Relaxen

Welche Entspannung passt zu mir?

Die einen brauchen Bewegung, um Stress abzubauen. Die anderen versenken sich lieber in sich selbst. Welche Entspannung passt zu mir? Wir sagen es Ihnen.

Entspannen Welche Entspannung passt zu mir? © Tonpicknick/ iStock/ Thinkstock

„Ich mag gern mit anderen zusammen sein“: Yoga

Rasulbad im Hotel Alter Meierhof

Das Destination Spa Concept im Vitalhotel „Alter Meierhof“ vereint fernöstliche und westliche Entspannungsrituale.

Warum Yoga in der Gruppe so perfekt entspannt? Bei der indischen Kombination aus geistigen und körperlichen Übungen gibt es keinen Konkurrenzdruck, es geht nicht um Leistung. Jeder kann seinen Yoga-Weg finden. Man ist auf sich selbst konzentriert, fühlt sich aber in der Gemeinschaft aufgehoben. Je nach Neigung kann man zwischen unterschiedlichen Yoga-Formen wählen. Neben dem sportlichen Hatha-Yoga gibt es das ruhige Yin-Yoga, das Bikram-Yoga, das bei Temperaturen bis zu 40 Grad praktiziert wird, oder Zen-Yoga, bei dem auch viel meditiert wird.
Wie funktioniert’s? Yoga-Übungen, die „Asanas“, sind langsame Bewegungsfolgen, die sanft Sehnen und Bänder dehnen. Sie sind für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet, da es sie immer in verschiedenen Schwierigkeitsvarianten gibt. Am besten übt man in bequemer Sportkleidung und auf einer rutschfesten Yoga-Matte. Da die richtige Ausführung der Asanas wichtig ist, lohnt es sich, einen Kurs zu buchen. Dort macht ein Yoga-Lehrer die Übungen vor und korrigiert die Haltung der Teilnehmer.
Was bringt es langfristig? Obwohl die verschiedenen Yoga-Lehrer unterschiedliche Schwerpunkte setzen, haben alle Varianten positive Effekte für Körper und Seele. Studien belegen: Wer einmal pro Woche Yoga praktiziert – am besten in der Gruppe –, stärkt Herz, Kreislauf sowie das Immunsystem, kräftigt Gelenke und Muskeln. Die ruhigen Bewegungen wirken gegen Stresshormone und machen gute Laune. Sie können sogar Depressionen mildern.
Kosten: Kurse bieten zum Beispiel Sportvereine, Volkshochschulen und spezielle Yoga-Schulen an. Regelmäßiges Yoga kostet etwa 50 Euro im Monat. Krankenkassen übernehmen bis zu 80 Prozent der Kursgebühren. Es lohnt sich also, auch bei Yoga bei der Kasse nachzufragen.
Buchtipps: „All about Yoga“ (mit DVD) von Kerstin Linnartz, GU, 24,99 Euro; für Fortgeschrittene: „Yoga-Workouts gestalten“ von Mark Stephens, Riva, 24,99 Euro; „15 Minuten Yoga für jeden Tag“ (mit DVD) von Louise Grime, Dorling Kindersley, 12,95 Euro

„Ich habe ein gutes Vorstellungsvermögen“: Autogenes Training

Beim Autogenen Training versetzt man sich quasi selbst in Hypnose. Durch die intensive Konzentration auf den Körper wird der Geist beruhigt und entspannt.


Wie funktioniert’s? Im Liegen oder Sitzen schließt man die Augen und spricht Sätze im Geist, um sich auf bestimmte Körperteile zu konzentrieren – etwa: „Mein linker Arm wird schwer.“ Dazu braucht man ein gutes Vorstellungsvermögen. Ziel ist es, Herzschlag und Atem intensiv zu spüren und zu beruhigen. Hat man die Technik gelernt (am besten mit einem Trainer), kann man sie immer dann anwenden, wenn man sich gestresst fühlt.
Was bringt es langfristig? Einmal täglich eine halbe Stunde Autogenes Training führt zu besserer Konzentration und zu einem gelasseneren Umgang mit Stress.
Kosten: Kurse gibt’s ab ca. 80 Euro, zum Beispiel an Volkshochschulen. Viele Kassen bezuschussen sie.
Buch- und CD-Tipp: „Autogenes Training“ (mit CD) von Delia Grasberger, GU, 16,99 Euro; CD „Autogenes Training 1“ von Torsten Abrolat und Franziska Diesmann, SyncSouls, ca. 15 Euro

