rosskastanien-Mittel aus der Apotheke helfen gegen Krampfadern, Venenentzündungen, Hämorrhoiden, schwere Beine und Juckreiz. 

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Autor:
Dagmar Metzger