Welche Farben wirken Heilen mit Licht

Neue Therapien revolutionieren mit rotem, blauem und weißem Licht die Medizin. Preiswert und ohne Nebenwirkungen.

Lichttherapie Heilen mit Licht © istockphoto

Warmes Rot kuriert die Erkältung

Schweiß muss flließen, wenn sich Speckröllchen verdünnisieren sollen. Diese altbekannte Tatsache brachte den Regensburger Mediziner Dr. Frank Möckel auf die Idee, abnehmwillige Frauen in seinen Rotlicht-Bezirk zu schicken. Während sie sich auf dem Heimtrainer abstrampelten, richtete er spezielle Infrarot-Strahler mit Tiefenwärmewirkung auf Taille, Hüfte und Oberschenkel. Lohn der Anstrengung: Nach einem Trainingsmonat – dreimal 45 Minuten pro Woche – hatten die Fettpolster an diesen Stellen im Schnitt acht Zentimeter Umfang verloren. In der Vergleichsgruppe ohne Rotlicht gab’s nur ein Minus von 1,8 Zentimetern. Selbst mit Fitness in der Sauna hätten die Probandinnen kaum das gleiche Ergebnis erzielt. Das Besondere an den elektromagnetischen Wellen, die wir rötlich wahrnehmen: Sie dringen bis zu fünf Zentimeter unter die Haut. Dort erwärmen und weiten sie die Blutgefäße. Der ansonsten träge Stoffwechsel des Fettgewebes wird angekurbelt.

Tiefenwärme kurbelt Kreislauf und Stoffwechsel an


Dass warmes Rot das Blut in Wallung bringt, dadurch Schmerzen lindert und Heilprozesse in Gang setzt, wussten schon unsere Mütter. Sie platzierten uns vor der Wärmelampe, wenn wir erkältet waren. Dass die wirksame und preiswerte Therapie aus der Mode kam, liegt wohl daran, dass sie manchmal falsch eingesetzt wird. „Bei starkem Schnupfen oder wenn die Nasenschleimhaut geschwollen ist, sollten Sie kein Rotlicht verwenden“, rät Professor Rainald Knecht, Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung der Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf. „Durch die Wärme kann die Nase noch weiter zuschwellen.“ Allerdings: Hat man bei chronisch entzündeten Nebenhöhlen eine freie Nase, können die Infrarot-Wellen den unangenehmen Druck mildern.

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