„Ich liebe es, berührt zu werden“: Massage

Warme Hände auf nackter Haut – dass dies ein wohliges Gefühl hervorruft, erlebten wir schon als Baby. Wer keine Berührungsängste hat und auch Fremde an seine Haut lassen kann, wird Massagen lieben: Durch Streichen, Kneten, Reiben und Drücken können Masseure die Muskulatur minutenschnell lockern und Blockaden lösen.
Wie funktioniert’s? Man liegt bis auf die Unterwäsche entkleidet auf einer Massagebank. Körperteile, die nicht massiert werden, sind mit warmen Tüchern bedeckt. Der Therapeut bearbeitet bis zu einer Stunde lang den Körper. Es gibt etliche Massageformen – von der sanften Wohlfühl-Behandlung bis zur medizinischen Profi-Massage.
Was bringt es langfristig? Der Entspannungseffekt ist wissenschaftlich bewiesen. Massagen relaxen nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Die Berührungen regen die Ausschüttung von Glücksbotenstoffen an, die entspannen, aber auch die Schmerzempfindlichkeit dämpfen können. Experten empfehlen, sich alle zwei Wochen diesen Genuss zu gönnen.
Kosten: Massagen gibt es ab ca. 30 Euro (30 Minuten).
Buchtipp: „Massage: Über 30 Anwendungen für Entspannung und Gesundheit“ von Larry Costa, Dorling Kindersley, 9,95 Euro

„Ich kann mich gut konzentrieren“: Meditation

Der Welt, dem Druck, den kreisenden Gedanken davonfliegen, das gelingt am besten mit Meditation. Voraussetzung ist, dass man sich gut konzentrieren kann. Denn das Ziel ist, sich zu fokussieren, in sich zu versenken, alles andere auszublenden.
Wie funktioniert’s? „Wer atmen kann, kann auch meditieren“, sagen Experten. So besteht die einfachste Meditationsübung darin, sich hinzusetzen, ruhig tief ein- und auszuatmen und dabei konzentriert die Atemzüge zu zählen. Sobald man von einem Gedanken abgelenkt wird, beginnt man wieder von vorn. In Kursen werden viele weitere Techniken gelehrt, die es erleichtern, mühelos in den Meditations-Modus und damit zur Ruhe zu kommen.
Was bringt es langfristig? Wer mit Meditation regelmäßig sein Gedankenkarussell anhält, erfährt eine tiefe körperliche und seelische Beruhigung, lebt auf Dauer bewusster und konzentrierter. Dazu sollte man sie am besten täglich mindestens 15 Minuten praktizieren. Studien zeigen, dass das In-sich-Versenken positiv auf unser Immunsystem wirkt, chronische Schmerzen lindern kann sowie gegen Schlafprobleme und depressive Verstimmungen hilft. Langfristig ändert Meditieren sogar die unbewussten Reflexe: Hirnbilder zeigen, dass meditierende Menschen schwächer auf Schmerzreize reagieren.
Kosten: Viele Tibetische Zentren bieten kostenlose angeleitete Meditationen für Einsteiger sowie Seminare für Fortgeschrittene an (Adressen im Telefonbuch). An Volkshochschulen gibt es Kurse ab ca. 40 Euro.
Bücher und Apps: „Crashkurs Meditation“ (mit CD) von Maren Schneider, GU, 14,99 Euro; App für das iPad: „Achtsamkeit und Meditation“, GU, 6,99 Euro (für iPhone: 4,49 Euro); „Buddha at home“ (mit CD) von Renate Seifarth, Nymphenburger, 19,99 Euro

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Autor:
Dagmar Metzger, Kathrin Halfwassen