Medikamente Selbsttherapie mit Pflastern

Bei immer mehr Beschwerden gilt: Statt Tabletten und Pillen zu schlucken, den Wirkstoff einfach auf die Haut kleben

Selbsttherapie mit Pflastern Selbsttherapie mit Pflastern © Stefan Redel-fotolia

Spritzen, Zäpfchen und Tabletten sind nicht jedermanns Sache. Müssen sie auch nicht: Für etliche Krankheiten und Beschwerden bieten sich Arzneien zum Aufkleben an. Neben den Klassikern wie Nikotinoder Reisepflastern gibt es inzwischen auch Klebestreifen gegen Herpes, Schmerzen oder Libido- Störungen. Die „transdermalen therapeutischen Systeme“, so der Fachbegriff, schleusen den Wirkstoff über die Haut in den Körper. „Das schont Magen und Darm. Außerdem lässt sich durch die kontinuierliche Freisetzung ein verlässlicher Wirkstoffspiegel erzielen“, weiß der Münchner Apotheker und Mediziner Dr. Siegfried Schlett. Bei den meisten Pflastern befindet sich der Wirkstoff in Gel aufgelöst in einem flachen Reservoir. Über eine durchlässige Membran sickert die Arznei in den Körper. Die transdermalen Pflaster haben aber auch Nachteile: Sie können die Haut reizen oder einreißen und ihren Wirkstoff – im ungünstigsten Fall – in sehr kurzer Zeit abgeben. Schlett: „Zudem ist man bei einem Pflaster, das unter Umständen mehrere Tage lang am Körper bleibt, dem Arznei-Flow ausgesetzt, ob man ihn braucht oder nicht. Eine Tablette, die viermal am Tag genommen wird, bietet in gewissen Situationen bessere Steuerungsmöglichkeiten.“ Auf jeden Fall sollte das Pflaster auf eine entfettete, trockene und möglichst unbehaarte Hautstelle geklebt werden.

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