Alternative Heilmethoden Schüßler-Salze

Leichter – und besser – geht’s kaum: Mit nur zwölf Mineralstoffen lassen sich viele Alltagsbeschwerden rasch lindern. Lesen Sie selbst.

Schüßler-Salze Schüßler-Salze © Gerhard Seybert-Fotolia

Eine „abgekürzte Therapie“ nannte Wilhelm Heinrich Schüßler seine Methode, die er Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Homöopathie entwickelte: Sie sollte einfach und auch für Laien anwendbar sein. Statt der damals bekannten 300 Homöopathika setzte der Mediziner bei der Behandlung seiner Patienten lediglich zwölf Mineralsalze ein.

DER GEHEIMTIPP GEGEN SCHMERZEN: DIE „HEISSE SIEBEN“

Schüßler-Salze sind als Tabletten, Pulver, Tropfen und Globuli in Apotheken erhältlich. Für die Selbstbehandlung werden die Salze meist in der Potenzierung D6 angeboten (Ausnahme Nr. 11, Silicea, als D12). Für die Dosierung gilt: Bei akuten Beschwerden alle 5 bis 15 Minuten eine Tablette langsam im Mund zergehen lassen. Bei Nachlassen der Symptome die zeitlichen Abstände vergrößern. Bis zum Abklingen drei- bis sechsmal täglich jeweils ein bis zwei Tabletten.

  • NR. 3 FERRUM PHOSPHORICUM: Eisenphosphat hilft gegen akute Entzündungen, rechtzeitig eingenommen stimuliert es das Immunsystem und kann so aufziehende Erkältungen verhindern. Auch leichte Sonnenbrände werden damit gelindert.
  • NR. 6 KALIUM SULFURICUM: Kaliumsulfat hat sich bei chronischen Entzündungen bewährt, etwa bei wiederkehrenden Bindehaut- und Blaseninfekten, hartnäckigen Hautausschlägen und Rheuma.
  • NR. 7 MAGNESIUM PHOSPHORICUM: Das Krampf- und Schmerzmittel unter den Schüßler-Salzen. Es wirkt besonders gut als „Heiße Sieben“: Zehn Tabletten in einem Glas mit heißem Wasser auflösen, die Lösung langsam und schluckweise trinken.
  • NR. 11 SILICEA: Das Kosmetikum unter den Schüßler-Salzen, das das Bindegewebe strafft, Haare zum Glänzen bringt und Nägel kräftigt. Silicea stärkt auch die Knochen und kann zur Vorbeugung von Osteoporose eingenommen werden.

Wie funktionieren sie?

Bei umfangreichen Forschungen hatte Schüßler entdeckt, dass in allen menschlichen Zellen bestimmte Salze vorkommen und offensichtlich maßgeblich den Stoffwechsel regeln. Nach Schüßlers Auffassung sind alle Krankheiten Folgen eines gestörten Mineralstoffhaushalts – durch Zufuhr der entsprechenden Mittel wird das Gleichgewicht wiederhergestellt und die Selbstheilungskräfte werden stimuliert. „Der Körper hat verlernt, seine Mineralstoffe richtig zu nutzen. Durch die Gabe von Schüßler-Salzen erlernt der Körper das wieder“, erklärt Jörg Grünwald den Ansatz.

So ist beispielsweise Eisenphosphat für die Blutbildung wichtig, es unterstützt den Sauerstofftransport und damit die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Mangelernährung und andere Faktoren entziehen dem Organismus Eisenphosphat, die Folge sind Erkältungen, Erschöpfung und Entzündungen. Mit Ferrum phosphoricum, dem Schüßler- Salz Nr. 3, lassen sich diese Beschwerden rasch lindern und die Abwehrkräfte stärken. Als ausgebildeter Homöopath setzte Schüßler auch bei den Salzen auf das Prinzip der Potenzierung: Durch die vielfache Verdünnung entfaltet eine Substanz eine feinere Wirkung und gelangt so besonders gut durch die Zellmembran in die Zelle. Die Mineralstoff-Therapie wurde nach dem Tod von Wilhelm Heinrich Schüßler kontinuierlich weiterentwickelt, mittlerweile gibt es auch zwölf Salben und weitere Ergänzungssalze.

Wann können sie helfen?

„Die Methode bietet sich hervorragend zur Selbstbehandlung an“, sagt Jörg Grünwald. Mit Schüßler- Salzen lassen sich viele Alltagsbeschwerden lindern, etwa Erkältungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Magenprobleme, Durchfall und auch Muskelkater. Auch als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung, etwa bei Diabetes, können Mineralstoffe hilfreich sein. Eine fundierte Einführung gibt zum Beispiel der Ratgeber „Schüßler- Salze“ von Günther H. Heepen (Gräfe und Unzer, 22,90 Euro).

Wie ist der Forschungsstand?

Es gibt bisher keine klinischen Studien, die die Wirksamkeit belegen. Trotzdem wächst die Schar der Anwender stetig, denn die Methode ist einfach, preiswert und gilt als absolut ungefährlich, was besonders Eltern und werdenden Müttern wichtig ist. Gute Erfahrungen sprechen sich herum und sind für viele Menschen stichhaltiger als wissenschaftliche Untersuchungen. „Und ein Heilerfolg braucht keine Studie“, meint Grünwald.

Wie finde ich Experten?

Heilpraktiker, die auf die Mineralstoff- Therapie nach Dr. Schüßler spezialisiert sind, werden vom Biochemischen Bund Deutschlands vertreten. Adressen und weitere Informationen im Internet: www. biochemie-online.de.

Was und wann zahlt die Kasse?

Behandlungen beim Heilpraktiker werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen in der Regel nicht übernommen.

FAZIT: Sie sollen Störungen im Mineralstoffhaushalt ausgleichen und die Immunkräfte des Körpers anregen. Schüßler-Salze sind preiswert und haben keine Nebenwirkungen, die Methode ist einfach, eignet sich gut für die Selbstbehandlung (auch bei Kindern).