Alternative Heilmethoden im Check Homöopathie

Eine bahnbrechende Entdeckung: Das Ähnlichkeitsprinzip des Dr. Samuel Hahnemann bewährt sich seit rund 200 Jahren.

Homöopathie Homöopathie © marilyn barbone-Fotolia

Ein Stolpern in der Sandkiste, ein Sturz von der Schaukel: Wenn sich auf dem Spielplatz ein kleiner Unfall ereignet, zieht bestimmt eine der anwesenden Mütter Arnika-Kügelchen aus der Tasche, das wohl bekannteste homöopathische Mittel bei Verletzungen. Und jede Frau, die unter Menstruationsbeschwerden leidet, bekommt irgendwann von einer Freundin den Tipp, es mit Pulsatilla zu probieren. Ob akut oder chronisch – es gibt Kügelchen gegen alle Beschwerden.

Wie funktioniert die Therapie?

Die Grundidee seiner Heilmethode entdeckte Samuel Hahnemann (1755–1843) im Jahr1790 bei einem Selbstversuch: Der sächsische Arzt und Chemiker nahm Chinarinde ein, damals ein übliches Mittel gegen Malaria. Obwohl er nicht selbst erkrankt war, spürte er daraufhin typische Symptome des Tropenfiebers. Hahnemann schloss daraus, dass eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Beschwerden verursacht, einem Kranken mit ähnlichen Symptomen helfen kann. Seine Methode bekam deshalb den aus dem Griechischen abgeleiteten Namen Homöopathie, was etwa „Ähnlich dem Leiden“ bedeutet.

Beispiele aus dem Alltag verdeutlichen dieses Ähnlichkeitsprinzip: Wer Zwiebeln schneidet, dem tränen die Augen, oft läuft auch die Nase, ganz wie bei einem Schnupfen. Darum wird die Küchenzwiebel (Allium cepa) in der Homöopathie bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Tabacum (Tabak) wirkt gegen Übelkeit und Schwindel – also gegen genau die Beschwerden, unter denen man beim Rauchen der ersten Zigarette leidet, Urtica urens (Brennnessel) bei leichten Verbrennungen. Damit es nicht zu Nebenwirkungen kommt, werden die Ausgangssubstanzen stark verdünnt und aufbereitet. Diese geringen Dosierungen nennt der Homöopath Potenzen. Eingenommen werden sie meist als kleine Kügelchen, Globuli genannt, es gibt sie aber auch als Tropfen oder Tabletten. Sie sollen dem Körper den Impuls geben, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. „Nicht die Homöopathie heilt“, sagt Jörg Grünwald, „sie hilft, sich selbst zu heilen.“

Wann kann sie helfen?

Bei leichteren akuten Beschwerden wie etwa Schnupfen, Husten oder grippalen Infekten mit Fieber, Hals- oder Ohrenschmerzen, bei Prellungen und anderen kleinen Verletzungen können Sie sich selbst behandeln. Das passende Mittel finden Sie schnell mit Hilfe eines Ratgebers (z. B. Sven Sommer: „Homöopathie GU Kompass“, Gräfe und Unzer, 9,90 Euro). Tritt innerhalb weniger Tage keine Besserung ein, sollten Sie zum Arzt gehen. Gute Ergebnisse erzielt die Homöopathie auch bei psychosomatisch bedingten Beschwerden wie Schlaflosigkeit oder PMS sowie chronischen Erkrankungen wie Rheuma, Allergien oder Neurodermitis. Weil in diesen Fällen die Wahl des richtigen Mittels komplizierter ist, sollten Sie einen erfahrenen Homöopathen aufsuchen.

 

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