Gesundheit

Wir klären auf: Zahnmythen

Süßes gegen Karies. Das kann doch gar nicht stimmen, oder? Doch! Verblüffende neue Forschungsergebnisse räumen mit alten Mythen auf.

Ist Honig so gesund wie angenommen? Wir klären auf: Zahnmythen © George Doyle/ Stokbyte/ Thinkstock

Naturhonig macht die Zähne gesund

Obwohl er so süß schmeckt, ist Honig Balsam für die Zähne. Naturbelassene Sorten (auf den Etiketten vermerkt) enthalten nämlich sogenannte Inhibine. Und die, fanden neuseeländische Forscher heraus, hemmen das Wachstum von Karies-Bakterien. Allerdings regieren die Inhibine – ein Mix aus mehreren Hemmstoffen, von denen noch nicht alle bekannt sind – empfindlich auf Hitze. Der Honig wirkt also nicht in Tee oder heißer Milch. Experten empfehlen daher, täglich einen Naturjoghurt mit einem Löffel Honig zu genießen. Da in dem Bienenprodukt selbst auch Trauben- und Fruchtzucker stecken, die nicht alle neutralisiert werden, sollte man eine halbe Stunde nach dem Verzehr trotz der Anti-Karies-Wirkung Zähne putzen.

Zähneputzen hilft gegen Krankheit

Einige Kilo zu viel? Das könnte die Folge einer Zahnfleischentzündung sein, haben US-Forscher des Forsyth Institute in Boston entdeckt. Sie fanden im Speichel übergewichtiger Frauen hohe Konzentrationen eines Bakteriums, das bei Zahnfleischerkrankungen auftritt. Die Vermutung von Studienleiter Professor Max Goodson: „Diese Keime könnten schuld sein an vermehrten Fetteinlagerungen.“ Parodontitis, so der Fachbegriff, hat auch Auswirkungen auf unsere Organe. Studien belegen, dass sie unter anderem Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Rheuma und Herz-Kreislauf-Störungen begünstigen kann. Sogar ein Zusammenhang mit dem Auftreten der Alzheimer-Krankheit wird vermutet. Sorgfältige Mundhygiene – am besten mindestens zweimal wöchentlich zusätzlich mit Zahnseide – hält also den gesamten Organismus gesund.

Mit leerem Magen ist die Zahnreinigung viel angenehmer

Wer sich eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) gönnt, ist laut Studien nicht nur besser gegen Karies und Zahnfleischprobleme geschützt. Danach sind die Zähne auch sichtbar weißer und spürbar glatter. Viele verzichten allerdings darauf, weil sie das Prozedere unangenehm finden. Denn das Abkratzen harter Beläge oder die Pulverstrahlbehandlung im Mund kann das Zahnfleisch reizen. Weniger schmerzhaft ist die PZR, wenn man sich mit leerem Magen auf den Behandlungsstuhl legt, haben britische Forscher der Uni Liverpool jetzt entdeckt. „Hunger und Schmerz konkurrieren offenbar darum, bestimmte Verhaltensmuster auszulösen, wenn sie gleichzeitig erlebt werden“, erklärt Studienautorin Dr. Hazel Wright. In ihrer Untersuchung siegte der Hunger stets über den Schmerz: „Versuchspersonen, die satt waren, empfanden Schmerzen stärker als die Hungrigen“, berichtet Dr. Wright.

Milch und Obst sind gesünder als nur Obst

Nähe Sex

Mythen gibt es überall. Wir klären auf, zum Beispiel diese Themen:

Einen Apfel essen, statt die Zähne zu putzen? Das ist ein Mythos. Tatsache ist: Zwar enthalten Äpfel viele Vitamine und Mineralien, die die Zähne gesund halten. Aber wie jedes Obst stecken auch Äpfel voller Zucker und Säuren, die den pH-Wert des Speichels verändern und den Zahnschmelz angreifen. Besser, Sie kombinieren die Vitamin-Lieferanten mit Milchprodukten, reiben sich also den Apfel in einen Joghurt oder mixen sich einen Erdbeershake. Mineralstoffe der Milchprodukte, vor allem Kalzium und Phosphat, lagern sich nämlich in den Zahnschmelz ein und stärken ihn. Und die Säure aus dem Obst kann durch Milch zumindest teilweise neutralisiert werden. Zudem bleiben unsere Kieferknochen durch das Kalzium aus Milchprodukten stabil. Probieren Sie zum Beispiel mal einen leckeren Erdbeershake. Das Rezept (für 2 Personen): 8 Erdbeeren in Stücke schneiden. Mit 60 Millilitern kalter Milch, 1 Esslöffel Honig und 250 Gramm eiskaltem Joghurt eine Minute lang mixen. Zum Schluss als Dekoration eine Erdbeere aufs Glas stecken.

Rosskastanien verhindern dicke Backen

Der Geheimtipp von Kieferchirurgen: eine Woche vor einer Zahnoperation beginnen, täglich ein Venenmittel mit Rosskastanienextrakt einzunehmen (z.B. „Venostasin retard“, rezeptfrei in Apotheken). Das bewahrt nach einer Zahnentfernung oder einer komplizierten Wurzelbehandlung vor der „dicken Backe“. Aesculin aus der Baumrinde kann nämlich nicht nur die Blutgefäße in den Beinen schützen und stärken. Es verhindert auch, dass nach einem Eingriff am Gebiss die Wangen anschwellen. Die Substanz dichtet die Blutgefäße ab, es dringt also weniger Flüssigkeit ins Gewebe. Weitere Heilsubstanzen der Rosskastanie wirken gegen Entzündungen. Normalerweise treten keine Nebenwirkungen auf. Und noch ein Tipp: Das Taubheitsgefühl nach Zahnbehandlungen kann man sofort loswerden –mit „OraVerse“, das der Arzt nach der Behandlung einspritzt (ca. 15 Euro).

 
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Autor:
Dagmar Metzger