Naturmedizin

Alternative Naturmedizin

Pflanzen haben im Laufe der Evolution hochwirksame Stoffe gegen Keime entwickelt. Was die Top Five der starken Naturheilmittel können.

Kräuter Gesundheit Alternative Naturmedizin © iStock/Thinkstock, LULU/Jalag Syndication

Kaplandpelarnie bekämpft Atemwegsinfekte 

Kapland Pelargonie
Wurzelextrakte der südafrikanischen Geranie haben vor gut 100 Jahren einen lungenkranken englischen Major geheilt, der sie zum Dank bekannt machte. Heute gibt es sie in Form von Tropfen oder Tabletten (z. B. „Umckaloabo“, rezeptfrei in Apotheken). „Sie verändern die Oberfläche der Schleimhaut“, erklärt FÜR SIE-Vertrauensarzt Dr. Martin Adler, Bakterien und Viren haben es dadurch schwerer anzudocken. Zudem aktivieren sie unsere Killerzellen, können selbst Viren abtöten und verhindern die Vermehrung von Bakterien.

Gelbwurz reguliert die Verdauung 

Gelbwurz
In der ayurvedischen Medizin ist Kurkuma seit Jahrtausenden eine der wichtigsten Arzneien. Das Charakteristikum der indischen Knolle – die gelbe Farbe – macht sie so gesund: Wissenschaftler konnten nachweisen, dass der Farbstoff in der Gelbwurz anti-entzündliche Wirkung hat. Derzeit wird sogar geforscht, ob er Krebstherapien unterstützen kann. Belegt ist: Gelbwurz hilft bei Verdauungsproblemen wie Völlegefühl und Blähungen, weil er die Gallentätigkeit anregt. Da die Substanz kaum wasserlöslich ist und daher nur in geringen Mengen über den Darm aufgenommen wird, sind dafür hohe Konzentrationen nötig – wie z. B. in „Pankreaplex mono“-Kapseln (rezeptfrei in Apotheken).

Zwiebeln lindern Halsentzündungen 

Zwiebeln
Allicin, das bei Zwiebeln (und auch bei Knoblauch) für den scharfen Geruch verantwortlich ist, schützt das Gemüse nicht nur vor Fressfeinden, sondern auch vor Keimen. Uns hilft es gegen eine ganze Reihe von Beschwerden – vom grippalen Infekt bis zum Insektenstich. Es wirkt nämlich desinfizierend und entzündungshemmend. Das Rezept: bei Halsentzündung zwei Zwiebeln schälen und würfeln. Mit zwei Esslöffeln Zucker in ein Marmeladenglas geben. Fest verschließen, gut schütteln. Nach zwei Stunden hat sich ein Erkältungssirup gebildet. Oder das klein gehackte Gemüse roh in ein Säckchen packen und es auf den Hals legen, mit einem Schal fixieren. Mehrere Stunden wirken lassen.

Kapuzinerkresse heilt die Blase 

Kapuzinerkresse
Bei unkomplizierten Blasenentzündungen würde jede dritte Frau gern auf Antibiotika verzichten, zeigt eine niederländische Studie. Das geht – mit Senföl-Glykosiden, die in Kapuzinerkresse stecken. Sie stoppen das Wachstum von Bakterien. Weil sie auch in der Lunge wirken, kann man mit ihnen Atemwegsinfekte bekämpfen. Für einen Aufguss zwei Teelöffel frisch zerzupfte Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen. Nach zehn Minuten abseihen. Dreimal täglich je eine Tasse trinken.

Thymian stoppt Bronchitis 

Thymian
Die ätherischen Öle der mediterranen Kräuter wirken ähnlich stark keimhemmend wie Senföle. Dazu hat Thymian antientzündliche und schleimlösende Eigenschaften. Er ist also ein ideales Mittel gegen Husten und Bronchitis. Am besten verwendet man die Pflanze in Form von Tropfen oder Kapseln (z. B. „Soledum forte“, rezeptfrei in Apotheken). Für die Fertigarzneien werden nämlich besonders wirkungsvolle Pflanzen im Mittelmeerklima gezüchtet.

Vorsicht bei Antibiotika

FÜR SIE-Vertrauensarzt Dr. Martin Adler sagt: Vorsicht bei Antibiotika

Herr Dr. Adler, warum sollten wir weniger Antibiotika nehmen?

Dr. Martin Adler: Übermäßiger Einsatz führt dazu, dass Krankheitserreger lernen, der Medizin zu widerstehen. Irgendwann wirkt das Antibiotikum nicht mehr – womöglich dann, wenn man es dringend braucht. Leider werden sie auch viel zu häufig bei Erkältungskrankheiten verschrieben. Diese werden zu 90 Prozent von Viren ausgelöst, gegen die Antibiotika nicht helfen. Mit einem sachgemäßeren Umgang könnte der Verbrauch um 70 Prozent reduziert werden.

Was tun, wenn der Arzt Antibiotika bei Erkältung verordnet?

Fragen Sie, ob das wirklich sein muss. Erst wenn eine Erkältung so sehr verschleppt ist, dass sich Bakterien in den Atemwegen eingenistet und Entzündungen verursacht haben, ist die Grenze pflanzlicher Mittel erreicht. Ob dem so ist, kann der Arzt anhand eines Blutbilds feststellen.

Was sollte ich bei der Einnahme eines Antibiotikums beachten?

Man sollte es nicht mit Milch, Grapefruitsaft oder magensafthemmenden Präparaten (etwa gegen Sodbrennen) nehmen, um die Wirksamkeit nicht zu gefährden. Viele Patienten beenden die Therapie zu früh. Das kann zum Wiederaufflammen der Krankheit führen. Nehmen Sie Antibiotika immer nach Anweisung des Arztes.

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