Homöopathie Methoden der Alternativmedizin

Wofür setzt man Heilpilze ein, und was genau ist Feldenkrais? Wir stellen Ihnen neun ganz verschiedene Methoden aus der Alternativmedizin vor. Und sagen, wann sie helfen können.

Alternative Medizin Methoden der Alternativmedizin © Thinkstock

Zwei Drittel aller Deutschen setzen mittlerweile auf Naturheilmedizin. Sie gehen zum Heilpraktiker und probieren homöopathische Mittel aus oder Akupunktur. Auch immer mehr Ärzte verfügen über Zusatzausbildungen für alternative Heilmethoden. Sogar gesetzliche Krankenkassen bieten zusätzliche Wahltarife für komplementäre Verfahren an. Vor allem bei chronischen Leiden wie Rheuma, Bluthochdruck, Herzproblemen, Lungenerkrankungen, Asthma, entzündlichen Darmerkrankungen und allen chronischen Schmerzerkrankungen können viele Komplementärmediziner Erfolge vorweisen. So lässt sich zum Beispiel die Einnahme von starken Schmerzmitteln wie Morphinen häufig drastisch reduzieren und damit auch die Nebenwirkungen.

„Grundsätzlich zeichnet Naturheilverfahren aus, dass die Selbstheilungskräfte aktiviert werden“, so Professor Dr. Gustav Dobos, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Naturheilkunde und Direktor der Naturheilklinik in Essen-Mitte. Gerade bei leichteren Beschwerden lohnt es sich, auszuprobieren, was teilweise schon seit Jahr hunderten bewährt ist, ob Hausmittel oder Heilmethode aus anderen Kulturen. Als kleine Orientierung stellen wir Ihnen eher unbekannte Ansätze wie die indianische Heilkunde oder das traditionelle japanische Kampo sowie weit verbreitete Methoden wie Feldenkrais und Phytotherapie vor.

1. Heilpilze

Allgemeines: Pilze haben gesundheitsfördernde Kräfte, die in der sogenannten Mykotherapie zum Einsatz kommen. Bei uns werden heute vor allem die Erkenntnisse aus der chinesischen Heilkunst genutzt, wo Speisepilze und ihre gesundheitlichen Effekte wissenschaftlich gut erforscht sind. Denn im Westen ist das jahrtausendealte Wissen um die dosierte Gabe von gestoßenen Pilzen oder Pilzextrakten bis auf wenige Überlieferungen, unter anderem von Hildegard von Bingen, weitgehend verloren gegangen. Erst seit den 1970er Jahren wird auch in Deutschland wieder über Pilze geforscht.

Anwendungsgebiet: Zum Aufbau einer stabilen Immunabwehr, aber auch bei Wechseljahrsbeschwerden, Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose und Entzündungsprozessen.

Behandlung: In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und Naturheilkunde verordnen Ärzte und Heilpraktiker Pulver aus getrockneten Pilzen – meist für eine ganzheitliche vorbeugende Therapie. Aber auch Pilz-Extrakte können zum Einsatz kommen.

Indianische Heilkunst

Indianische Heilkunst

2. Indianische Heilkunst

Allgemeines: Die Naturmedizin der Ureinwohner Amerikas hilft uns bei vielen Beschwerden – ohne dass wir es wissen. Denn etliche pflanzliche Arzneien, die wir in Apotheken kaufen, basieren auf dem Wissen der Indianer. Ihre Grundidee: Jedes Lebewesen ist eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Medizinmänner nehmen Kontakt zu den Dämonen einer Krankheit auf. Mit Hilfe von Ekstase oder Meditation dringen sie in metaphysische Regionen vor, vermitteln zwischen Diesseits und Jenseits und bitten die Götter um Hilfe.

Anwendungsgebiet: Medizinmänner kennen für alle Beschwerden ein Rezept. Bei uns haben sich ihre pflanzlichen Rezepturen bei Alltagsleiden wie Schnupfen, Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen und muskulären Störungen bewährt.

Behandlung: In Europa steht die Kräuterheilkunde der indianischen Medizin im Vordergrund. Bekannt sind beispielsweise die Pflanzen Wasserdost gegen grippale Infekte sowie Echinacea zur Stärkung des Immunsystems. Oder die Rinde des Chinarindenbaums gegen Schmerzen und Fieber.

Feldenkreis

Feldenkreis

3. Feldenkrais

Allgemeines: Die Selbstwahrnehmung steht im Mittelpunkt der Bewegungstherapie des israelischen Physikers Moshé Feldenkrais (1904–1984). „Wenn ich weiß, was ich tue, kann ich tun, was ich will“, so seine Philosophie. Erlernte Bewegungsmuster sind im Gehirn gespeichert und jederzeit abrufbar. Doch manche von ihnen schaden Körper und Seele. Dann sind neue Impulse gefragt, die unsere Beweglichkeit und unseren Geist erweitern. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse stützen die Vorstellung, dass eine Vielfalt an Bewegungen zu komplexen Verknüpfungen im Nervensystem führt.

Anwendungsgebiet: Rückenbeschwerden, Gelenkschmerzen, Arthrose, Osteoporose und Kopfschmerzen. Außerdem in der Reha nach Schlaganfällen oder zum Stressabbau.

Behandlung: In Einzel sitzungen und Kursen werden Abläufe vermittelt, die auf eine neue Beweglichkeit abzielen. Der Therapeut lehrt leichte und sanfte Bewegungen, indem er sie am passiven Patienten, der dabei meist liegt, durchführt. Das bewusste Wahrnehmen der Bewegung ist das Ziel, sodass der Patient sie sich besser merken und üben kann.

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