Zuckerkrankheit: Diabetes

Deutschland hat eine der höchsten Diabetes-Raten. Die Diagnose veränderte auch Brittas Leben. Hier erzählt sie uns ihre Geschichte

Zucker Zuckerkrankheit: Diabetes © liveostockimages - iStockphoto

"Mit 47 sind Sie eigentlich noch zu jung für Altersdiabetes." Ich starrte meine Hausärztin ungläubig an: Das musste ein Irrtum sein. Zwei Jahre zuvor waren meine Blutzuckerwerte noch perfekt gewesen. Außerdem: Ich hatte nie, auch nicht in den letzten Monaten, Symptome gespürt. Klassische Hinweise auf Diabetes sind zum Beispiel starker Durst, häufiger Harndrang, Müdigkeit, Juckreiz und erhöhte Infektanfälligkeit. Es ging mir blendend. Nur, da war dieser Laborwert, der besagte, dass ich Diabetes habe. Fehldiagnose? Leider nein, wie sich bei einem weiteren Test herausstellte. Ich war völlig  geschockt: gestern noch gesund – heute chronisch krank. Im Geiste sah ich mich schon mit Insulinspritzen hantieren und um jede Süßigkeit einen großen Bogen machen. Meine vermutlich sehr eintönige Nahrung würde ich anhand einer Broteinheiten-Tabelle überprüfen. Die Ärztin beruhigte mich: „Vom Insulinspritzen sind Sie noch weit entfernt.“ Ich sollte erst einmal  versuchen, den erhöhten Blutzucker in den Griff zu bekommen, indem ich meine Ernährung umstelle: weniger Fett und Zucker, mehr Obst und Gemüse. Abnehmen wollte ich auch – so zehn Kilo wären gut. Und mich jeden Tag so viel wie möglich bewegen.

Drei Jahre ist das nun her, und gleich damals wurde mir klar, dass Diabetes eine Sache ist, bei der dem Kranken die gesamte Verantwortung zugeschoben wird. „Du treibst ja auch keinen Sport, Britta, und bist in den letzten Jahren ganz schön moppelig geworden. Jetzt kriegst du die Quittung.“ Das musste ich mir von Freunden und Bekannten anhören. Dabei gibt es genug Menschen, die viel dicker und fauler sind als ich. Und die werden nicht zuckerkrank. Natürlich ist da noch die erbliche Komponente. Aber weder meine Mutter noch mein Vater sind Diabetiker. Nur ein entfernter Onkel – und ausgerechnet der ist nun ganz schlank!

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Autor:
Uta König