Gesund

Welche Farbe hält mich fit?

Appetit auf Rot? Oder eher Grün? Das könnte seinen Grund haben. Denn in pflanzlichen Farbstoffen stecken jede Menge Heilkräfte. Ein Regenbogen voll Gesundheit.

Grünes Gemüse ist gesund Welche Farbe hält mich fit? © Jill Chen/ iStock/ Thinkstock

Rot

Wenn Sie in die Sonne wollen
Es ist die Farbe der Liebe, der starken Gefühle – und sie macht unsere Haut schön und widerstandsfähig, wenn die Pigmente aus Obst und Gemüse stammen. Flavone und Carotinoide, vor allem Lycopin, sind für die leuchtenden Farben zum Beispiel von Paprika, Tomaten und Kirschen verantwortlich. Eine Studie der Uni Düsseldorf zeigte, dass Lycopin sogar vor UV-Schäden schützen kann. Versuchspersonen, die zehn Wochen lang täglich 40 Gramm Tomatenmark aßen, bekamen nicht so leicht Sonnenbrand. „Wenn’s ums Lycopin geht, sind Suppen, Soßen, Mark und Ketchup besser als rohe Tomaten“, rät Dr. Elke Arms vom Frankfurter Nestlé Ernährungsstudio. „Der Körper kann es aus verarbeiteten Früchten einfacher aufnehmen.“ Die roten Farbstoffe machen zudem einen zart rötlichen Teint, der auf andere gesund und sympathisch wirkt.

Grün

Wenn Sie viel geschlemmt haben
Schon Äbtissin Hildegard von Bingen lobte Grün als „Farbe der Heilkraft, die Körper, Geist und Seele in Balance bringt“. Heutige Biochemiker stimmen dem zu – und zwar wegen der Farbstoffe Chlorophyll und Glucosinolate. Die Grünmacher regen die Entgiftung der Zellen an, fördern Durchblutung sowie Stoffwechsel und unterstützen die Verdauung. Grüner Salat, Paprika, Kräuter, Lauch, Gurken, Brokkoli und anderes Gemüse enthalten übrigens umso mehr Chlorophyll, je intensiver ihre Färbung ist. Da der Pflanzenstoff Chlorophyll chemisch unserem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) ähnelt, vermuten Mediziner, dass er auch die Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark unterstützt. Wissenschaftliche Studien gibt es allerdings bisher noch nicht dazu.

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Kochen nach Farbcode

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Gelb-Orange

Wenn eine Erkältung im Anmarsch ist
Die „heiße Zitrone“ ist nicht nur wegen ihres Vitamin-C-Gehalts ein Doping für unser Immunsystem. Auch ihre Flavonoide – Substanzen, die Pflanzen gelb oder orange machen - stärken die Abwehr. Der Name kommt übrigens vom lateinischen „flavus“, das Wort für Gelb. Speziell wenn sich eine Erkältung ankündigt, lohnt es sich, viel Obst und Gemüse mit der Sonnenfarbe zu essen: Mandarinen, Orangen, Ananas und Paprika zum Beispiel. Denn Flavonoide sind laut Studien eine natürliche Waffe gegen Viren, bekämpfen zudem Entzündungen. Die meisten dieser Gesundstoffe stecken in den Randschichten der Früchte. Wer seiner „heißen Zitrone“ abgeriebene Schale von ungespritzten Zitrusfrüchten zugibt, profitiert also am meisten von dem Immunbooster. Milch dagegen kann die Flavonoide zerstören. In Möhren stecken viele Orange-Farbstoffe, die Carotinoide. Sie verbessern nicht nur die Immunkraft, sondern halten auch Augen und Haut jung, weil sie die Zellen vor Umweltschäden schützen. Flavonoide sind wasserlöslich. Um Carotinoide aufzunehmen, braucht der Körper aber etwas Fett zu der Mahlzeit. Kochen nach Farbcode „Monochromes Essen“ nennen Tatjana Reimann, Caro Mantke und Tim Schober ihre Rezeptkompositionen in „12 Farben – 12 Menüs. Kochen nach Farben“ (Prestel, 29,95 Euro). Ein Schmackofatz für Gaumen und Augen!

Violett

Wenn Sie viel Stress haben
Ein reiner Blauton kommt in verzehrbaren Lebensmitteln von Natur aus nicht vor. Tatsächlich hätten wir bei strahlend blauem Essen die Assoziation, es sei ungenießbar. Blaukraut, Blaubeeren, Schwarze Johannisbeeren und Auberginen beispielsweise besitzen neben dem Blaufarbstoff Anthocyane immer weitere Farbpigmente, die Früchte und Gemüse violett machen. Das Gesunde an diesen Sorten ist jedoch ihr Blauanteil. Anthocyane schützen Herz, Blutgefäße und Zellen. Außerdem bekämpfen sie Entzündungen. Studien zeigen, dass ihre zellschützende Wirkung noch stärker ist als die der Vitamine C und E. Das ist besonders in Stresszeiten wichtig. Professor Elissa Epel von der University of California konnte nämlich nachweisen, dass psychischer Stress unsere Zellen schneller altern lässt – und uns damit anfälliger macht für Krankheiten wie Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauf-Probleme. Den höchsten Anthocyangehalt hat übrigens die brasilianische Acai-Beere. Sie wird als Frucht bei uns selten angeboten. In Bioläden beispielsweise gibt es jedoch als Alternative Acai-Extrakte.

 
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Autor:
Dagmar Metzger